Reetdachtechnik im Kaiserbad

Rechtsfragen, Reetqualität oder Bauphysik – mit einem breiten Themenmix punkteten die Organisatoren zum Tag des Reetdachdeckers auf Usedom. Reetdachtechnik als immaterielles Kulturerbe? Auch das geht.

Reetdachdecker
Technik-Talk bei bestem Wetter – in den Pausen zog es die Reet-Experten in den Gartenbereich des 4-Sterne-Hotels. Foto: DDH

Besser konnten die norddeutschen Reetdachdecker den Veranstaltungsort des diesjährigen „Tag des Reetdachdeckers“, organisiert vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) und der Qualitätssicherung Reet (QSR) GmbH, nicht wählen. Heringsdorf, ehemaliges Kaiserbad an der Küste von Usedom, präsentierte sich mit frühsommerlichen Temperaturen und die Organisatoren hatten es eingangs schwer, die rund 90 angereisten Gäste einzufangen und in den Sitzungssaal zu beordern. „Genießen Sie neben dem tollen Wetter auch unser vielseitiges Tagungsprogramm und nehmen Sie wertvolle Informationen mit in Ihren betrieblichen Alltag“, so Katrin Jacobs, Bundesfachgruppen-Vorsitzende, in ihrer Begrüßungsrede.

Einbaufeuchte – am Reetdach entscheidend

Moderator Dipl.-Ing. Architekt Thomas Schneider, Technischer Berater des LIV Schleswig-Holstein, stellte das breit gefächerte Programm der zweitägigen Veranstaltung vor, welches auch die jährliche reguläre Mitgliederversammlung der Bundesfachgruppe Reetdachtechnik beinhaltet. Im Anschluss überreichte er das Mikrofon an Referent Josef Rühle, Geschäftsführer Technik des ZVDH. „Das letzte Mal sprach ich zu den Reetdachdeckern in 2008 – auch zum Thema Bauphysik. Seither hat sich einiges getan“, so Rühle einleitend. Hier stellte er zunächst den Weißdruck „Hinweise für Holz und Holzwerkstoffe“ (gültig seit Januar 2015) vor. „Bisher haben sich die Landesbauordnungen in diesem Bereich an den handwerklichen Regeln orientiert. Im Zuge der europäischen Harmonisierung hat sich dies nun geändert“, so Rühle. So hat beispielsweise die klassische Kennzeichnung von Bauhölzern – die Ü-Kennzeichnung – seit März 2014 ausgedient. Diese wurde durch die Verpflichtung zur CE-Kennzeichnung modifiziert. „Für Sie als Reetdachdecker ist wichtig, Latten mit dem Vermerk DIN 4074-1 (Sortiernorm für visuelle Sortierung) sowie trocken sortiertes Holz (maximal 20 %) und Festigkeitsklasse C24 zu nutzen.“ Bei den Verbindungsmitteln (Klammern, Nägeln etc.) haben sich die Anforderungen an den Korrosionsschutz verschärft.

Michael Zenk

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 07.

Letzte Aktualisierung: 02.04.2015

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