Schraube oder Nagel?

Aufdachdämmungen werden vielfach aus Gewohnheit mit Schrauben befestigt. Doch das Befestigen mit magazinierten Nägeln kann für den Dachdecker eine kosten- und zeitsparende Alternative sein. Wie dies nach dem Stand der Technik ausgeführt wird, beschreibt der Beitrag anschaulich.

Technik_Statik Schraube oder Nagel
Eine Aufdachdämmung bietet viele Vorteile als durchgehende und unterbrechungsfreie Wärmedämmung oberhalb des Sparren. Zur Sicherung gegen Schub und Zug kommen zumeist Schrauben zum Einsatz. Dies muss nicht in jedem Fall sein. Foto: Steico/Holzbau Karl Mayr

Als energetische Optimierung zu einer bereits vorhandenen Zwischensparrendämmung oder als durchgehende und unterbrechungsfreie Wärmedämmung beim Neubau oder einer kompletten Dachsanierung finden Aufsparrendämmungen Anwendung. Ist dieDachkonstruktion sichtbar zu halten und in das innenarchitektonische Konzept zu integrieren, ist eine Wärmedämmung oberhalb der Sparren ohnehin alternativlos. Eine Aufdachdämmung bietet daher viele Vorteile, gleichwohl ist die Bemessung der Befestigungsmittel wegen der Vielzahl von zu berücksichtigenden normativen Gegebenheiten sehr komplex. Und wer will schon riskieren, dass die neu gedämmte Dachhaut dem nächsten Herbststurm nicht standhält?

Nagelbefestigung Alternative bis 60 mm Dämmstoffdicke

Bei der Wahl des Befestigungsmittels wird sehr häufig unweigerlich zur Schraube gegriffen. Aber ist das immer erforderlich? Neben den deutlich höheren Kosten pro Befestigungsmittel ist auch der zeitliche Aufwand bei einer Verschraubung der Dachfläche erheblich größer als bei einer Befestigung mit magazinierten Nägeln. Die Befestigung mit Schrauben ist bei einer ausschließlichen Aufdachdämmung aufgrund der dort erforderlichen Dämmstoffdicken alternativlos. Hier liefern die Bemessungsprogramme der Befestigungsmittelhersteller entsprechende Ergebnisse. Bei einer zusätzlichen Aufdachdämmung mit einer 60 mm
dicken Holzfaser-Dämmstoffplatte und einem üblichen Aufbau mit einer Konter- und Traglatte in 4 × 6 cm sind magazinierte Nägel in der Dimension 4,6 × 160 mm zulässig. Die Hersteller von Holzfaser-Dämmstoffplatten bieten mittlerweile Platten an, die sowohl als wasserabweisende Unterdeckplatte als auch als zusätzliche Wärmedämmung eingesetzt werden können. Alternativ ist ein zweilagiger Aufbau möglich. In der Planungsphase können mit einem Bemessungsprogramm, in dem bereits die gängigen Dämmstoffplatten der führenden Anbieter integriert sind, vergleichende Berechnungen mit Nägeln und Schrauben durchführt werden. Bei einer 60 mm dicken zusätzlichen Aufdachdämmung ist die alternative Bemessung mit Nägeln zu empfehlen.

Befestigung – einige Grundlagen

Grundsätzlich werden Holzfaser-Dämmstoffplatten schub- und sogfest befestigt. Schubnägel werden dabei in einem Winkel von 70° zum Sparren eingebracht, Sognägel mit 90°. Einige Hersteller bieten magazinierte Nägel als kunststoffgebundene Systeme an. Geeignete pneumatische Streifennagler verarbeiten je nach Modell Nägel mit Längen bis zu 220 mm. Ist eine schub- und sogfeste Verschraubung notwendig, so greift der Dachdeckerunternehmer beispielsweise auf Teilgewindeschrauben mit Tellerkopf zurück. Diese sogenannten TK-Schrauben werden mit bis zu 400 mm Länge angeboten.


Jörg Ahrens

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 10.2018.


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Letzte Aktualisierung: 18.05.2018