Strichcode aus Geisterhand

Breit, schmal, mittel – so lautet der Code für die schwarz lasierte Lärchenbekleidung an Dach und Fassade, welche die Geister GmbH millimetergenau montierte. Das Ergebnis der Kernanierung in Krefeld: ein monolithischer Baukörper, der auch unter der Holzbekleidung viel zu bieten hat.

Strichcodehaus Aufmacher
Licht und Lärche dominieren an dem neu gestalteten Architektenhaus in Krefeld. Durch alle energetischen Maßnahmen konnte ein KFW 70 Standard erreicht werden. Fotos: Geister GmbH/Architekt Hendrik Schmidt

Die Bezeichnung im Bauantrag „Energetische Sanierung und Umbau eines Einfamilienhauses mit Errichtung einer Grenzgarage“ klingt nicht gerade spektakulär. Schaut man sich heute das monolithische Gebäude auf der Ottostraße in Krefeld an, ist schnell erkennbar, das hier technisch und gestalterisch das maximal Mögliche ausgereizt wurde – anders als der Bauantrag erwarten ließ. Aus einem einfachen Bauernhaus, errichtet in den 1920er Jahren, entstand ein KFW 70 Haus, in begehrter Wohnlage mitten im grünen Landschaftsschutzgebiet Krefelds und dennoch zentral gelegen.

Erker und Dachboxen im Fokus

Die Bauherren, selbst eine Ingenieurs- und Architekten-Familie, entschieden sich 2013 zur Kernsanierung mit Erweiterungsbau samt Neugestaltung der Dach- und Fassadenflächen sowie den lichten Anteilen. Die Detailplanung erfolgte durch die Bauherren und in enger Abstimmung mit den jeweiligen Gewerken, wurden die Machbarkeiten verschiedener Möglichkeiten abgestimmt. Für die Zimmerer,- Dach- und Fassadenarbeiten wurde die Firma Geister GmbH aus Krefeld beauftragt, da der Bauherr als planender Architekt bereits gute Erfahrungen mit dem Innungsunternehmen sammeln konnte. In Abstimmung mit DDM/KM Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Geister GmbH, erarbeiteten die beiden Experten einen Maßnahmenkatalog für die Sanierung. Dieser sah, neben einer speziellen Sichtbekleidung aus Lärchenholz im Steildach- und Fassadenbereich, ein wasserdichtes Unterdach vor.

Neben dem Haupthaus sollte weiterhin ein Anbau in Holzständerbauweise erfolgen, welcher analog zum Haupttrakt, ebenfalls eine Lärchenbekleidung an Dach und Wand bekommen sollte. Hinzu kamen mehrere, aus dem Dach gestellte Lichtschächte, sogenannte Dachboxen, sowie ein Erker-ähnlicher lichte Fläche an der Seitenfläche des Hauses.

Wasserdicht mit Modellversuch

Doch vor dem Aufbau stand zunächst der Abriss und die Entsorgung des Bestandsdaches. Die alten Betondachsteine des ehemaligen Bauernhauses wurden abgedeckt und die Sparrenzwischenräume von der sporadisch vorhandenen Dämmung befreit. Um dem KFW 70 Standard gerecht zu werden, doppelten die Dachdecker sämtliche Sparren auf. Ebenfalls mussten einige Mittelpfetten in der Dachkonstruktion verstärkt oder ausgetauscht werden.

Michel Zenk

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 24.2026.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2016