Gully richtig fixieren

Schiefe Gullys, krumme Lüfter – ein häufig anzutreffendes Bild bei der Begehung von Flachdächern. Das Problem: die fehlende oder falsche Befestigung des Einbauteils mit dem Baukörper. Wir erläutern kurz und knapp die fachgerechten Montage.

Flachdach-Praxistipps Teil3: Gullyfixierung
Fixierung des Gullys mit Tellerbefestigern Fotos: Sita

Dachaufbauten werden immer komplexer und Wärmedämmschichten immer höher. Jeder Dachaufbau unterliegt heute Scherkräften, also latenten Bewegungen, die auch auf die integrierten Bauteile wirken. Damit der Gullyaufbau durch die Bewegungen der verschiedenen Aufbaulagen nicht auseinandergezogen wird, sollte er mechanisch fixiert werden.

Erstens: Profil zeigen

Für jeden Gully ist eine Öffnung laut Herstellerangabe vorzusehen, die bei Holz- oder Betondächern profiliert ausgeführt werden soll. Nur so kann der Flansch des Gullys bzw. Aufstockelements plan in der Dampfsperr- bzw. Abdichtungsebene eingelassen und eine flächenbündige Auflage des Bauteils sichergestellt werden. Bei Stahltrapezblechdächern ist ein Verstärkungsblech erforderlich.

Flachdach-Praxistipps Teil3 Dämmkörper_preview
Einsatz des vor- profilierten Dämmkörpers für das Aufstockelement.

Zweitens: Position sichern

Sitzt der Gully mit seiner Anschlussmanschette (im Bild aus Bitumen) gerade und unverkantet in der Durchdringung, wird er mechanisch mit drei Tellerbefestigern verschraubt. Diese drei Befestiger werden in gleichmäßigen Abständen wie ein gleichseitiges Dreieck platziert und mit einer geeigneten Befestigung im Untergrund fixiert. Wichtig ist, dass die Teller den Gullyflansch mindestens 10 mm überdecken – ihn richtig festklemmen. Dies gilt später auch für den Flansch des Anstauelements.

Drittens: Lückenlos exakt arbeiten

Im nächsten Arbeitsschritt wird die Wärmedämmung verlegt und das Aufstockelement passend zur Höhe des Dämmaufbaus eingepasst. Eine große Hilfe beim Einbau bieten vorprofilierte Dämmkörper. Sie ersparen das mühselige Ausschneiden der runden, profilierten Durchdringung, sorgen für einen verkantungsfreien Sitz und verkürzen die Einbauzeit. Millimetergenau für die Aufnahme des Aufstockelements vorbereitet, vermeiden Dämmkörper zudem Wärmebrücken zur Vermeidung von Tauwasserbildung.

Viertens: Alles fix und fertig

Flachdach-Praxistipps Teil3 Verschweißen_preview
Verschweißung der bituminösen Dampfsperre.

Ist das Aufstockelement eingesetzt, wird es fixiert. Bei einer Anschlussmanschette ohne Vlieskaschierung können die Befestiger direkt auf dem Flansch unter der Manschette verschraubt werden. Damit die Teller für das Aufstockelement nicht mit den Tellern der unteren Gullybefestigung „kollidieren“, wird die Dreiecksanordnung dieses Mal umgedreht. Um eine fachgerechte Befestigung zu gewährleisten, sollten die Teller auch hier den Flansch des Aufstockelements circa 10 mm überdecken. Die Verlegung der Abdichtungsbahn und die Montage des Kiesfangs oder Anstauelements komplettieren den fachgerechten Aufbau

Häufige Fehler

Bei Stahltrapezprofil-Unterkonstruktionen ein Verstärkungsblech vorsehen! Es trägt dazu bei, die Durchdringung auszusteifen.

Rückstausicherung, also Dichtringe nicht vergessen! Nur so ist eine rückstausichere Verbindung bei einem zweiteiligem Aufbau, also der Verbindung von Gully und Aufstockelement, zu realisieren.

Wärmebrücken vermeiden! Funktioniert nur mit einer exakten Profilierung der Durchdringung des Wärmedämmaufbaus. Vorprofilierte Wärmedämmköper können den passgenauen Einbau erleichtern

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Rainer Pieper

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