„Old Guys on Tour“

Regelrecht „angefixt“ waren die fünf Dachdeckermeister, die ab dem 10.6.2016 auf dem „Caminho Português“ pilgerten. Als „Wiederholungstäter“ hatten die meisten ihre Erfahrungen auf dem Jakobsweg bereits sammeln können.

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Buen Camion, von rechts: Thomas Schulrath, Ulrich Lutter, Sascha Kündgen, Heiko Ebert und Michael Zimmermann. Foto: Zimmermann

Buen Camino heißt übersetzt „guten Weg“. Unabhängig von der jeweiligen Herkunft lautet so das Grußwort der Pilger auf dem Chaminho. Nach dem Jakobsweg erkennt man bei den Pilgern in der Regel zwei unterschiedliche Gefühlszustände. Entweder sind sie danach vom Pilgern „geheilt“ oder sie sind „süchtig“ geworden. Die Aussagen gingen von „einmal genügt mir“ bis zu „das war einmalig, immer wieder gerne, ich freue mich auf meinen nächsten Caminho“. Die meisten Pilger kommen jedoch wieder.

Regelrecht „angefixt“ waren die fünf Dachdeckermeister, die ab dem 10.6.2016 auf dem „Caminho Português“ pilgerten. Als „Wiederholungstäter“ hatten die meisten ihre Erfahrungen auf dem Jakobsweg bereits sammeln können. „Ich war bereits schon 2014 und 2015 mit der GFW-Dach-GmbH auf dem Jakobsweg unterwegs. Jeweils von O Cebreiro bis nach Santiago de Compostela“ erklärte Thomas Schulrath, Landesinnungsmeister von Mecklenburg-Vorpommern und fügte hinzu „diesmal wollten wir aber eine komplett abgeschlossene Strecke pilgern. Da bietet sich der portugiesische Jakobsweg an. Der Weg beginnt in Porto und führt er nach rund 260 km nach Santiago de Compostela, dem eigentlichen Pilgerziel.“

Auch Ulrich Lutter war schon zweimal mit der GFW auf dem Jakobsweg. „Diesmal sollte Santiago jedoch nur ein Zwischenstopp sein. Mein eigentliches Ziel war von Anfang an das Ende der Welt, ich wollte unbedingt zum Kap Finisterre“ erzählte der Geschäftsführer von LempHirz und meinte weiterhin „dabei war mir wichtig auch den Weg nach Santiago zu pilgern. Auf den Felsen sitzen und zusammen mit vielen anderen Pilgern den Sonnenuntergang über dem Meer zu bestaunen, das war schon was ganz Besonderes“.

5 Dachdecker auf dem Jakobsweg buen camino!

Für Heiko Ebert war es die erste Pilgertour auf dem Jakobsweg. „Ein einmaliges Erlebnis, die vielen tollen Gespräche mit den Kollegen und anderen Pilgern sowie die beeindruckende Landschaft in Portugal und der Region Galicien in Spanien. Einfach großartig! Mit Sicherheit war das nicht mein letzter Caminho“ berichtete der stellvertretende Landesinnungsmeister aus Brandenburg.

In rund neun Tagesetappen wurde die Strecke von Porto nach Santiago de Compostela zurückgelegt. Strahlender Sonnenschein sowie Dauerregen erwartete die Pilger bei ihren einzelnen Tagesetappen von rund 20-30 km. Auch diesmal trugen die fünf Dachdeckermeister Zunftkleidung während ihrer Pilgertour.

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Kall Dall beim Interview mit den fünf Dachdeckermeistern.


„Mit Sicherheit gibt es praktischere Kleidung zum Wandern. Diesmal trugen wir auch unser gesamtes Gepäck im Rucksack“ meinte Michael Zimmermann, stellvertretender Landesinnungsmeister aus Rheinland-Pfalz und erklärte weiterhin „aber für das Zusammengehörigkeitsgefühl untereinander war es einfach großartig. In Zunftskleidung fielen wir überall positiv auf. Ständig wurden wir gefragt, wer wir sind und woher wir kommen“. Wenn Berufskollegen so lange zusammen unterwegs sind, entstehen auch viele Unterhaltungen. „Die vielen Gespräche mit den Kollegen, z.B. über Mitarbeiterführung, Kundenakquise, aber auch die vielen Technikgespräche waren einfach super“ berichtete Sascha Kündgen. „Natürlich hatten wir auch viel Zeit für private Unterhaltungen. In so einer langen Zeit kommt man sich auch näher. Und wenn man mal seine Ruhe haben will, dann läuft man halt einfach ein Stück alleine weiter“ erklärt der Dachdeckermeister aus Köln. Sascha Kündgen und Michael Zimmermann waren bereits schon im Jahr 2015 mit der GFW-Dach auf dem Jakobsweg.

Auf die Frage, was denn der Antrieb für so eine Pilgertour wäre, waren sich die fünf Handwerksmeister sofort einig. „Wir wollten aus der Komfortzone heraus und dabei auch persönliche Grenzen überwinden“ erklärten die fünf Dachdeckermeister einstimmig und meinten weiterhin fast melancholisch „ohne Ballast, mit nur dem Notwendigsten im Gepäck reisen. Sich darauf zu besinnen auf was es wirklich ankommt. Natürlich ist der Weg anstrengend und manchmal auch beschwerlich. Aber trotzdem ist das eine Reise um die Seele baumeln zu lassen. Den Caminho geht jeder auf seine eigene Art und Weise. Die Gründe sind oft sehr unterschiedlich. Aber als Pilger haben wir alle ein gemeinsames Ziel. Das Nordportal vor der Kathedrale in Santiago de Compostela“.
Das Highlight der Pilgertour war der Einmarsch und das Interview mit Karl Dall in Santiago de Compostela. Bereits beim Einlaufen in die Stadt wurden die Dachdecker von den anderen Pilgern und den Bewohner überschwänglich begrüßt .

Auf dem Nordportal vor der Kathedrale empfing Karl Dall, zusammen mit seinem Fernsehteam, die fünf zunfttragenden Dachdeckermeister. In einem Interview berichtete Thomas über die gemeinsame Pilgertour und die Traditionen des Dachdeckerhandwerks.
Auch was die Knöpfe auf der Zunftweste für eine Bedeutung haben. „Die acht Knöpfe auf der Weste stehen für den 8 Stunden Arbeitstag im Dachdeckerhandwerk“ erklärte unter anderem der Landesinnungsmeister aus Mecklenburg-Vorpommern dem interessiert zuhörenden Moderator.

Der Schauspieler war äußerst interessiert an den Traditionen des Dachdeckerhandwerks und hatte offensichtlich sehr viel Spaß bei dem Interview mit den deutschen Dachdeckern vom Jakobsweg. Das Interview wird voraussichtlich im September auf Tele 5 übertragen.
Die Sendung heißt: „Old Guys on Tour

Letzte Aktualisierung: 08.09.2016