Start-up aus der Eifel

Mitte April 2018 feierte Pascal Kaulartz zehnjähriges Betriebsjubiläum. In der kurzen Zeit ist er der Dachdecker Nummer eins in der Eifel geworden. Doch in den Gründungsjahren musste er Lehrgeld zahlen.

Pascale Kaulartz
Optimistisch und jetzt gelassen: Pascal Kaulartz feierte im April zehnjähriges Betriebsjubiläum. Foto: DDH

Auf der neuen, schicken Website findet sich der Hinweis auf das triale Studium noch, doch Pascal Kaulartz ist realistisch: „Ich hatte davon auf facebook gelesen, das hat mich sofort interessiert. Dann habe ich mich vor Ort bei der Handwerkskammer Köln informiert. Aber bisher habe ich keine Anfragen zum trialen Studium erhalten. Im Grunde müsste ich den Hinweis entfernen, denn ich finde keinen Kandidaten, der diese Weiterbildung in der Eifel machen möchte. Wahrscheinlich liegt es auch am Standort Monschau. Die Studierenden wollen eine städtische Anbindung, die gibt es bei uns in der Eifel nicht“, sagt Kaulartz.

Das ist aber aktuell der einzige kleine Wermutstropfen. Denn Dachdeckernachwuchs findet Kaulartz genügend. Sein guter Ruf spricht sich herum. Zurzeit beschäftigt er in seinem 14-Mann-Betrieb vier Azubis – ein lobenswerter Schnitt.

Das Firmengebäude im Monschauer Industriegebiet ist ganz in weiß gehalten, Trockenbau dominiert. Pascal Kaulartz hat vor kurzem seinen Betrieb erweitert. Vor Ort sieht alles so neu und kompakt aus, dass man an ein Start-up-Unternehmen denken könnte. Dabei feierte der Dachdecker dieses Jahr sein zehnjähriges Bestehen. „Dass ich was Handwerkliches machen wollte, war mir schon früh klar. Ich habe mich hier in der Eifel bei fast allen Handwerksbetrieben beworben, letztlich ist es das Dachdeckerhandwerk geworden“, schmunzelt er. Nach der Ausbildung zum Dachdecker ging es zur Meisterschule nach Mayen. Diese Ausbildungszeit hat ihn nachhaltig geprägt: „Das Niveau am BBZ ist hoch und das hat mich motiviert, Gas zu geben.“ Erste Erfahrungen als Jungmeister machte er beim Dachdeckerbetrieb Schaaf & Dornhöfer in Aachen – „eine spannende und lehrreiche Zeit“, lächelt Kaulartz. Selbstbewusst und den Kopf voller Ideen stieß Kaulartz im zwischenmenschlichen Bereich bald an seine Grenzen. Einige Altgesellen und ein Vorarbeiter ließen ihn zunächst einfach auflaufen. Doch nach einiger Zeit und ein paar Stunden bei einem Unternehmensberater in Sachen Menschenführung war auch das Problem gelöst. „Ich bin einfach mal mit den Jungs Essen gegangen. Von da an lief es gut. Mit Druck erreichst du bei vielen Mitarbeitern gar nichts“, berichtet Kaulartz.

Unterstützung von Familie Janssen

Gut gerüstet in Sachen Menschenführung ging es dann 2008 richtig los. Schon früh setzte der Dachdecker auf eine moderne Website, Marketingmaßnahmen wie Trikotwerbung bei den örtlichen Fußballvereinen oder Aufsparren-Dämmsysteme als gute Alternative beim Dachgeschossausbau. Das sprach sich herum, das Geschäft lief sehr gut an. Doch der Verdienst war gering. Denn in Sachen Betriebswirtschaft hatte Kaulartz keine praktischen Erfahrungen, trotz Businessplan. „Als Existenzgründer lernt man zwar viel, aber wenn der Steuerberater sagt 'Für deine Ausgaben verdienst du viel zu wenig‘, dann bist du schon alarmiert.“ Also musste er etwas ändern. Entscheidend für die wirtschaftliche Wende war der Wechsel zu einem überregionalen Händler: Janssen aus Mönchengladbach.

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12.2018.

Letzte Aktualisierung: 14.06.2018

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