Pionier wird 50

Pionierarbeit und Werkstoffrecycling – zwei Dinge denen sich die Puren GmbH verschrieben hat. Im Zuge des 50 jährigen Jubiläums öffnete der Dämmstoffhersteller seine Werkstore im Stammwerk Überlingen und der Upcycling-Anlage in Obermarchtal.

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PU von seiner besten Seite - bei einer Werksführung informierten sich rund 20 Fachjournalisten über die Eigenschaften von Polyurethan und erfuhren wie aus einer kleinen „PU-Schmiede“ am Bodensee ein innovationsgetriebenes, weltweit agierendes Unternehmen wurde. Fotos: DDH

Ende Mai lud die Puren GmbH die deutsche Fachpresse an den Bodensee. Nach einer kurzen Begrüßung durch Geschäftsführer Dr. Andreas Huther nahm Unternehmensgründer und Beiratsmitglied, Dipl.-Kfm. Hans Bommer die Journalisten mit auf eine bunte Reise in die Historie des Unternehmens. Was vor über 50 Jahren mit einer lockeren „Stammtisch-Idee“ im Hotel Ochsen am Ufer des Bodensees begann, entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte in Sachen Wärmedämmung. Mit ihrer Pionierarbeit im Bereich der PU-Dämmstoffe das Unternehmen heute einer der erfolgreichsten Polyurethan-Hersteller im Bereich Bau, Heiztechnik, Industrie und der Automobil-Zulieferbranche.Bommer: „Bei einer Stammtischrunde im Hotel Ochsen lauschte mein Vater Franz Bommer den Worten eines amerikanischen Gastes, der voller Begeisterung über den Wunderwerkstoff „Urethan“ berichtete. Schnell überzeugte er mich, nach dem neuen Material „Urethan“ zu forschen, was ich auch tat. Schnell erkannten wir das sensationelle Leistungspotenzial des neuen Dämmstoffes und gründete am 12. Februar 1968 die Firma Puren, wo andere Unternehmen nur abwinkten und unser Bestreben belächelten, so Hans Bommer weiter.

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Die Gastgeber führten offen und gut gelaunt durch das Werk: Unternehmensgründer und Beirat Hans Bommer (links) und Geschäftsführer Dr. Andreas Huther.

Es folgen Jahre des Experimentierens und Optimierens, 1972 erfolgt dann der Durchbruch, als es dem Überlinger Unternehmen gelingt, den Produktionsprozess zu beschleunigen. Statt der ursprünglichen zwei Stunden pro Block werden nur noch 10 Minuten benötigt. 1976 nimmt der Hersteller die erste Doppelbandanlage in Betrieb. Mit ihr wurde in einem kontinuierlichen Fließbandprozess Plattenware vor allem für Dachdämmungen hergestellt. Mit den Jahren entstehen neben den Dämmstoffen für die Baubranche stofflich und thematisch verwandte neue Produkte. Dazu zählen unter anderem unsichtbar in Wände integrierbare Lautsprecher und die Entwicklung der Bomat-Brennwerttechnik für eine korrosionsfreie Wärmerückgewinnung.

Upcycling und Innovation an 6 Standorten

Heute, nach rund 50 Jahren, beschäftigt das Unternehmen rund 300 Mitarbeiter an 5 Standorten in Deutschland sowie einem Produktionswerk in China. Zur Unternehmensphilosophie gehört insbesondere der Werkstoffkreislauf. Darin sind alle Dämmstoffe des Herstellers wie Produktionsreststoffe oder Baustellenverschnitt integriert. All diese Reststoffe werden in das meachnisch belastbare und feuchtebeständige Produkt Purenit zurückgeführt, quasi ein „Upcycling“. Teil des Werkstoffkreislaufes ist das Programm Next Step PU: hier haben Handwerksbetriebe die Möglichkeit, Baustellenverschnitte in Big Bags zu sammeln und an einem der vielen Stützpunkte bundesweit abzugeben.

Engpass 2017, volle Fahrt 2018

Der anhaltende Erfolg und die weltweit wachsende Nachfrage nach der PU-Technologie führten 2017 zu kurzfristigen Lieferengpässen bei PU-Produkten. Grund waren Engpässe bei der Produktion des Rohstoffs MDI, nicht zuletzt aufgrund des vorübergehenden Ausfalls einer Rohstoff-Produktionsanlage. Einige Hersteller und Lieferanten mussten Bestellungen zurückweisen und sich bei bereits angenommenen Lieferverträgen auf höhere Gewalt berufen, zum leidtragen vieler Dachdecker-Unternehmen. Für Dr. Huther ist die vorübergehende Materialknappheit überstanden. Huther: „Wir erwarten für 2018 eine deutliche Beruhigung der Lage und eine anhaltende Normalisierung der Rohstoffmärkte, sodass wir 2018 mit unseren aktuellen Kapazitäten lieferfähig sein werden.“ Als absolute Neuheit stellte Huther abschließend ein neues Flachdach-Dämmelement in schwer entflammbarer Qualität vor.

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„Leinen los“ hieß es im Zuge des Rahmenprogramms. Mit einem ehemaligen Lastensegler, umgebaut zum Museumsschiff, ging es für die Tagungsteilnehmer zum Mini-Segeltörn auf den Bodensee.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.1208.

Letzte Aktualisierung: 05.06.2018

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