Sturmsicherheit aus dem Rucksack

Über 17.000 m2 Fläche, die Dachform zumeist konvex, dazu der täglich laufende Betrieb mit regem Publikumsverkehr – bei der Sanierung eines Einkaufsparks in Dreieich musste die Gernot Berner GmbH in vielen kleinen Teilschritten arbeiten. Um den Neuaufbau aus Steinwolle und FPO-Bahn schnell zu fixieren, nutzten die Dachdecker einen speziellen Kleber.

Sheddachfläche in Dreieich
Für das Team der Berner GmbH hieß es: „Kleben, Dämmen und Dichten“ auf der rund 17.000 m2 großen Sheddachfläche in Dreieich. Dies realiserten der Innungbetrieb abschnittweise. Fotos: Soudal

Zentral im Gewerbegebiet Dreieich ist das Einkaufszentrum Nordpark gelegen, in dem sich ein großes Real-Center sowie ein Decathlon-Sportgeschäft und weitere kleine Ladenlokale befinden. Ein Baumarkt und größere Geschäfte in näherer Umgebung machen den Nordpark zu einem beliebten Einkaufsziel.

Das Gebäude ähnelt – passend zur von Industriebauten geprägten Umgebung – einer Fabrikhalle.

12 Sheddachflächen

Wegen der großen Grundfläche wurde das Dach beim Bau des Einkaufszentrums im Jahr 1969 als Sheddach ausgeführt.

Diese Konstruktion ist sehr stabil und kommt anders als andere Dachformen mit weniger Stützung aus. Die zwölf Sheddachflächen waren aber seit der Revitalisierung des Areals im Jahr 2011 in die Jahre gekommen und wiesen einige undichte Stellen auf. Zudem entsprach die Wärmedämmung nicht den aktuellen Anforderungen:

Weder bei Wärme- noch bei Kälteeinwirkung bot sie den gewünschten Schutz. Um eine bessere Energiebilanz zu erzielen, entschieden sich die Bauherren daher für eine vollständige Neueindeckung des Daches.

In Etappen zum Ziel

Für die Sanierung wurde die Firma Dach-, Wand- und Abdichtungstechnik Gernot Berner GmbH aus dem nahegelegenen Frankfurt bestellt. Da die gesamte Dachfläche eine Größe von etwa 17.140 m2 umfasst, arbeitete das Team in Etappen: Eine Sheddachfläche wurde erst fertiggestellt, bevor die nächste in Angriff genommen wurde. Zur Vorbereitung der Neueindeckung trugen die Dachdecker zunächst die alte Abdichtung und das alte Dämmmaterial vollständig ab, bis nur noch die bituminöse Dampfsperre auf der Betonschalung zurückblieb. Auf dieser Grundlage konnten die neue Steinwolledämmung und abschließend eine neue FPO-Kunststoffbahn verlegt werden.

Schubschwellen für geneigte Flächen

Für die Verklebung der Dämmung und der Kunststoffbahnen wurden spezielle Klebeschäume eingesetzt mit dem Fokus auf eine schnelle, rationelle Verarbeitung. Die Anwendungstechnik des Kleberherstellers wurde damit beauftragt, eine Windsogberechnung zu erstellen. Sie beinhaltete eine Aufbauanleitung unter Angabe des Mengenverbrauchs und des Klebeplans. Die Sheddächer des Nordparkgebäudes sehen im Querschnitt aus wie ein Viertelkreis, mit einer nach außen gewölbten Fläche. Entsprechend wird die Neigung der Dächer zum unteren Ende steiler. Bei der Verlegung der druckbelastbaren Steinwolle-Dämmplatten kam deshalb eine Art Konterlatte als Schubschwelle zum Einsatz, um ein Abrutschen der Platten zu verhindern.

Verlegung im Verband

Befestigt wurde das Dämmmaterial mit einem selbstexpandierenden Klebeschaum, der sich vor allem durch seine wirtschaftliche Verarbeitung auszeichnet. „Die 850-ml-Dosen sind recht ergiebig und einfach in ihrer Handhabung. So konnten wir die Dämmplatten jeweils nacheinander auf der Dachhaut fixieren“, erklärt Thomas Wilhelmy, einer der Geschäftsführer der Gernot Berner GmbH.

Ähnlich wie beim Bau einer Ziegelsteinmauer versetzten die Fachhandwerker die Dämmelemente Im Halb- oder Viertelverband und verklebten diese seitlich miteinander, um einen stabilen Aufbau zu gewährleisten. Zur Vermeidung von Ungleichmäßigkeiten in der Wölbung wurden im Nachgang die Kanten der Dämmstoffplatten sowie ausgetretener und überstehender PU-Klebeschaum mit einem Dämmstoffmesser beigeschnitten.

Alexander von Vulté

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 17/18/2020.



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Letzte Aktualisierung: 08.09.2020

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