Sanierung Schloss Lieser: Dachdecker auf Zeitreise

2500 m2 Schieferdeckung, 300 m Wangen-, Haupt-, und Sattelkehlen – das Ganze vor eindrucksvoller, imposanter Kulisse. Die Sanierung der Steildachflächen von Schloss Lieser war für das Team der Fischer & Welker GmbH alles andere als gewöhnlich. Und auch am Boden war einiges zu erledigen: rund 850 m2 wurzelfeste Polymerbitumen-Abdichtung für Terassen- und Parkhausflächen.

Schloss Lieser_Aufmacher
Prunkvoll präsentiert sich Schloss Lieser inmitten der Weinhänge direkt an der Mosel. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ist das Anwesen heute ein 5-Sterne-Luxushotel. Fotos: Fischer&Welker GmbH

Schloss Lieser war zunächst der Familiensitz des Industriellen Eduard Puricelli und wurde von diesem an seine Tochter Maria, Ehefrau des Beamten Clemens Freiherr von Schorlemer-Lieser, vererbt und war bis in die 1980er-Jahre im Besitz der Familie Schorlemer/Puricelli. Im Jahr 1981 wurde das Gebäude unter Denkmalschutz gestellt und ging 2007 in den Besitz eines holländischen Investors über.

Seit diesem Zeitpunkt wurde das Schloss unter Berücksichtigung aller Auflagen des Denkmalschutzes und mit einem enormen Budget zu einem 5-Sterne-Wellnesshotel umgebaut und erstrahlt heute in neuem, alten Glanz.

Das Jahrhundertwerk professioneller Leyendecker

Das Erdgeschoss wurde in rötlichem Sandstein erbaut, die darüber liegenden Stockwerke mit regionaltypischem Schieferstein gemauert. Auch das Dach hat eine Schiefereindeckung, dessen Material aus Cauber-Schiefer aus den Gruben der Dachschieferbergwerk Wilhelm Erbstollen-Zeche Cauber stammt. Und mag es der Leser auch kaum glauben: Der am Dach befindliche Cauber-Schiefer war der Schiefer, den die damaligen Leyendecker 1884 bis 1887 mühevoll behauen, an Ort und Stelle gebracht und dann mit dem Baukörper verbunden hatten.

Und genau dieses historische Zeitzeugnis, immerhin mittlerweile über 130 Jahre alt, zeigte wie auch Teile der Fassaden, Fenster und Säulenbauten, erste Schwachstellen.

Regionale Baustoffe und ortsnahe Handwerker

Ein beauftragter Gutachter stellte fest, dass eine grundlegende Sanierung der historischen Schieferdachflächen unausweichlich war. Da für den Schlossbesitzer neben der Wahrung des Bestandsbilds insbesondere auch die Verwendung regionaler Baustoffe im Vordergrund stand, wandte sich selbiger an einen Schieferhersteller aus dem nahegelegenen Bundenbach im Hunsrück. Gemeinsam mit dem Gutachter wurde für die Ausführung der Schieferarbeiten und der Abdichtungsarbeiten an Terrassen- und Flachdachflächen – immerhin rund 800 m2 – die Firma Fischer & Welker GmbH aus Waldböckelheim betraut.

Umfassendes Sanierungskonzept

Dachdeckermeister Stefan Fischer: „Als wir im Sommer 2012 von dem holländischen Investor und dem ihn unterstützenden Gutachter Manfred Zorn wegen der Sanierung des circa 2.500 m2 großen Steildaches kontaktiert wurden, war uns noch nicht bewusst, in welch detailliertem Umfang Schiefer-, Klempner-, und auch Abdichtungsarbeiten auf uns zukommen würden.“

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 10.2020.

Letzte Aktualisierung: 22.06.2020