Schutzmaßnahmen im Umgang mit Blei

Ein sicherer und gewissenhafter Umgang mit Blei ist bei Verarbeitern wie Herstellern eigentlich selbstverständlich. Seit das Metall auf der REACH-Kandidatenliste für besonders besorgniserregende Stoffe steht, hat sich aber eine Unsicherheit entwickelt, was diese Einstufung für die Anwendung und Verarbeitung bedeutet.

Blei Schutzmaßnahmen
Details der neuen Bleideckung am Granusturm in Aachen: aufwendig restaurierte und erneuerte Adlerwappen und Lilien. Foto: Rainer Schüpphaus

Seit dem 27.06.2018 müssen die Hersteller von Bleiprodukten ihre geschäftlichen Kunden entlang der Wertschöpfungskette proaktiv, schriftlich und kostenlos über den sicheren Umgang mit Blei informieren. Betroffen sind alle Erzeugnisse, in denen mehr als 0,1 Gewichtsprozent Blei enthalten sind. Bezüglich der Anwendung, Verarbeitung oder Lagerung gibt es keine Änderungen. Bei Endkunden entfällt die proaktive Informationspflicht.

Eigentlich Usus

„Die neue Informationspflicht macht zur Regel, was bei Bleiherstellern schon lange gängige Praxis ist. Die Aufnahme von Blei in die REACH-Kandidatenliste zieht keine Einschränkungen für die Verwendung unserer Produkte nach sich. Eine Kennzeichnungspflicht unserer Artikel besteht ebenfalls nicht“, sagt Christoph Kissenbeck, technischer Geschäftsführer des Bleiherstellers.

Mit dem Werkstoff verhält es sich wie mit zahlreichen anderen Substanzen und Prozessen in der industriellen Fertigung: Wer allgemeine Hygieneregeln und Arbeitsplatzvorschriften einhält, senkt die Gefahr von Arbeitsunfällen sowie gesundheitlichen Risiken und deren möglichen Folgen. „Einige Regeln erleichtern zudem die Verarbeitung des Werkstoffs und steigern die Arbeitseffizienz. Sie sind einfach in den Betriebsalltag zu integrieren“, so Kissenbeck.


Baustoffe für Dach und Wand

Das Standardwerk behandelt Herkunft, Herstellung, Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der verschiedenen Werkstoffe. Insbesondere im Bereich der Aus- und Weiterbildung ist der Titel ein unentbehrliches Hilfsmittel und entspricht dem aktuellen Rahmenlehrplan des Dachdeckerhandwerks.

Sicherheit für jeden

Das Ziel der geänderten Informationspflicht besteht darin, allen Menschen, die regelmäßig mit Blei arbeiten, eine sichere Verwendung zu ermöglichen. Wie das zu geschehen hat, regelt REACH, die europäische Chemikalienverordnung. Sie steht für die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Die Verordnung ist seit 2007 in Kraft. Sie zielt darauf ab, Informationen über chemische Stoffe zu sammeln, Verwendungsrisiken zu bewerten und ein System zur Risikokontrolle zu schaffen. Wer Bleierzeugnisse aus der EU bezieht, wird automatisch mit den nötigen Informationen versorgt. Bei Lieferanten von außerhalb der EU werden die erforderlichen Informationen nicht zwangsläufig mitgeliefert. Davon abgesehen bleiben alle bisher richtigen und notwendigen Schutzmaßnahmen im Umgang mit bleihaltigen Materialien weiterhin gültig.

Arbeitsschutz verhindert Bleiaufnahme

Alle Schutzmaßnahmen zielen darauf ab, eine Aufnahme von Blei in den Körper zu verhindern. Das Metall gelangt vor allem entweder per Inhalation von Dämpfen, Stäuben oder Rauchen über die Lunge ins Blut oder über den Magen-Darm-Trakt, wenn die Vorschriften der allgemeinen Arbeitshygiene nicht eingehalten werden. Obwohl Bleimetall bereits 2006 als krebserregend und seit 2018 als reprotoxisch, das heißt fortpflanzungsgefährdend, eingestuft wurde, haben arbeitsmedizinische Untersuchungen wiederholt bestätigt, dass der berufliche Einsatz von Walzblei gesundheitlich unbedenklich ist, wenn einfache Hygiene- und Verarbeitungsregeln eingehalten werden (siehe Kasten). Blei ist in zahlreichen Produkten enthalten und schützt uns in vielen Lebensbereichen.

Den gesamten Artikel lesen Sie in DDH 16/19

Jürgen Seifert

Letzte Aktualisierung: 30.08.2019