Rheinturm Düsseldorf: Kreisrund gedichtet

360° Rundumabdichtung hieß es für das Team von Dachdeckermeister Marco Lempertz bei der Abdichtung des Düsseldorfer Rheinturms. In 180 m Höhe verlegte der Dachdecker eine hochpolymere Kunststoffbahn im Küchentrakt und Restaurantbereich.

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Auch bei Nacht interessant anzusehen: der von 1978 bis 1982 erbaute Rheinturm mit einer Höhe von 180 m . Foto: Wolfin

Er prägt das Stadtbild von Düsseldorf und ist eines seiner Wahrzeichen: Der direkt am Rheinufer stehende Rheinturm ist mit 240,5 Metern das höchste Bauwerk der Stadt. Das von 1978 bis 1982 Gebäude ist zum Einen Aussichtsturm und Restaurant darüber hinaus wird er als Träger von Antennen für Richtfunk, DVB-T-Fernsehen und UKW-Funkdienste genutzt. Eine Besonderheit ist die Lichtskulptur an der Seite des Turmschafts, die größte digitale Uhr der Welt. Jährlich besuchen etwa 300.000 Menschen den Rheinturm. Die meisten wegen der guten Aussicht, viele aber auch wegen des Erlebnisses, in luxuriösem Ambiente zu speisen und dabei – sofern man frei von Höhenangst ist. Über zwei Millionen Euro haben die neuen Inhaber in den über dreißig Jahre alten Retstaurantbereich investiert. Weg von den alten, schweren Teppichböden, in die Jahre gekommenen Möbeln oder Wänden mit Schaumstoffbeschichtung in Holzoptik. „Wir haben hier oben sehr strenge Brandschutzvorschriften. Deshalb ist das Verbauen von Holz nur sehr schwer möglich. Alles muss der Brandschutzklasse B1 entsprechen“, sagt Betriebsleiter Philipp Santen. Beim Bau im Turm muss des Weiteren darauf geachtet werden, dass die Lasten gleichmäßig verteilt werden, damit die Balance nicht in Schieflage gerät.

Abdichtung nach DIN 18195

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Im Küchenbereich wurde zusätzlichn eine Hygieneschicht auf Basis einer zweikomponentigen Epoxidharzbeschichtung verlegt. Foto: Nicole Zimmermann Fotodesign

Der Auftrag für die Abdichtung der rund 135 m² großen Restaurantküche sowie der Nassräume im neuen Restaurant „Qomo“ ging an Dachdeckermeister Marco Lempertz, Chef der Lempertz Bedachungen & Bauklempnerei, ebenfalls aus Düsseldorf. In der Küche des neuen „Qomo“ kommt es auf absolute Hygiene ebenso an wie auf Sicherheit. Entstehen im Laufe der Zeit Haarrisse in Fugen und Fliesen, können aggressive Reiniger, Nahrungsfette und -öle sowie Brauchwasser in den Bodenaufbau eindringen. Wie von einem Schwamm werden sie vom Estrich und, wenn der Bauwerksschutz fehlt, auch von der Tragkonstruktion aufgenommen. Bei der (bio-)chemischen Reaktion dieser Eindringlinge mit Mikroorganismen entsteht als Abbauprodukt Milchsäure. Die greift erst den Beton und später auch die Bewehrungseisen an. Und dann kann es zu statischen Problemen kommen. Darum gelten für die professionelle Abdichtung gewerblicher Küchen und anderer lebensmittelverarbeitender Betriebe hohe Anforderungen. Sie fallen unter den Teil 5 der DIN 18195 „Abdichtungen gegen nicht drückendes Wasser auf Deckenflächen und in Nassräumen“, deren Stoffteil (Teil 2) mittlerweile an die zu verwendenden harmonisierten europäischen Normen für Abdichtungsprodukte (DIN EN 13967) sowie an die nationalen Anwendungsnormen DIN V 20000-202 angepasst wurde.

Bitumen runter, hochpolymer drauf

Deshalb entschied sich der Bauherr für eine Küchenabdichtung auf höchstem Sicherheitsniveau: eine hochpolymeren Kunststoff-Dichtungsbahn (schwarz) in einer Dicke von 2 mm. Das hat gute Gründe: Die Abdichtung liefert alle Voraussetzungen für einen lückenlosen Bauwerksschutz, insbesondere durch die hohe chemische Beständigkeit der Bahn u.a. gegen Fette, Öle und selbst 85 %ige Milchsäuren. Die Bahn ist ferner durch ihre hohe Dehnfähigkeit setzungstolerant und rissüberbrückend sowie handwerklich einfach zu verarbeiten, gerade in Ecken und an Detailpunkten.

Marco Handwerk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.2019.

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Letzte Aktualisierung: 12.06.2019