Spaß statt Masterplan

1990 gründete Dieter Ahrens seinen Einmann-Betrieb in Bückeburg. Frühzeitig setzte er auf das Geschäftsfeld Solartechnik und geht seitdem seinen eigenen Weg mit Vorträgen vor Feuerwehren und einer eigenen Messe.

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Die Eigenstromnutzung sieht Dieter Ahrens als wachsenden Trend: "Wer eine günstige Speicherlösung entwickelt, wird ein Riesengeschäft machen." Foto: DDH

Alles ist auf die Zukunft ausgerichtet. Der Neubau für die Firmen Ahrens Dachtechnik und Ahrens Solartechnik ist im März 2011 frisch, manches noch unfertig, aber alles durchdacht. Für den 7. Mai hat Dieter Ahrens die offizielle Eröffnung seiner Firmen am neuen Standort in Bückeburg geplant. Hüpfburgen für die Kinder, einige Herstellerfirmen haben sich angekündigt, die örtlichen Banken sind vertreten. Dieter Ahrens und seine über dreißig Mitarbeiter bilden ein örtliches Erfolgsunternehmen, das seinen Aufstieg vor allem mit Solartechnik erreicht hat.

Zeit, über den Tellerrand zu blicken

Rückblick: Den Plan, einen eigenen Dachdeckerbetrieb zu gründen, fasste Dieter Ahrens bereits in seiner frühen Jugend in Dithmarschen. Nach seiner Lehrzeit ging er wegen der besseren wirtschaftlichen Aussichten nach Bückeburg. Nachdem er seinen Meister in Waldkirchen gemacht hatte, kehrte er in die Gegend zurück und gründete 1990 im Alter von 24 Jahren seinen eigenen Betrieb. Bereits nach einem Monat konnte er die ersten zwei Leute einstellen. "Im Nachhinein war es ein guter Zeitpunkt, einen Betrieb zu gründen, auch wenn man das in der Gegenwart nicht so wahrnimmt. Da gibt es nur den Unterschied zwischen stressig oder nicht stressig." Die Anfangsphase seines Betriebs spielte sich in der gemieteten Garage eines alten Bauernhofs ab, die Arbeitsfelder waren die üblichen, zunächst viele Reparaturen, dann der erste Neubau, Schwerpunkt Steildach. Bewegung in die betriebliche Entwicklung kam durch eine personelle Erweiterung Mitte der Neunzigerjahre: "Ich konnte einen Freund, mit dem ich gemeinsam die Waldkirchener Meisterschule absolviert hatte, für das Unternehmen gewinnen. Erst dadurch bekam ich die Gelegenheit, abseits vom Tagesgeschäft mal über den Tellerrand hinauszuschauen und zu sehen was mich interessiert."

"Was würde mir Spaß machen?"

Ahrens folgte dabei keinem Masterplan zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung seines Betriebs: "Meine Motivation war eher die Frage: Was würde mir persönlich als Dachdecker jetzt Spaß machen?" Das waren zwei Dinge: Gründächer und die noch junge Solartechnik. Beides setzte er anfangs um, den Ausschlag für die heutige Ausrichtung des Unternehmens gab die Nachfrage am Markt. Ende 1998 wurde Ahrens von einem Elektroinstallateur kontaktiert, der für Solaraufträge mit einem Dachdecker zusammenarbeiten wollte. "Ich habe damals spontan zugesagt, aus der Geschäftsbeziehung wurde eine Freundschaft und wir haben viele Projekte gemeinsam umgesetzt. So habe ich die ersten Erfahrungen in der Photovoltaik gesammelt."

In der "Gründerzeit" der Photovoltaik herrschten andere Bedingungen, die Verarbeitung erforderte einen deutlich höheren Aufwand. Ahrens zeigt ein Modul aus der damaligen Zeit: ohne Rahmen, Laminat, geliefert mit Anschlussdose auf der Rückseite, aber ohne Kabel, die nachträglich montiert werden mussten. "Auch die Gestelle waren damals nicht richtig ausgereift, wir alle, Industrie und Verarbeiter, waren damals in einer Phase, in der wir lernen mussten: Wie verhält sich das überhaupt auf dem Dach?", erinnert sich Ahrens.

Neben den Aufträgen von ökologisch motivierten Privatkunden profitierte der Bückeburger Betrieb von der räumlichen Nähe zu Nordrhein-Westfalen, das in dieser Zeit begann, die Photovoltaik zu fördern. So kamen Aufträge vor allem aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Ein eigenständig tragfähiger Geschäftszweig begann sich zu entwickeln. Um 2004/2005 wurde die Nachfrage immer größer, gleichzeitig trat erstmals verstärkt ein Problem auf, das die Akteure der Branche bis heute immer wieder begleitet: Die Nachfrage ist groß, das Material ist knapp. "Wir hätten damals stark wachsen können, es gab aber einfach kein Material am Markt. Das lief im Prinzip nach Zuteilung pro Monat gab es ungefähr 30 kW. Wir haben deshalb einige größere Aufträge absagen müssen, um nicht unser gesamtes Kontingent zu verbrauchen und vielen kleineren Kunden absagen zu müssen."

Malte von Lüttichau

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 09/2011.

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