Traum verwirklicht

Endlose weiße Strände, tropische Temperaturen und warme Regengüsse – vor mehr als einem Vierteljahrhundert bezauberte Costa Rica Dachdeckermeister Andreas Wachter als Tourist so sehr, dass er seine heimischen Wurzeln neu setzte. Heute zählen der Staat und große Baukonzerne zu seinen Stammkunden. Sein neuestes Projekt: ein Multifunktionsgebäude in einem Nationalpark.

Dachdeckermeister Andreas Wachter auf Costa Rica (1)
Rund 8.300 m² Sandwichpaneele samt Unterkonstruktion verlegte DDM Wachter mit seinem Team an der neuen Multifunkionsarena im Nationalpark Rincón de la Vieja im Norden von Costa Rica. Fotos: Wachter

Mit dem Pazifik auf der einen und dem Atlantik, genauer dem Karibischen Meer, auf der anderen Seite gab Kolumbus dem Land Costa Rica – spanisch für „Reiche Küste“ – genau den richtigen Namen, zumindest was die endlos langen Puderzuckerstrände angeht. Die Vorstellung der Spanier bei der Landung um 1500, Reichtümer in Form von mineralischen Rohstoffen und Edelmetallen zu finden, blieb aus. Dennoch entwickelte sich das Land mit den Jahrhunderten prächtig. Heute wird es als die „Schweiz Zentralamerikas“ bezeichnet – nicht zuletzt aufgrund der guten politischen Strukturen, dem Bruttoinlandsprodukt und der Neutralität gegenüber benachbarten Ländern. Neben dem Export von Bananen steht heutzutage insbesondere der Tourismus im Fokus der Wirtschaft.

Erst Meisterbrief, dann Ticket ins Paradies

Der Tourismus war es auch, der Dachdeckermeister Andreas Wachter vor knapp 30 Jahren das erste Mal nach Costa Rica zog. Damals noch im Familienbetrieb Firma Herbert Wachter arbeitend buchten er den ersten Flug in das tropische Paradies. Begeistern von Land, Leute und Kultur flammte in ihm der Gedanke auf auszuwandern. Im Klartext hieß dies, dem Tübinger Innungsbetrieb mit einer über 200-jährigen Tradition den Rücken zuzuwenden und in die große Unbekannte zu reisen. Wachter: „Meinen Meisterbrief, den ich damals an der Meisterschule in Waldkirchen gemacht habe, hatte ich noch nicht allzu lange in der Tasche. Ich hatte mich in das Land und die Leute verliebt und fühlte mich imstande, mir dort etwas Neues aufzubauen. Meine Familie war zunächst nicht begeistert, unterstützte mich aber auf jede nur erdenkliche Weise.“ Um einige Erfahrungen in der Baubranche zu bekommen, jobbte Wachter zunächst bei verschiedenen größeren Baufirmen, bis er zwei Jahre später sein eigenes Unternehmen gründete – die Awa-Tec. Wachter: „Die ersten beiden Jahre nutzte ich, um die nötigen Erfahrungen, gute und schlechte, Sprachkenntnisse und vor allem neue Techniken und Abläufe zu lernen. In so einem kleinen Land ist es außerdem wichtig, die nötigen Kontakte zu Architekten, Baubehörden, Baufirmen, Entwicklungsfirmen und anderen wichtigen Institutionen zu haben.“ Das Konzept ging auf. Heute betreibt der Dachdeckermeister ein modernes Unternehmen mit acht fest angestellten Mitarbeitern und bis zu 60 freien Handwerkern, die eigens für verschiedene Großprojekte eingestellt werden.

8.300 m² Sandwich für Nationalpark

Eines dieser Großprojekte ist der Neubau eines multifunktionellen Gebäudes innerhalb des Nationalparks Rincón de la Vieja. Der Staat Costa Rica hat ein umfangreiches Programm für die Erneuerung und den Erhaltung der zahlreichen, wunderschönen Nationalparks erschaffen und somit dieses im Park notwendige Gebäude ausgeschrieben. Für touristische Zwecke beinhaltet das Gebäude einen Eintritts- und Empfangsbereich. Außerdem besitzt der Komplex einen multifunktionellen Saal, der im Notfall als Einsatzleitstelle genutzt werden kann. Eintrittsloge mit Kassen, Cafeteria, Souvenirshops, Geschäftsführung- und Verwaltungsbereich runden das Angebot für Touristen ab. Der Staat hatte das gesamte Projekt ausgeschrieben, dessen Zuschlag die spanische Holdingcompany Tragsa gewann. Die Firma erarbeitete ein Arbeitsprogramm mit Design, Entwicklung und Ausführung.

Michael Zenk

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 04.2017.

Letzte Aktualisierung: 13.02.2017