SOKA, JuBos und Bauphysik

Ob Papierflieger basteln, feierliche Verabschiedung mit Stabübergabe, leckere Erbsensuppe oder einfach nur das Wiedersehen alter Meisterschulkolleginnen und -kollegen: die Mayener Meisterwoche 2019 bot auch in diesem Jahr ein abwechslungsreiches Programm und zugleich Raum für Austausch.

Mayener Meisterwoche 2019 (6)
Geknüllt fliegt das Papier vielleicht weiter, aber gefaltet sieht es eleganter aus und macht mehr Spaß. Fotos: DDH

Ob es an den schneereichen Tagen lag, dem guten Tagungsprogramm oder einfach dem obligatorischem Erbsensuppe-Abend am BBZ Mayen: Bereits am ersten Tag der dreitägigen Mayener Meisterwoche war die Aula des Bundesbildungszentrums komplett ausgefüllt. Vielleicht war der Andrang auch dem Überraschungspunkt auf dem Tagungsprogramm geschuldet, den die Veranstalter angekündigt hatten, aber bis zuletzt geheim hielten, doch dazu später mehr. BBW-Vorsitzender Ulrich Sparrer begrüßte zur dreitägigen Fachveranstaltung und stellte das Programm vor. Aktuelles aus der Arbeit des Zentralverbandes stand auf dem Plan von ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk und ZVDH-Hauptgeschäftsführer Ulrich Marx. Zur Konjunkturlage hielt Dirk Bollwerk einleitend fest, dass der Bauboom „noch“ anhält, es aber schnell wieder abebben kann. Limitierender Faktor ist aktuell ganz klar die Position Arbeitskraft. Gut ausgebildete Mitarbeiter zu finden, ist schwer, gute Mitarbeiter zu halten umso wichtiger.

Mittlerweile ist festzustellen, dass viele gute Handwerker auch in die Industrie abwandern. Die Auftragsreichweite ist durchweg hoch, teils bis zwölf Monate im Voraus.

JuBos als Influencer

Die Dachdeckungs- und Dachabdichtungsarbeiten stiegen im Bereich Instandhaltung von Wohngebäuden 2018 um rund 3,5 %, bei Neubauten um 4,1 % – was im aktuellen Vergleich zu anderen Gewerken am Bau recht moderat ist, so Bollwerk. Umsatzzuwächse in 2018 sind wiederum zwischen 8 bis 10 % zu verzeichnen, was sehr positiv ist. Absolut positiv ist auch, dass es 11 % Zuwachs bei den Azubis im ersten Lehrjahr gibt. Hier zeigt sich, dass die vielen Nachwuchsaktionen der gesamten Berufsorganisation und die Imagekampagne des Deutschen Handwerks mittlerweile greifen. Damit gibt sich der ZVDH aber nicht zufrieden.

Mit einer neuen Kampagne, den Jugendbotschaftern – kurz JuBos, fand der Verband bundesweit rund 13 junge Influencer, vornehmlich Azubis, die zeigen, dass der Job Dachdecker Spaß macht und alles andere als langweilig ist. Die jungen Azubis sind mit Kameras und Smartphones ausgestattet und filmen ihren Alltag auf der Baustelle oder in der Berufsschule und teilen es als Kurzvideos auf Instagram, Facebook und der ZVDH-Nachwuchsseite dachdeckerdeinberuf.de.

Der Dachdecker hat den besten Ruf …

… und das beim Kunden: das belegt eine aktuelle, erfreuliche Endkundenumfrage über Handwerksgewerke, in dem das Dachdeckerhandwerk ganz klar vorne liegt, dicht gefolgt vom Zimmererhandwerk. Auch sei das Thema HBCD-Stau noch nicht ganz vom Tisch, stattdessen poppt sogar das Thema Asbest in Bitumen auf, so Bollwerk weiter. Politisch wurde es mit Ulrich Marx, der die Lage im Dachdeckerhandwerk aus Sicht des Zentralverbandes in puncto Politik beleuchtete. Marx: „Eine wichtige Frage für uns ist: Wie können wir es schaffen, unsere Mitarbeiter möglichst lange gesund im Betrieb zu behalten?“ Das aktuelle Instrument der Flexi-Rente, eine Art Altersteilzeit, ist erst ab 63 möglich. Dies sei, laut Marx, zu spät. Selbige müsste weiter nach vorn gezogen werden. Der ZVDH wünscht sich ein System, bei dem Arbeitgeber und Arbeitnehmer während des Berufslebens einen gewissen Beitrag einzahlen und ansparen und solch ein Modell durch den Staat unterstützt wird. Ein weiteres Thema, dem der Verband kritisch gegenübersteht, ist die „Entbürokratisierung“.

Michael Zenk, Brigitte Latsch

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 04.2019 .

Letzte Aktualisierung: 15.02.2019

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