"Nicht um jeden Preis wachsen"

70 Mitarbeiter und er könnte noch mehr beschäftigen – Dachdecker Strippel hat sich im Raum Karlsruhe einen Namen gemacht. Permanent versucht das Unternehmen Hard- und Software zu optimieren und die Dinge aus einer Hand zu planen.

Porträt Strippel
„So muss man sich das vorstellen mit dem Gefälle.“ Maik Großmann (links) verdeutlicht, wo die Knackpunkte bei der neuen Flachdachrichtlinie liegen, rechts Michael Strippel. Foto: DDH

Neun Millionen Euro Jahresumsatz – das steht unter „Firmenprofil“ auf der Webseite von strippel-dach.de. Ein durchaus selbstbewusstes Auftreten für einen mittelständischen Dachdecker, der allerdings auch 70 Mitarbeiter beschäftigt. „Ich hatte damals einen Moment überlegt und mich dann bewusst dafür entschieden, diese Zahl zu veröffentlichen“, sagt Michael Strippel. „Diese Umsatzgröße hat sich entwickelt und zwar sehr kontinuierlich. Wir haben allerdings keine Philosophie, die wir verfolgen. Unser Ansatz ist recht einfach: Bei allen Kunden, bei denen wir waren, wollen und dürfen wir wiederkommen – das ist uns wichtig“, erläutert der Inhaber. Dabei sieht sich der Dachdecker durchaus als regionaler Betrieb. „Wir arbeiten in der Region.“ Nachwuchs- oder Mitarbeiterprobleme hat Strippel schon mal gar nicht. „Dachdecker, Azubis und gestandene Meister aus der Region fragen bei uns nach Arbeit. Es spricht sich herum, dass wir unsere Mitarbeiter gut behandeln. Gute Erfahrungen haben wir mit dem Arbeitsamt gemacht – ganz konventionell. Ich habe schon viel Geld für Anzeigen ausgegeben, das sparen wir uns inzwischen“, ist sich Michael Strippel sicher.

Den ganzen Betrieb mit der Software steuern


70 Mitarbeiter zu führen – das verlangt nach einer guten Organisation. Permanent versucht Strippel, Hard- und Software zu verbessern und die Dinge aus einer Hand zu planen. „Die Organisation zu optimieren, das versuchen wir ja ständig. Da ist die gute Planung von größeren Baustellen, die ich klassischerweise früher mit Magnetstreifen an die Wand gepinnt habe – das System war transparent und übersichtlich“, berichtet Strippel. Das Problem war allerdings die Verzahnung zu anderen Baustellen und die kurzfristigen Änderungen, die es ja immer einmal gibt. Also musste eine bessere Lösung her. „Mit der Firma Codex versuchen wir gerade, unser System so zu optimieren, dass die Softwarelösung ebenso transparent und einfach zu bedienen ist, wie die Magnettafel. Dass Soft- und Hardware dabei aus einer Hand kommen ist für uns unheimlich hilfreich und bequem.“ Geplant ist, dass die Meister mit Tablets auf der Baustelle arbeiten und die Daten dann ins System eingeben.“ Jeder der acht Bauleiter ist für seine Baustellen von Anfang bis zum Ende verantwortlich. Es geht um Ressourcen der Projekte, Abläufe, Kalkulation, Urlaubs- und Terminplanung bis hin zur Nutzung der Foto-App von Codex. Der Anspruch ist: mit der Software den ganzen Dachdeckerbetrieb führen. „Das klappt schon ganz gut, muss aber immer optimiert werden“, betont der Diplom-Ingenieur.

Pfützen-Definition gefordert


Die Neuerungen in der Flachdachrichtlinie (siehe dazu DDH 20.2016) beschäftigt natürlich auch den Flachdachspezialisten aus Karlsruhe. Für diesen Bereich ist Geschäftsführer Maik Großmann verantwortlich. „Die neue Flachdachrichtlinie ist in Bereichen nicht einfacher geworden. Es wäre schön, wenn es im Bereich Gefälle und Pfützenbildung klarere Formulierungen geben würde. Zum Beispiel: Wie viel Wasser ist eine Pfütze? Und wann kann ich auf ein Gefälle verzichten?“ fragt Großmann. In schwierigen Bereichen könnten die Dachdecker ein Null-Grad-Dach mit anschließender Pfützenbildung ausführen. „Das ist im Zusammenhang mit dem Bauherrn noch einfach, wenn man vorher Bedenken ausräumt. Schwieriger wird es, wenn ein Gutachter mit im Spiel ist. Denn der kann im Zweifel die Flachdachrichtlinie oder auch die DIN Norm ansetzen. Und der Jurist folgt in der Regel dem Gutachter und entscheidet im Streitfall, was höher zu bewerten ist. Warum kann man eine Pfützenbildung im Fachregelwerk nicht definieren? Wenn das geregelt wäre, hätten wir in der Praxis weniger Probleme“, sagt Großmann.

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 22.2017

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