Für ein sinnvolles Kräfteverhältnis

Beim Bauen im Bestand ist der Dachdecker meist Planer und Ausführender in einer Person. Das ­bedeutet: am Anfang schon das Ende im Blick haben. Dazu gehört auch ein umfangreiches gewerke­übergreifendes Grundwissen. Im ersten Teil der Serie gibt der Autor praxisnahe Tipps rund um das Thema Wärme- und Feuchteschutz und beleuchtet zugleich kritische Konstruktionen.

Kräfteverhältnis Feuchte Zimmermann
Kein seltenes Bild in der Praxis: Die Vollschalung unter der Deckung hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Die geplante Hinterlüftung hat versagt und Bau,- Nutz- und Holzfeuchte konnten nicht entweichen. In puncto Bauqualität sollten immer die nötige Zeit und die dafür erforderlichen Kosten im Fokus stehen. Foto: Zimmermann

Bei einer Dachsanierung sind die Anforderungen nach dem Pflichtenheft der EnEV einzuhalten. Für Steildächer, die vor dem 31.12.1983 hergestellt ­wurden, gilt der maximale U-Wert 0,24 W/(m²∙K ).­
Die Mindestanforderung ist, die verfügbare Höhe der Sparren voll auszudämmen. Innovative Dämmlösungen werden unter anderem auch von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gefördert. Ist der gesamte Wärmedurchgangskoeffizient nach der Sanierung nicht höher als 0,14 W/(m² ∙ K ), bekommt der Bauherr sehr attraktive Subventionen für die gesamte Sanierungsmaßnahme. Aktiver Umweltschutz wird also gefördert.

Viel hilft viel?

Welche Dämmstoffdicke wird für welchen U-Wert benötigt? Schauen wir uns hierfür die U-Wert-Abschätzung der äquivalenten Dämmstoffdicken nach dem Prinzip der „Bierdeckelberechnung“ an: Man nehme die Wärmeleitzahl des Wärmedämmstoffs und teile dies durch den gewünschten U-Wert, zum Beispiel:

- gewünschter U-Wert 0,14/Dämmstoff mit λ= 0,035 W/(m∙K):

- 0,035/0,14 = 25 cm Dämmstoffdicke

Info: Diese Faustformel dient dazu, den Zusammenhang zwischen dem U-Wert und der Dicke der Dämmung abzuschätzen. Nicht berücksichtigt werden dabei die Wärmeübergangswiderstände, sonst noch vorhandene Bauteilschichten sowie ein möglicher Holzanteil und sie ersetzt nicht eine dezidierte U-Wert-Berechnung.

Den U-Wert von 0,24 W/(m²∙K) auf 0,14 W/(m²∙K) zu verringern, bedeutet eine Reduktion von circa 42 %. Der Energieverbrauch wird deshalb aber nicht gleichermaßen um 42 % reduziert. Je besser die Dämmleistung, also der U-Wert eines Bauteils, desto geringer wirkt sich die Verbesserung dieses ohnehin schon guten U-Werts auf den Energieverbrauch aus.

Dachdurchdringungen
Bei der Verlegung geschlaufter Dampfbremsen ist oft mehr chirurgisches Geschick als das eigentliche Handwerk gefragt. Je mehr Anschlüsse und Durchdringungen, desto größer das Fehlerpotenzial. Foto: Sachverständigenbüro Harald Handwerk

Info: Diese Faustformel dient dazu, den Zusammenhang zwischen dem U-Wert und der Dicke der Dämmung abzuschätzen. Nicht berücksichtigt werden dabei die Wärmeübergangswiderstände, sonst noch vorhandene Bauteilschichten sowie ein möglicher Holzanteil und sie ersetzt nicht eine dezidierte U-Wert-Berechnung.

Michael Zimmermann

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 14.2016

Letzte Aktualisierung: 14.07.2016