Schiefer am Hang

Schon der erste Blick auf das Wohnhaus in Herdecke verrät: hier ist alles andere als gewöhnlich willkommen. Die Dachlandschaft zeigt sich zerklüftet und asymetrisch und das Gebäude wächst förmlich aus dem Hang. Klar, dass bei so einem Objekt nur edelste Materialien verbaut werden sollen. DDM Klimek setzte bei der komplexen Sanierung auf einen Mix aus Schiefer und Kupfer.

Sanierung Herdecke Klimek
Aufnahme kurz vor Fertigstellung: das repräsentative Gebäude in Herdecke zeigt sich in seinem neuen Gewand – einer Deckung in Altdeutsch. Fotos: DDH

Anthroposophische Architektur in gehobener Wohnlage, der Bauherr Architekt und die Sanierungsaufgabe – eine Altdeutsche Schieferdeckung: Attribute bei denen so mancher Dachdecker sagte: „Ja, das kann ich mir, wenn auch herausfordernd, vorstellen.“ Einer dieser Dachdecker ist Waldemar Klimek aus Witten. Mit seinem kleinen Innungsbetrieb hat er sich auf das Decken von Schieferflächen spezialisiert. Klimek: „ Als ich die Anfrage erhielt, mir das Objekt anzuschauen und einen geeigneten Sanierungsvorschlag auszuarbeiten, war für mich schnell klar, dass ich den Auftrag gerne ausführen würde. Zum einen, weil es technisch eine spannende Umsetzung werden sollte, aber auch weil der Auftraggeber sich äußerst kompetent und offen für Vorschläge präsentierte.“ Bei dem Objekt handelt es sich um ein Einfamilienhaus in Herdecke an der Ruhr im Ortsteil Ahlenberg. Das Anwesen befindet sich in einer gehobenen Wohngegend mit Wohnhäusern in überwiegend freistehender Bauweise.

Organische Struktur in Schiefer und Kupfer

Das Objekt, bestehend aus Kellergeschoss, Erdgeschoss und Dachgeschoss, wurde in den 1970er-Jahren in anthroposophischer Architektur erbaut und der Zahn der Zeit hatte an der baulichen Substanz genagt. Die Fassaden waren nicht mehr anschaulich, die Faserzementplatten am Dach waren brüchig und das Freigelände rundherum überholungsbedürftig. Neben der Sanierung der Fassadenflächen und des gesamten Bodenbereiches zur Straße hin, suchte der Bauherr ein Unternehmen, was die Dachsanierung nach seinen Wünschen umsetzte. Das Auftragsvolumen umfasste die komplette Sanierung von rund 300 m² Dachfläche, umfangreiche Klempnerarbeiten, rund 50 m² Gesamtfläche, sowie eine energetische Aufwertung des bis dato minimalistischem Energiestandard. Klimek: „Da der Bauherr gleichzeitig Architekt ist, hatte er konkrete Vorstellungen was die Sanierung angeht. Er hatte im Vorfeld einige Dachdeckenunternehmen aufgrund ihrer Referenzen und vorigen Zusammenarbeiten kontaktiert. Einige Berufskollegen wollten den Auftrag nicht, da die handwerkliche Umsetzung mit Schiefer in Kombination mit all den klempnertechnischen Attributen, schwer kalkulierbar, geschweige denn umsetzbar waren. Nach dem ersten Gespräch mit dem Bauherrn blieben wir weiterhin in Kontakt und meine Vorstellungen sagten ihm offensichtlich zu.“ Schlussendlich kam es dann zur Beauftragung der Firma Klimek, die die gesamten Planung, Ausführung und Koordination aller Leistungen am Dach übernahm. Zusätzlich zum ursprünglichen Plan, sollten einige Änderungen in der Dachfläche vorgenommen werden. Durch die organische Struktur der Dachlandschaft mussten 10 einzelne Teildachflächen verschiedenster Größe, saniert werden. Klassische geradlinige Schnittpunkte im Dach wie Orte oder Firste, suchte man bei diesem Objekt vergebens.

Entsorgung nach TRGS 519

Zunächst musste die gesamte alte Deckung aus kleinformatigen Faserzement-Platten, nach den Vorgaben der TRGS 519 vorsichtig von oben nach unten abgenommen und entsorgt werden. Als befähigte Firma für Asbestsanierungen musste der Wittener Innungsbetrieb die gesamte Dachfläche nach den Arbeitsschutzvorgaben abtragen und in vorgehaltenen Big Bags gesondert entsorgten. Die vorhandene V13 Deckung als Vordeckung auf der Vollschalung wurde ebenfalls mit abgetragen und via Sondermüll entsorgt.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 11.2018.

Letzte Aktualisierung: 04.06.2018

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