Sturmsicher befestigt

Xaver, Niklas, Burglind oder Friederike sind warnende Beispiele für ständig zunehmende Stürme – mit einer Schadensbilanz in Milliardenhöhe. Ein handfester Beweis für die Bedeutung der Windsogsicherung von Abdichtungen und Dachrand. Im ersten Teil unserer neuen Serie Windsog gehen wir auf die Planungsgrundlagen ein.

Flachdach-Praxis Tipps Eiserloh Barnert Windsog Teil 1
Leider kein selten anzutreffendes Bild nach stärkeren Böen: das Versagen einer Lagesicherung durch Verklebung an einer Schweißbahn mit Aluminiumbandeinlage. Das gesamte Dachschichtenpaket wurde quasi umgeklappt. Foto: Barnert Bedachungen

Flachdächer und Abdichtungen werden beständig mehr oder weniger von Windkräften jeglicher Art beansprucht. Diese sogenannten Windlasten – Windstau- und Windsogkräfte – sind von den natürlichen Einflüssen wie Hauptwetterrichtung, Windgeschwindigkeit sowie der Gebäudegeometrie wie Gebäudehöhe, Gebäudeabmessungen, gegebenenfalls vorhandene Attika etc. abhängig. Die dabei auf die Abdichtungsfläche einwirkenden Windsogkräfte sind unterschiedlich groß, weshalb die Fläche des Flachdaches in vier Flächenbereiche gegliedert wird. Folgerichtig weisen Flachdächer die Flächenbereiche F (Eckbereich), G (Randbereich), H (Innenrandbereich) und I (Innenbereich) in Fortführung an die festgelegten fünf senkrechten Wandflächen des Gebäudes A, B, C, D und E auf. Die Art der Lagesicherung muss ausreichend sein, die auf sie einwirkenden Windlasten aufzunehmen und ihnen entgegenzuwirken. Die zur Lagesicherung der Abdichtung erforderlichen Maßnahmen sind bereits bei der Planung festzulegen.

Die Flächeneinteilung

Die Einteilung der Flächenbereiche erfolgt anhand der zu erwartenden Wirbel am scharfkantigen Dachrand oder der Attika. Für den einzuteilenden Flächenbereich wird zunächst einmal die vom Wind angeströmte Gebäudeabmessung mit der verdoppelten Gebäudehöhe verglichen, um die für die Berechnung erforderliche Hilfsgröße e zu ermitteln.

Formel: e = b oder 2 ∙ h

(mit Attikaaufbau), der kleinere Wert ist maßgebend, b = Abmessung quer zum Wind

Der kleinere Wert, die Hilfsgröße e, ist maßgebend für die Flächeneinteilung. Dieser kleinere Wert wird nachfolgend durch zehn für die Tiefe des Randbereichs G, durch vier für die Breiten der Eckbereiche F und durch zwei für die Tiefe des Innenrandbereichs H geteilt und im Grundriss abgetragen.

Beispielrechnung für unten stehende Skizze:

Daten: Gebäudelänge 16,00 m, Gebäudebreite 11,00 m, Gebäudehöhe 8,50 m

Der Wind steht momentan auf der Gebäudelänge:

e = b oder 2 ∙ h 16,00 m oder 17,00 m (2 ∙ 8,50 m) Der kleinere Wert gilt!

e : 4 = 16,00 : 4 = 4,00 m Breite Eckbereich F

e : 2 = 16,00 : 2 = 8,00 m Tiefe Innenrand H

e : 10 = 16,00 : 10 = 1,60 m Tiefe Randbereich G

Der Wind steht nun auf der Gebäudebreite:

e = b oder 2 ∙ h 11,00 m oder 17,00 m (2 ∙ 8,50 m) Der kleinere Wert gilt!

e : 4 = 11,00 : 4 = 2,75 m Breite Eckbereich F

e : 2 = 11,00 : 2 = 5,50 m Tiefe Innenrand H

e : 10 = 11,00 : 10 = 1,10 m Tiefe Randbereich G

Diese im obigen Beispiel angewendeten Rechenvorgänge werden nun für die beiden übrigen Gebäudeseiten ebenso angewendet, woraus sich zum Abschluss der Einteilung die einzelnen Flächenbereiche – siehe oben – ergeben.

Hans Peter Eiserloh

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 12. 2018.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2018

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