Serie Schadensdiagnostik: Reden ist Silber, Schreiben ist Gold

Im letzten Teil der Serie Schadensdiagnostik erläutert der Autor, wie man sich auf den eigentlichen Untersuchungstermin vorbereitet. Wichtig: Neben dem Funktionscheck der einzusetzenden Technik muss die Zielstellung genau definiert sein. Und im Abschlussbericht, der elementaren Säule, darf kein Platz für Interpretation sein.

Serie Schadensdiagnostik DDM Zimmermann Teil 8
Die Schadensdiagnostik besteht aus mehreren Säulen. Bei sorgfältiger und gewissenhafter Protokollierung der durchgeführten Untersuchung können die Daten hieraus in den Abschlussbericht übernommen werden. Abbildung: fotolia/Frank Boston

Die „Schadensdiagnostik“ beschreibt den genauen Weg der Schadensuntersuchung und deren Beurteilung vom Anfang bis zum Ende. Ohne die Einholung der notwendigen Vorabinformationen und die abschließende Analyse mit der Bewertung ist die gesamte „Schadensdiagnostik“ nicht vollständig. Trotzdem ist der Untersuchungstermin mit den durchzuführenden Messungen ein sehr wichtiger Baustein für die Erreichung des Gesamtziels und bedarf deshalb einer gezielten Vorplanung.

Die Vorbereitung

Um unnötigen Fragen und/oder gut gemeinten Ratschlägen von hilfsbereiten Teilnehmern aus dem Weg zu gehen, ist es gut, sich mit den einzusetzenden Messgeräten vor dem Untersuchungstermin noch einmal vertraut zu machen. Das ist gerade beim ersten Einsatz neuer Messtechnik wichtig, kann aber auch bei gelegentlicher Verwendung von Spezialgeräten durchaus sinnvoll sein. Alle einzusetzenden Geräte sind vor dem Termin auf Funktionalität durchzuchecken. Geladene Akkus und volle Batterien mit Ersatz sollten zur Standardausrüstung gehören und verringern den Stressfaktor auf der Baustelle ganz erheblich. Bitte auch nicht vergessen, alle notwendigen Wartungen und Kalibrierungen der einzelnen Messgeräte durchführen zu lassen. Jede Untersuchung und Messung ist „einzigartig“ und dadurch ohne Weiteres nicht so einfach wiederholbar. Für die schriftliche Dokumentation haben sich bereits vorausgefüllte Messprotokolle in Checklistenform bewährt. Die gezielt durchzuführenden Messungen ergeben sich aus dem Schadensbild, der jeweiligen Fragestellung und/oder aus der Beauftragung. Alleine schon aus Gründen des Verständnisses für die Verhältnismäßigkeit sollte der zu betreibende Untersuchungsaufwand im Vorfeld festgelegt und ganz klar kommuniziert werden.

„Qualitative“ oder „quantitative“ Untersuchung?

Unterschiedliche Aufgabenstellungen erfordern unterschiedliche Herangehensweisen. Grundsätzlich unterscheiden wir zwischen der „qualitativen“ und der „quantitativen“ Untersuchung.

Beispiel qualifizierte Untersuchung :
Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

  • Ist die Wärmedämmung durchfeuchtet?
  • Falls ja, welche Bereiche sind betroffen?

Beispiel quantifizierte Untersuchung
Hier wird die Untersuchung erweitert:

  • Was ist die Ursache?
  • Wer ist der Verursacher?
  • Wie stark ist die Durchfeuchtung?
  • Ist eine Rücktrocknung möglich?
  • Falls ja, in welchem Zeitraum?
  • Wie ist eine Sanierung möglich?
  • Wie hoch sind die voraussichtlichen Kosten?
Michael Zimmerman

Praxis-Tipp

Die Messung von Lufttemperatur und Luftfeuchte wird durch die Angabe von Nachkommastellen nicht genauer. Ganz im Gegenteil, das vermittelt dem geneigten Leser eher den Eindruck, dass beim Einschalten der Messgeräte gleichzeitig der gesunde Menschenverstand ausgeschaltet wurde. Jeder Messtechniker sollte sich über eines im Klaren sein: Die gewonnenen Messergebnisse stellen selbst nur eine bestmögliche Schätzung des wahren Messwertes dar! Eine andere Interpretation heißt: Das Ergebnis der Messung ist die Summe der einzelnen Fehler. Im Klartext: Wer misst, misst Mist und wer viel misst, der misst viel …

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.2017.

Die 8-teilige Serie Schadensdiagnostik von DDM Zimmermann downloaden .


Letzte Aktualisierung: 07.06.2017