Stolperfalle Befestigung: Aufsparrendämmung und Aufdopplung

Statik: Ist die Befestigung einer Aufsparrendämmung oder Aufdopplung ein Problem? Eigentlich nicht, wenn man die Erläuterungen und Praxis-Tipps des folgenden Beitrages befolgt.

Befestigung von Aufsparrendämmungen
Zu kurze Schrauben, oder gar falsche, Randabstände was das Holz angeht, Häufigkeit der Befestigung pro Meter - bei der Befestigung von Aufsparrendämmungen gilt es, viele Parameter einzuhalten. Weicht einer ab, geht die gesamte Statik verloren.

Bei der technischen Beratungsstelle des Dachdeckerverbandes Nordrhein, nehmen die Beanstandungen bei der Befestigung von „Aufsparrendämmung“ oder auch „Aufdopplungen“ des Dachstuhls zu. Dafür gibt es multiple Gründe: Häufiger sind es zu kurze oder falsche Schrauben, falsche Konterlatten oder gar Nägel als Befestigung benutzt. Bei der Abnahme durch einen Sachverständigen oder auch Ingenieur treten die Fehler „bestenfalls“ zu Tage. Im schlimmsten Fall könnte das ganze Dachpaket sogar abrutschen.

Schraubenstatik erforderlich – und dann auch verbindlich

Eine Schraubenstatik, die entweder vom System-, Schraubenhersteller oder auch von einem Ingenieurbüro stammen kann, ist erforderlich. Diese sollte der Vorarbeiter oder auch der Chef auf der Baustelle greifbar haben, um Fragen klären zu können. Bitte diese Schraubenstatik „genau“ lesen und befolgen.

Warum? In der Statik sind die richtigen Schrauben mit Dicke und Länge und Menge pro Meter Konterlatte angegeben. Eventuell ist ein Neigungswinkel der Schraube zur Konterlatte erforderlich. Die erforderliche Konterlatte mit Dicke und Breite sowie Sortierklasse ist ebenfalls aus der Statik zu entnehmen. Diese Statik ist genauestens einzuhalten, damit das Gleichgewicht der Kräfte immer gegeben ist und das Dach dort bleibt, wo es hingehört – oben!

Bei bauseitsbedingter Abweichung, Statiker fragen

Eine Abweichung von der Statik, egal ob zum Beispiel: andere Schrauben oder anderes Holz verwendet oder irgendein in der Statik vorgesehenes Element nicht eingebaut wird, führt zur Ungültigkeit dieses Nachweises.

Ist eine Abweichung von der Statik durch unvorhergesehene Gegebenheiten unvermeidbar, muss nochmals ein Statiker zur neuen Situation befragt werden. Auch eine eventuell vorgegebene Neigung der Schraube bei der Montage ist zwingend zu beachten.

Die Neigung ist Bestandteil der Berechnungen und wichtig für die Lastabtragung!

Größte Sorgfalt ist bei der Verschraubung auf eine möglichst mittige Platzierung der Schrauben auf der Konterlatte zu verwenden. Es sind für den vorgesehenen Halt Randabstände auf der Konterlatte einzuhalten (siehe auch Beitrag DDH 4.2020 „Gerillt und schräg am Lattenkopf“). Diese werden entweder in der Berechnung oder auch von unserem Regelwerk gefordert und sind dort angegeben. Auch spezielle Vorgaben in der Berechnung müssen, scheinen sie noch so ungewöhnlich, zum Beispiel vorbohren der Konterlatte, zu sein, gewissenhaft umgesetzt werden. Schrauben, die nicht vollständig im Sparren verschraubt sind (Querschläger) oder neben dem Sparren sitzen sind zu erneuern!

Wichtig 1:

1. Wenn im Schraubenregal noch Schrauben liegen, die nicht ganz der in der Statik vorgeschriebenen Länge entsprechen …

2. Wenn im Schraubenregal auch Schrauben von anderen Herstellern liegen …

3. Wenn die Schrauben auf der Baustelle ausgehen und der Nachschub aus nicht den richtigen Schrauben besteht … … liegenlassen, da die Statik nicht „irgendwelche Schrauben“ vorsieht.

Wichtig 2:

1. Wenn die gelieferten Konterlatten nicht den Anforderungen der Statik entsprechen ...

2. Wenn die Konterlatten die vom Lager mitgenommen werden sollen und nicht den Anforderungen der Statik entsprechen ...

... liegenlassen! Siehe oben: die Statik sieht nicht „irgendwelche Hözer“ vor.

Apropos Konterlatte: Jedes Stück Konterlatte, sei es auch noch so kurz, ist nach den Regeln des Deutschen Dachdeckerhandwerks mit mindestens „zwei“ Schrauben zu befestigen.

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Autor: Bernd Redecker

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 07.2020.



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Letzte Aktualisierung: 25.03.2020