Stoffliche Intelligenz

Ob Produkte im Dachdeckerhandwerk den versprochenen Nutzen bringen, entscheidet sich noch immer wesentlich durch handelnde Personen – und die Rahmenbedingungen. Dies war nur eine Erkenntnis bei den Westfälischen Dachtagen in Eslohe, einem Fixpunkt im Frühjahrskalender der Dachdecker.

eslohe_2017 Friedrichs und Gerbens
Bernd Friedrichs und Jürgen Gerbens bei der Diskussion über die neue Flachdachrichtlinie.

In der örtlichen Schützenhalle referierte der Sachverständige DDM Michael Zimmermann zum Beispiel über Risiken und Nebenwirkungen bei diffusionsoffenen, feuchtevariablen, auch intelligent genannten Dampfbremsen, die sich vor allem im Neubau ergeben. Dort entsteht das Feuchteproblem vor allem von innen: „Die Druckbetankung der Neubaufeuchte hinterlässt Spuren“, fasste Zimmermann zusammen.

Viel Gegenwind von den Dachdeckern bekam Ulrich Meier, Geschäftsführer des Industrieverbandes Hartschaum (IVH), der über EPS vortrug. Auch weil sich der Vortrag vor allem um die Produkteigenschaften von Polystyrol widmete, gelang es Meier nicht, die Probleme der Dachdecker bei der Entsorgung zu artikulieren. Die reagierten in der Diskussion mit deutlicher Kritik, sie fühlen sich vom Verband nicht ausreichend unterstützt.

Das durchaus komplexe Thema Lageroptimierung stellte die Beraterin Barbara Beyer vor, weitere Vorträge zu den Themen Windsogsicherung, Steildachdämmung und Gerüsten am Dach hielten der Sachverständige DDM Hans-Georg Roelle, Thomas Schwidder von Braas und Heiner Hövelbrinks. Das fachtechnische Update – dieses Mal zur neuen Flachdachrichtlinie – bildete wie gewohnt Abschluss durch Jürgen Gerbens, der seine souveräne Moderation der Dachtage durch Fragen an die Referenten bereicherte. Den ausführlichen Beitrag zu den Dachtagen lesen Sie in DDH 7.2017.

Malte von Lüttichau



Letzte Aktualisierung: 13.03.2017

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