Pionier Braas

Als ein Pionier muss hier Rudolf H. Braas erwähnt werden. Dieser hatte bereits frühzeitig die Robustheit und Frostbeständigkeit der Cement-Dachpfannen im Alpenraum beeindruckt.

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Die modernen Produktionsanlagen fertigen in der Minute bis zu 150 Dachstein. Foto: Braas

Die erste von ihm entworfene Dachsteinmaschine brachte jedoch noch keinen Durchbruch. Erst die Kontakte zur britischen Redland Ltd., die bereits seit 1919 erfolgreich Dachsteine herstellte, führten zum Erfolg. 1953 wurde das sogenannte Strangpressverfahren des englischen Ingenieurs Harold Carter in Betrieb gesetzt.

Produktion per Handarbeit

Auf dieser Basis wird noch heute produziert. In den Anfängen lag die Kapazität erst bei vierzig Steinen je Minute. Die Zugabe des wichtigsten Rohstoffes Zement erfolgte noch in Säcken per Hand. Sand wurde über eine einfache Balkenwaage zugegeben. Formsteine wie Firste und Ortgänge wurden nach wie vor auf Handschlagtischen gefertigt. Der endgültige Durchbruch gelang mit der auf zehn Steine pro Quadratmeter ausgelegten Frankfurter Pfanne. Dieses Produkt der Firma Braas ist auch heute noch erhältlich. Parallel kam 1954 durch die Firma Nelskamp die Finkenberger Pfanne und 1981 durch die Firma Eternit der Heidelberger Dachstein hinzu.Die Fertigung der Dachsteine wurde seit den Fünfziger Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und gibt bis heute den technologischen Vorsprung in der Serienfertigung vor. Als Beispiele seien genannt:

-staubfreie Betonmischer,

-mechanische Abstapel- und Verpackungsanlagen,

-mechanisierte Formsteinfertigung,

-Folienschrumpfverpackung und

-Dachsteinmaschinen mit bis zu 150 Takten (Steinen) je Minute.

Verbunden mit dieser Produktivitätserhöhung durch Automatisierung konnte nun pro Mitarbeiter ein Mehrfaches der Dachsteinmenge hergestellt werden, als noch vor einigen Jahrzehnten. Seit den neunziger Jahren wurde die elektronische Revolution auch bei der Dachsteinfertigung umgesetzt. Als wichtigste Meilensteine seien genannt:

-automatisch gesteuerte Rohstoffaufbereitungsanlagen,

-computerüberwachte Feuchtesteuerung der Mischung,

-computerüberwachte Mengensteuerung der Farbzugaben in Mischung und Beschichtung,

-Nutzung von recyceltem Dachsteinmaterial als Zuschlagstoff und

-Verwendung lösemittelarmer Farbsysteme in Kombination besonders geglätteter Oberflächen.

Als Neuerung im Produktbereich wurden Anfang der neunziger Jahre die ersten von der Bauberufsgenossenschaft abgesicherten Laufrostsystemlösungen auf den Markt gebracht. Weitere Innovationen im Dachsystembereich sowie im Produktbereich wie beispielsweise neue Oberflächen, Formate und Formen sorgen weiterhin für Furore.

Letzte Aktualisierung: 15.09.2009