Stein um Stein im Rhein

Rund 700 m Details, 800 m² Dachfläche und der Materialtransport mit einem Schiffskran – die Sanierung der Burg Pfalzgrafenstein war außergewöhnlich. Auch nach zehn Jahren liegt die Deckung noch wie am ersten Tag. Gründe genug, die Arbeiten von DDM Punstein und seinem Team einmal genauer zu beleuchten.

Sanierung Punstein Pfalzgrafenstein (1)
„Es gab auch Dachflächen ohne große Komplikationen. Da ging es ‚nur‘ um das Eindecken einer einfachen Sattelgaube mit ausgehend gedeckten Wangenkehlen“, resümiert Markus Punstein. Fotos: Punstein

Besucht man die Stadt Kaub in Rheinland-Pfalz, fühlt man sich unmittelbar in der Zeit zurückversetzt. Malerische Berghänge, mit Kopfsteinpflastergesäumte Gassen und viele historische Gebäude laden jährlich Tausende von Besucher in den kleinen Ort direkt am Rhein ein. Den Wert der Stadt mit gerade einmal knapp 900 Einwohner erkannte auch die UN und ernannte die Stadt Kaub 2002 zum Teil des UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Eines dieser historischen Gebäude ist die Burg Pfalzgrafenstein. Das malerische Bollwerk wurde in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts durch Ludwig IV. als Zollfeste mitten im Rhein erbaut.

Auch aus Dachdeckersicht hat die mittelalterliche Zollfeste viel zu bieten: Die riesige, zerklüftete Dachlandschaft ziert eine Altdeutsche Schieferdeckung: Grate, Kehlen, kleinste Flächen, Walme und Gebäudeversprünge, wohin das Auge blickt. Ab 2005 wurden genau diese Flächen aufwendig saniert. Da sich die Regeln für die Altdeutsche Deckung in den letzten Jahrzehnten auch mit der Neuerscheinung der Fachregel für Dachdeckungen mit Schiefer (Stand 02/2016) nicht verändert haben und es sich um eine detailverliebte Arbeit handelt, berichten wir über die Sanierung, die sich über einen längeren Zeitraum hinzog.

Logistik „über Wasser“

Für die gesamten Schieferarbeiten wurde die Firma Punstein Bedachungen GmbH aus Oberwesel beauftragt. Die umfangreichen Holzbauarbeiten wurden an das Unternehmen Holzbau Wagner GmbH aus Braubach vergeben. In engster Abstimmung wurden die Arbeiten gemeinsam realisiert. Bevor der Abbruch der alten Schieferdeckung und die Erneuerung der sehr maroden Schalung plus etlicher Sparren beginnen konnten, mussten die Handwerker besondere logistische Lösungen finden. Das Material konnte nicht einfach per Lkw an die Baustelle transportiert werden, sondern je nach Wasserstand mit einem Schiffskran auf die kleine Insel. Hierzu mussten sich die Dachdecker und Zimmerleute immer wieder abstimmen, wer wann und wie viel Material zu transportieren hatte.

Materialien, Werkzeuge und Kleinteil die kurzfristig benötigt wurden, konnten mit der kleinen Personenfähre, die sonst die Besucher der Burg befördert, zur Baustelle gebracht werden. Die Abrissarbeiten fanden in Teilabschnitten statt. Hierzu wurde zunächst die alte Schieferdeckung abgetragen.

Alwin Punstein und Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 04.2018.

Letzte Aktualisierung: 28.02.2018