Schiefer-Sanierung Probstei: Schwärmer in Altdeutsch

Die Probstei in Hirzenach gehört zu den schönsten Pfarrhäusern am Mittelrhein. Nicht mehr schön anzusehen war dagegen die marode Schieferdeckung und das darunterliegende, teils 300 Jahre alte, Gebälk. Die Firma Punstein verhalf dem denkmalgeschützte Gebäude zu neuem Glanz - mit einer Schieferdeckung in Altdeutsch - Schwärmer und Einfäller inklusive.

Schiefer Probstei Hirzenach Punstein Aufmacher
Dee Probstei in Hirzenach trohnt mit barocker Würde am Ufer des Rheins. Zwischen 2018 und 2019 wurde die historische Fassade und das schiefergedeckte Dach nebst Dachstuhl komplett restauriert. Fotos: DDH und Alwin Punstein

Das stattliche Barockgebäude der Propstei aus dem Jahre 1716 befindet sich oberhalb des historischen Pfarrgartens und unterhalb der Pfarrkirche aus dem Jahre 1109 und bildet somit ein unverwechselbares Ensemble in Hirzenach.

Die ehemalige Propsteikirche ist heute Pfarrkirche des Ortes, das repräsentative Wohnhaus der Pröpste wird als Pfarrhaus genutzt. Gemeinsam mit der früheren Pfarrkirche, die heute ein Wohnhaus ist, stehen die erhaltenen Propsteigebäude seit 1992 als Denkmalzone unter Denkmalschutz.

Einfäller Punstein Schiefer Hirzenach

Marode Deckung und Mängel im Dachtragwerk

Das Gebäude besteht aus einem nahezu fensterlosen Sockelgeschoss mit 2 rundbogigen Portalen, dass in seiner Grundstruktur älter ist als das Gebäude selbst. 2 Obergeschosse mit regelmäßig angeordneten Rechteckfenstern, großem Mansarddach mit mittig angeordneten Uhrengiebeln, Krüppelwalm sowie zahlreichen Dachgauben prägen einschließlich des Glockentürmchens über dem rheinseitigen Giebel das Gesamtbild. Nach statischen Untersuchungen des 300 Jahre alten Dachstuhles wurden erhebliche Mängel am Gebälk des Tragwerks und der Dachschalung festgestellt, sodass akuter Sanierungsbedarf bestand. Ursachen waren unter anderem Verformungen, Undichtigkeiten durch die defekte Dacheindeckung, Holzfäule und Schädlingsbefall. Die Neueindeckung mit Naturschiefer erforderte außerdem durch den großen Sparrenabstand und der vorhandenen dünnen Dachschalung eine Überschalung bzw. eine Auswechselung gegen eine stärkere Schalung. Die Erneuerung der Schieferdeckung erfolgte in Altdeutscher Deckart.


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Hier war durch die unterschiedlichen Dachneigungen und vielfältigenAnschlüsse besonderes fachhandwerkliches Können angesagt. Parallel zu den Dacharbeiten wurde auch eine Blitzschutzanlage installiert. Sanierputz im Sockelbereich, ein neuer Fassadenanstrich mit Mineralfarben und die Sanierung der Holzklappläden und Fenstergewände rundeten die Gesamtmaßnahme ab.

Deckung der Dachdetails

Bei den Details der Walmdachflächen handelt es sich um rechte und linke Hauptkehlen, vom Wasserstein aus gedeckt, sowie rechte und linke ausgehend bzw. eingehend gedeckte Wangenkehlen, an den Gauben. Die Sattelkehlen wurden vom Einfäller aus gedeckt und mit Schwärmer bzw. zwanglosem Kehlübergang eingebunden. Die Kehlen der Spitzgauben sind jeweils komplett mit Kehlsteinen gedeckt und mit gleicher Methode wie die Sattelkehlen in die Fläche eingebunden. Die Endorte der Grate deckten die Dachdecker in den Hauptflächen als Doppelendort, an den anliegenden Walmdachflächen als Staffelort. Die Anfangortegebinde deckte das Team mit je einem Stichstein und ein bis mehreren Zwischensteinen. Dabei wurde auf den Abstand zwischen den ersten Decksteinrücken und der Ortkante geachtet, um eine einwandfreie Befestigung des Stichsteins zu gewährleisten.

Alwin Punstein und Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 19.2019

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Letzte Aktualisierung: 27.09.2019