Passgenau für längs und quer

Durch eine unkomplizierte und schnelle Verarbeitung können Paneelsysteme besonders kostengünstig angeboten werden auch von Betrieben ohne umfangreiche Spenglerausrüstung. Wir beschreiben die Ausführung und zeigen einige Beispiele.

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Keine Verbretterung, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Stattdessen langlebige und wartungsfreie Titanzinkoberflächen, die dem Besitzer künftig einigen Pflegeaufwand ersparen. Fotos: Rheinzink

Das Komplettsystem besteht aus einem Basispaneel und einem umfangreichen Sortiment vorgefertigter Anschlussprofile für praktisch alle Übergangs- und Anschlusssituationen. Dieses vereinfacht die Bestellung und Lagerhaltung. Zudem reduziert es den Verschnitt auf ein Minimum. Schnittreste der 3.000 mm langen Paneele lassen sich in vielen Fällen weiter verwenden.

Die Baubreite von 350 mm sichert einerseits einen schnellen Fortschritt bei der Verarbeitung, ist aber andererseits bewusst so dimensioniert, dass auch kleine Flächen komfortabel bekleidet werden können. Unterstützt wird die Kleinteiligkeit durch die Rasterung. Jedes Element zeigt in der Ansicht 2 Paneelstreifen, die mit ihrer Ansichtsbreite von 140 mm die typische Maßstäblichkeit von Paneelen beziehungsweise Brettern aufgreifen.

Bei 0,7 mm Metalldicke wiegt die Bekleidung nur 7,2 kg/m², bildet also ein leichtes Fassadensystem, das auch von älteren und eventuell kritischen Außenwandkonstruktionen in der Regel sicher getragen werden kann. Bei etwas über 7 kg liegt das Gewicht pro Element (Deckfläche: 1,05 m²), so dass eine Person die Elemente bequem transportieren und verarbeiten kann.

Paneelüberdeckung längs und quer

Die Basispaneele werden auf der Längsseite durch Bohrschrauben oberhalb der Sicke auf einer durch Körnungen markierten Linie in der Unterkonstruktion befestigt. Es handelt sich um eine direkte Befestigung, bei der keine zusätzlichen Halter oder Hafte erforderlich sind. Nach dem Aufstecken der nächsten Paneelreihe sind die Befestigungen der darunterliegenden Reihe verdeckt. Dabei stellt die Paneelgeometrie sicher, dass jedes Element komplett eingesteckt ist und kein Aushebeln stattfinden kann.

Die 35 mm langen Bohrschrauben gehören zusammen mit dem passenden Torx-Bit zum Lieferumfang der Basispaneele. In Kombination mit den ebenfalls beiliegenden Dichtscheiben stellen die Edelstahl-Schrauben die langjährige Funktionsfähigkeit des Systems sicher. Temperaturbedingte Längenänderungen werden durch die Begrenzung der Paneellänge auf 3.000 mm stark eingeschränkt.

Der schon erwähnte geringe Verschnitt des Systems beruht auch auf der variablen Ausbildung der Paneelstöße. Sie können bei horizontaler Verlegung mit Stoßprofilen oder Stoßverbindern ausgeführt werden. Bei vertikaler Verlegung sind Gesimsprofile oder die Überlappung der Basisprofile möglich.

Mit überdeckenden Stoßprofilen bildet die horizontale Fassadenbekleidung ein Mehrfeldsystem aus, bei dem die Schnittkanten der Paneelenden seitlich in die Stoßprofile geschoben und damit überdeckt werden. Bei vertikaler Verlegung lässt sich eine ähnliche Anmutung mit Gesimsprofilen erreichen, die die Schnittkanten des unteren Feldes überdecken und eine einwandfreie Wasserführung am waagerechten Stoß sicherstellen. Stoß- oder Gesimsprofile betonen die Gliederung quer zur Ausrichtung der Paneele und dienen dadurch als gestalterisches Element. Speziell große, ansonsten ungestaltete Flächen erhalten auf diese Weise einen strukturierenden Rhythmus.

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Zum Komplettsystem gehören neben den Basispaneelen und den Stoßverbindern Anschlussprofile für alle bautypischen Details und Übergänge.

Auch die Profile für Außen- und Innenecken oder Sockel sind werkseitig mit überdeckenden Stoßverbindern ausgestattet, so dass die Verbindung jedes einzelnen Profils mit 10 mm Fuge problemlos herzustellen ist und sich saubere Ecken und Abschlüsse ergeben.

Das Fassadensystem SP-Line kann auf Unterkonstruktionen aus Holz oder aus Metall befestigt werden. Es werden quer zur Fassadenorientierung verlaufende Traglatten beziehungsweise Tragprofile benötigt: bei horizontaler Verlegung also vertikale Träger und umgekehrt bei vertikaler Verlegung horizontale Träger. Vor Ausführung der Unterkonstruktion muss deshalb die Entscheidung über eine senkrechte oder waagerechte Verlegung getroffen werden. Holzunterkonstruktionen sind sicher die einfachsten Lösungen, werden aber bei den heute üblichen großen Dämmstoffdicken von 10 cm und mehr schnell materialintensiv und aufwendig. Zudem stellen die Grundlatten in der Ebene der Wärmedämmung eine Wärmebrücke dar. Holzunterkonstruktionen können deshalb an konstruktive Grenzen stoßen. Für kleinere Flächen sowie bei nicht gedämmten Wänden wie Garagen, Schornsteinbekleidungen etc. bleiben sie eine mögliche Alternative.

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in unserem aktuellen

Ratgeber Systemlösungen.

Jörg Abfalter

Letzte Aktualisierung: 12.04.2012