Schwärmen erlaubt

Als DDM Joachim Hartmann die Anfrage erhielt, das Dach eines Architektenhauses am Waldrand des Bückebergs abzudichten und zu begrünen, stellte er sich zunächst ein neues Zuhause für Familien in exklusiver Lage vor. Doch dann kam die Überraschung: Hier sollen bald zehn Bienenschwärme einziehen.

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Ansicht West mit den handbeschnitzten Stelen.

Anna-Lisa Giehl ist Imkermeisterin im niedersächsischen Landkreis Schaumburg. Sie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht: Gemeinsam mit Ehemann Max Giehl betreibt sie die Schaumburger Waldimkerei, die das Paar im alten Forsthaus in Reinsdorf aufgebaut hat. Hier ist die Lage für die Bienenhaltung ideal – am Südhang des Bückebergs, einem Ausläufer des Weserberglands, befinden sich geschützte Waldränder. Direkt vor der Haustür bietet das Auental mit seiner land- und forstwirtschaftlich geprägten Struktur eine vielfältige Bienenweide. Hier lassen sich Leben und Arbeit im Einklang mit der Natur perfekt verwirklichen. Durch eine ökologische und naturnahe Bienenhaltung wollen die Giehls beste Voraussetzungen für ihre Bienen schaffen. Die selbst gebauten Bienenkästen aus Hölzern der Region werden an sorgfältig ausgewählten Standorten in der Umgebung platziert. Aus der langjährigen Erfahrung und dem Einfühlungsvermögen des Imkerpaares in die Bedürfnisse der Bienen entstand auch der Plan, ein Bienenhaus zu bauen. Hier soll die sonst so verborgene Welt der Bienen interessierten ­ Besuchern zugänglich gemacht werden.

Ein Haus für die Bienen

Mit Unterstützung des Architekten Tobias Stolze planten Anna-Lisa und Max Giehl ihr Traumhaus für die Bienen. Auf dem Gelände des alten Forsthauses wurde ein geeigneter Platz gefunden, um das eigens entworfene Gebäude in bienengerechter Holzbauweise zu errichten. Am Südosthang, oberhalb einer jungen Streuobstwiese mit freiem Blick bzw. Flug in die schöne Schaumburger Landschaft, wurde ein kleiner Hügel angeschüttet.

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Detail Traufe: Das Hartmann-Team nutzte verzinkte Rinneisenhalter, um die Schubschwellen-Rundhölzer aufzunehmen, welche den gesamten Gründachaufbau der 30° geneigten Fläche gegen Abrutschen sichern.

Dieser wird später mit Rosensträuchern bepflanzt und im unteren Bereich mit einer Sandsteinmauer eingefasst. Durch die Kombination aus ruhiger Hanglage, Ausrichtung und passendem Vegetationsumfeld des Bauplatzes wird eine ganzjährige Versorgung der Bienen in einem warmen und windgeschützten Kleinklima gewährleistet. Ein weiterer Wunsch an den Planer war der Bezug zum denkmalgeschützten, ehemaligen Forsthaus, in dem der Wirtschaftsbetrieb der Waldimkerei untergebracht ist. Gleichzeitig sollte das Bienenhaus aber auch ganz für sich wirken können.

Kirsten Ohlendorf

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 11/2016.

Letzte Aktualisierung: 15.06.2016