Sanierungspreis 18: Leuchtturmprojekt Palaishaus

Bei der denkmalgerechten Sanierung vom geschichtsträchtigen Palaishaus der Stadthöfe Hamburg bewies das Bade-Team Dachdeckerhandwerk par excellence. Schieferdeckung und Klempnertechnik vom Feinsten reichen sich bei diesem Leuchtturmprojekt die Hand.

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Die Vogelperspektive lässt die wunderbare Kubatur des gelungenen Eckturms gut erkennen.

Erbaut 1814, imposant erweitert ab 1888, nach fast völliger Zerstörung durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg vereinfacht wieder aufgebaut – das Palaishaus in Hamburg blickt auf eine ereignisreiche, bauliche Geschichte zurück.

Das auffällige Eckgebäude mit dem markanten runden Eckturm entstand zwischen 1888 und 1892 als Erweiterungsbau für das Stadthaus und war Sitz der Stadtverwaltung und der Polizei.

Die Nutzung des Gebäudes als Gestapo-Hauptquartier in der Zeit des Nationalsozialismus ist als dunkle Seite in die Geschichte des Gebäudes eingegangen.

Nach dem Wiederaufbau bezog zunächst die Hamburger Baubehörde den, aus mehreren Gebäuden bestehenden Komplex und bis Sommer 2013 hatte zuletzt die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hier ihren Sitz. Mit der Übernahme durch einen Investor wurde das Ensemble durch ein Immobilienunternehmen entwickelt, das umfassende Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen vornehmen sollte, immer mit Blick auf die Wahrung des Bestands. Unter anderem sollte der im Krieg zerstörte markante Eckturm wieder neu aufgebaut werden. Der Umnutzungswunsch des Investors: ein Quartier mit einem Nutzungsmix aus Wohnen, Büro, Einzelhandel, Gastronomie, Hotel und Ausstellungsfläche.

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Kupferlaibungen, eigens konstruierte Fensterbänke, hinterlüftete rollnahtgeschweißte Gaubenabdichtung auf nichtbrennbarer Unterkonstruktion, umrahmt von Spitzwinkelschablonen – für das aufgestockte Geschoss wurden spezielle Gauben entworfen. Fotos: Bade Dächer

Gegenüber dem Ursprungsgebäude und zur Vergrößerung der Nutzungsfläche erhielt das Gebäude ein zusätzliches Geschoss, sodass die neuen Dachgauben über zwei Etagen reichen. Aber auch der Vergangenheit des Gebäudes sollte Rechnung getragen werden: Eine Gedenkstätte im Gebäude erinnert an die schrecklichen Gräueltaten des NS-Regimes.

Palaishaus: mit Kupfer und Spitzwinkel

Die Ausführung der umfangreichen Dacharbeiten am Palaishaus erfolgte durch das beauftragte Unternehmen Bade Dächer in der Zeit von Sommer 2016 bis Frühjahr 2017.

Der Innungsbetrieb aus Bad Bevensen war verantwortlich für die Eindeckung der Schrägdachflächen mit einer Schiefereindeckung in Spitzwinkelschablonen, die Klempnerarbeiten an den Dachgauben, der Fassade und auf den Flachdachflächen sowie für die Rekonstruktion des runden Eckturms.

Hermann Bade, Geschäftsführer der Bade Dächer GmbH: „Den ersten Kontakt mit dem Objekt hatte ich Mitte 2014 als Sachverständiger zur Unterstützung bei der Konzepterarbeitung für die Rekonstruktion des Eckturms. Danach wurden wir vom Generalunternehmer beauftragt, eine Mustergaube in Originalgröße einzudecken. Wir beteiligten uns an der getrennten Ausschreibung für die Dachdecker- und Klempnerarbeiten am Palaishaus. Schlussendlich kam es zur Auftragserteilung der Gesamtleistung durch unser stimmiges Konzept in puncto Technik und Abwicklung.“

Turmteile verschmelzen zum großen Ganzen

Nach einer langen Planungs- und Konzeptionsphase während der Ausführung der Hauptdachflächen konnten die Dacharbeiten am Turm im November 2016 aufgenommen werden. Das Bade-Team startete mit dem Holzbau der unteren Kuppel sowie mit Klempner- und Schieferarbeiten an der unteren Kuppel. Die untere Kuppel mit den runden Dachgauben, den Rippen, einem unteren Gesimskranz und der oberen Plattform sowie der Deckung mit Spitzwinkelschablonen wurde auf einer vorhandenen Betonunterkonstruktion aufgebaut.

Michael Zenk

„Das Projekt war von Beginn an prädestiniert für die Bewerbung zum Sanierungspreis.“

Hermann Bade

Hermann Bade gewinnt den Sanierungspreis 18
Hermann Bade gewinnt den Sanierungspreis 18

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 08. 2019.

Ihre Bewerbung auf sanierungspreis.de .

Letzte Aktualisierung: 18.04.2019