So dringt's sicher durch

Aufdach-Dämmsysteme ergeben eine vollflächige Ebene über den Sparren ohne Wärmebrücken. Umso mehr Sorgfalt muss hier aufgewendet werden, um Durchdringungen herzustellen. Ein neues System bietet Unterstützung, je nach Anforderung abgewinkelt oder gerade durch

Das Konzept der Aufdachdämmung hat sich für die energetische Ertüchtigung im Bestand und auch im Neubau als besonders vorteilhaft erwiesen. Dabei sind auch neue Detaillösungen erforderlich: So sind Durchdringungen der Dämmebene zum Beispiel für Lüftungsrohre in der Praxis nicht einfach herzustellen.

Lüftungsrohr Braas 1
Mit der Schablone wird die Position des Kreisausschnitts festgelegt.
Lüftungsrohr Braas 2
Der Ausschnitt kann somit passgenau erfolgen.

Es werden meist lotrechte Löcher aus der Aufdachdämmung ausgeschnitten, um das Rohr durch die Dämmung zu führen, anschließend das Loch wieder auszuschäumen, abzukleben und im Deckbild der Dachdeckung an der Durchgangspfanne fachgerecht anzuschließen. Mit Anschlusshülsen können praxisgerechte Rohrdurchführungen senkrecht durch die Dämmstoffebene geführt werden.

Lüftungsrohr Braas 3
Nach dem Ablängen des Durchgangsrohrs wird der Rohrzentrierer aufgesteckt und festgeschraubt.
Lüftungsrohr Braas 4
Der äußere Anschlussadapter wird von unten über das Durchgangsrohr geführt.

Fest verankert im Paket

Winddichte Zusatzmaßnahmen sind grundsätzlich zu empfehlen und ergeben eine höhere Sicherheit für die Dachkonstruktion. Dies gilt auch für Aufdach-Dämmsysteme, die bereits auf der Oberfläche mit einer aufkaschierten Unterdeckbahn mit integrierten Klebestreifen ausgerüstet sind. Hier kommt die Anschlusshülse zum Einsatz.Sowohl am unteren als auch am oberen Anschlussring ist ein integrierter Klebestreifen angebracht, der den dichten Anschluss an die Luftdichtheitsebene sowie die aufkaschierte Unterdeckbahn auf dem Dämmelement sicherstellt. Ist die Luftdichtheitsschicht von innen zugänglich, kann der Einbau der geraden Variante der Anschlusshülse erfolgen.

Als Grundlage für eine sach- und fachgerechte Ausführung aller Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten dient das DDH ZVDH-Regelwerk

Das Regelwerk gibt es auch als App

Einbau der Dämmhülse

Zuerst wird die Lage der Durchgangspfanne im Raster der Dachdeckung nach dem Einlatten festgelegt. Anschließend hängt man eine Schablone in die Dachlattung ein, legt diese seitlich an die Dachdeckung und zeichnet die kreisförmige Durchdringung an. Mit einer Stichsäge erfolgt ein kreisrunder Ausschnitt durch die oberseitige Kaschierung, die Dämmung und die unterseitig aufgebrachte Dampfsperre. Nach Prüfung der Öffnung auf Passgenauigkeit kann die Verbindung vom äußeren Anschlussadapter zum inneren Anschlussadapter hergestellt werden. Der gerade Anschlussadapter wird auf den Durchmesser der anzuschließenden Entlüftungsleitung abgelängt. Der Längenzuschnitt des Durchgangsrohrs geschieht mit einer Säge passend zur Dämmstoffdicke und der gegebenenfalls vorhandenen Schalung.

Lüftungsrohr Braas 6
Abschließend kann der Sanilüfter eingedeckt werden.

Fest mit Klick und Dreh

Beim Zuschnitt wird darauf geachtet, dass die Gewinderasten am unteren Teil des Durchgangsrohrs nicht beschädigt oder gar abgesägt werden. Nun kann der Rohrzentrierer auf das abgelängte Durchgangsrohr gesteckt und mit den beiliegenden Schrauben fixiert werden. Anschließend fügt der Dachdecker den Dichtring von unten in die passende Nut des Zentrierrings und führt den äußeren Anschlussadapter von unten so über das Durchgangsrohr, dass die Klebestreifen mit der Schutzfolie nach unten zeigen. Nun kann die Schutzfolie des Klebestreifens für den inneren Anschlussadapter entfernt und an der Dämmungsunterseite auf der Luftdichtheitsmembran fixiert werden. Als Montagehilfe wird etwas Gleitmittel auf die Gewinderasten des Durchgangsrings aufgebracht und der innere Anschlussadapter durch Einrasten (Klick) sowie Drehung im Gewinde fest mit dem vormontierten Durchgangsrohr verbunden. Hierzu greift der Handwerker den geraden Anschlussadapter und das Durchgangsrohr von innen, führt diese zusammen und verschraubt die Elemente durch Zug und Drehung miteinander fest.


Horst Pavel

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Letzte Aktualisierung: 09.01.2019