Romantik trifft Know-how

Unterkellerung aus Bruchstein und ein historisches Gebälk mit Dachziegeln, die vor über hundert Jahren als die besten ihrer Zeit galten. So romantisch es auch klingt, für die Firma Merz hieß dies: Rekonstruktion des Tragwerks und Sanieren mit Doppelmuldenfalzziegeln, inklusive jeder Menge Dachschmuck.

Forsthaus DDM Merz Ludowici  (1)
Mission erfüllt: das verträumte Anwesen mit neuer Doppelmuldenfalzziegel-Deckung in Edelmaron und Schmuckelementen an Ort, Grat, First und Gaube – ganz nach historischem Vorbild. Fotos: Merz

Um 1900 von Freiherr Wilhelm von Kleydorff (1871–1914) gebaut, blickt das Schloss Hohenwehrda auf eine bewegte Geschichte zurück.

Auf den Spuren von Ludowicis Z1

Das Fachwerkhaus mit drei Geschossen und Unterkellerung ging 1935 in den Besitz der Forstverwaltung Hohenwehrda über und ist in der Gemeinde seither als „Forsthaus Hohenwehrda“ bekannt. Und genau dieses baulich, historische Zeitzeugnis sollte aufgrund maroder Stellen am Dach saniert werden. Das Forsthaus besaß noch die erste Dachdeckung mit glasierten Doppelmuldenziegeln des Ziegelwerks Ludowici Jockgrim (Z1). Das Erscheinungsbild zeichnete sich durch besondere Schmuckziegel im Ortgangbereich, an den Traufen, den Gauben und der Walmspitzen aus. Insgesamt war der Zustand des Daches stark sanierungsbedürftig, weshalb 2016 eine komplette Neueindeckung unter der Leitung von Victoria von Gaudecker Architektur ausgeschrieben wurde. Unter anderem nahm die Firma Merz GmbH aus Lautertal (Vogelsberg) an der Ausschreibung teil, da der Innungsbetrieb auf denkmalpflegerische Sanierungen spezialisiert ist. DDM Marc-André Merz: „Aufgrund unserer vorangegangenen Tätigkeiten in der Denkmalpflege wurden wir zu ersten Gesprächen mit der Architektin gebeten. Es kristallisierte sich schnell heraus, das wir aufgrund unserer Referenzen, aber auch aufgrund konstruktiver Vorschläge, was die Sanierung des Forsthauses anging, den Auftrag erhalten sollten.“ Zwei wesentliche Vorgaben sollte das Lauertaler Innungsunternehmen berücksichtigen: Zum einen die Auflagen seitens des Denkmalamts bezüglich der Auswahl der Ziegel und Musterziegel – hierzu gab es mehrere Termine für eine Bemusterung –, zum anderen wünschte sich der Eigentümer eine langlebige Dachdeckung, die ein hochwertiges Dach gewährleistet unter Berücksichtigung der optischen Qualität.

Arbeiten während Sommerpause

Erste Begehungen mit dem zuständigen Denkmalamt Bad Hersfeld folgten im August 2016. Mit den eigentlichen Ausführung sollte dann im Sommer 2017 während der Sommerferien wegen des Schulbetriebs der benachbarten Hermann-Lietz-Schule stattfinden. Erste Probeöffnungen hatten ergeben, dass neben der kompletten Dachdeckung auch Teilbereiche des Dachgebälks des Haupthauses sowie der Nebengebäude erneuert werden mussten. Merz: „Sämtliche Verwahrungen wie Kamineinfassungen und Gaubenanschlüsse waren defekt. Alle Kaminaufmauerungen der sehr großen Kamine waren in bedenklichem Zustand. Flugsparren und Traufschalungen waren marode. Abgerutschte Ziegel, gebrochene Lattungen, kaputte Formziegel an Walmspitzen und Orten. Dieses Schadensbild zeigte sich letztlich in allen Bereichen des Daches.“

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 19.2018.

Letzte Aktualisierung: 08.10.2018