Roto Fachpressetag 2019: Schwere Hypothek

Zum internationalen Fachpressetag 2019 lud Roto Mitte November ins Stammwerk nach Bad Mergentheim und zur Tauber Philharmonie nach Weikersheim ein.

Christoph Hugenberg
Christoph Hugenberg begrüßte die Gäste am Roto-Stammhaus in Bad Mergentheim. Foto: DDH

Christoph Hugenberg, Vorsitzender der Geschäftsführung der Roto Frank Dachsystem-Technology, begrüßte die Teilnehmer, die bei einem Rundgang den Prozess der Fertigung der Dachfenster und Beschlag-Produkte unter die Lupe nahmen. „Wir sehen uns als Profis und wir möchten, dass Profis unsere Produkte einbauen, dazu gehört die Beratung und der Einbau“, so Hugenberg.

Erstmalig präsentierte sich die Gruppe mit der Holding-Gesellschaft und den 3 eigenverantwortlichen Divisions-Unternehmen. Dr. Eckhard Keill, Alleinvorstand der Roto Frank Holding AG, gab einen Überblick über die Umsetzung der neuen Gruppenstruktur und die aktuellen Zahlen der Roto Gruppe. Fundament und Leitlinie ist die konsequente Kundenorientierung.

„Wir spüren den Fachkräftemangel bei den Dachdeckern. Auch die Handelskonflikte zwischen USA und China und das Brexit-Chaos belasten die Märkte“, so Keill. Dennoch steht per 30. September ein um knapp 1% gestiegener Gesamtumsatz von 509.4 Millionen Euro zu Buche. Keill formulierte eine gute und eine schlechte Prognose-Nachricht: „Einige geopolitische Krisen werden 2020 aufgrund besserer Einsicht oder dem Druck der Umstände bereinigt. Dennoch kommt es infolge der zahlreichen Krisenherde global zu einem Konjunktureinbruch“. Mit einer differenzierten Kundennutzen-Strategie und schnelleren Prozessen möchte sich Roto diesem Trend entgegensetzen.

Aktuelle Entwicklung weiterhin auf Wachstumskurs

„Da wir von den Märkten keinen Rückenwind erhalten, müssen wir für ihn schon selbst sorgen. Das gelingt uns auch 2019 per saldo gut.“ So fasste Christoph Hugenberg die aktuelle Entwicklung der Division Dachsystem-Technologie (DST) zusammen. So schlage sich das in einem „moderaten Umsatzanstieg“ gegenüber dem Vorjahr nieder. Um auch künftig auf Wachstumskurs zu bleiben, komme es in erster Linie auf „zufriedene und im besten Fall begeisterte Kunden“ an. An dieser Maxime orientiere sich das Unternehmen mit seinen rund 1.200 Mitarbeitern. Die Basis dafür seien permanente Investitionen in Produkte, Dienstleistungen, Digitalisierung, Modernisierung sowie schnelle, schlanke und effiziente Prozesse.

Der Blick auf die Zahlen bei Dachfenstern zeige indes ein „eher ernüchterndes Bild“. Danach gingen sie in Europa von 2012 bis 2018 kräftig zurück. Das beruhe auf der Flachdach-Dominanz im Neubau, während Dachfenster überwiegend in der Renovierung eingesetzt würden. Deutschland sei hier zwar immer noch die Nummer 1, habe jedoch zugunsten von Frankreich an Terrain verloren.

Fast nur Licht

In diesem insgesamt schwierigen Marktumfeld konnte Roto DST laut Hugenberg eine „erfreuliche Firmenkonjunktur“ verzeichnen. Im Einzelnen meldete er per Ende September 2019 für Deutschland und damit für den nach wie vor mit Abstand wichtigsten Markt ein „gutes einstelliges Umsatzplus“, das u. a. einem „optimierten Produktmix“ zu verdanken sei. Der Jahresverlauf war nach seinen Worten durch ein starkes erstes Quartal, zwei schwache Monate (Mai und Juni) und ein wieder erfolgreiches drittes Quartal geprägt.

In Westeuropa liege man auf Vorjahresniveau. Das sei in positiver Hinsicht deshalb besonders bemerkenswert, weil „wir uns aus Großbritannien zurückgezogen haben“. Diese mit einem bewussten Umsatzverzicht verbundene Entscheidung war, wie es hieß, nicht durch den Brexit, sondern durch den aggressiven Online-Vertrieb und die daraus resultierende Abkehr vom professionellen Fenstereinbau motiviert.

Erheblich mehr Freude machte dem DST-Chef das Osteuropa-Geschäft. Hier stehe – wie schon 2018 – ein „kräftiges Umsatzplus“ zu Buche. Mit dem einstelligen Wachstum in Südeuropa zeigte sich der Produzent deshalb sehr zufrieden, weil er sich damit vom negativen Markttrend in Österreich und der Schweiz abkoppeln konnte. Im klassischen Exportgeschäft schließlich sei die gute Entwicklung in der Ukraine, Kroatien und anderen östlichen Ländern hervorzuheben. Hugenberg: „Nun gilt es, das Erreichte im 4. Quartal zu stabilisieren und vielleicht sogar noch weiter zu verbessern.“

Generell sei es vorrangig, die richtigen Lösungen für die „herausfordernden Marktbedingungen“ zu finden. Dazu gehörten Personalmangel und -qualifikation (Handwerkerkapazitäten), der Preisdruck durch erhöhte Transparenz (Margensicherung), neue Technologien (Smart Home), steigende Erwartungen an Produkte und Services (z. B. Vorkonfektionierung, Energieeffizienz, Logistik) und nicht zuletzt veränderte Vertriebskanäle (Onlineshops etc.). Es entspreche der Roto-Strategie, die nötigen Konzepte stets im Sinne der Dach-Profis bei Handwerk und Handel zu entwickeln und zu realisieren. Kurz: „Voller Fokus auf den Kundennutzen“.

Stephan Hettwer, Direktor Kunden und Märkte lieferte Informationen zur neuen Leistungsklasse, Dr. Christian Faden informierte, wie Dachdecker Ersatzteile online ermitteln und bestellen können.

Highlight war am zweiten Tag eine Podiumsdiskussion, bei der die Teilnehmer Marc Bonjour, Hanspeter Gasser,Andreas Hartleif, Dr. Heinz Scharl und Dr. Eckhard Keill unter der Moderation von Frank Linnig das Thema „Fenster: Aussichtsloser Kampf gegen das Low Interest-Image?“ erörterten.


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Letzte Aktualisierung: 13.11.2019