Typisch Altstadt - auf zeitgemäße Art

Auf dem ehemaligen Areal der Regensburger Wurstfabrik Ostermeier entstanden 123 Komfortwohnungen die perfekt in die Bestandsituation integriert sind. Wesentlichen Anteil am gelungenen Äußeren haben Steildächer in Biberdoppeldeckung mit markanten Schleppgauben, die in enger Abstimmung mit Denkmalpflege und Stadtentwicklung gestaltet wurden.

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Rund 100000 Biber in zwei Farbtönen schützen das neue Dach des Ostermeier-Quartiers. Darunter: eine Betonschale, die sogenannte Sargdeckelkonstruktion, und eine 140 mm dicke PUR/PIR Dämmung. Fotos: Erlus

Welcher Baustil ist typisch für Bürger- und Lagerhäuser in Regensburg? Bevor es zum Wettbewerb für ein zeitgemäßes Wohnen in bester Lage der Donaustadt kam, gab es über lange Zeit die unterschiedlichsten Überlegungen, was mit dem frei gewordenen Areal der alten Wurstfabrik Ostermeier geschehen könnte. Schließlich wollten die Stadtväter dort etwas Besonderes schaffen, denn es galt – nur wenige Schritte bis zum Schiffsanleger – nicht nur irgendwelche Lücken zwischen Altstadthäusern zu schließen. Besser konnte ein Bauplatz mit 3.100 m² kaum liegen. Um es vorweg zu nehmen: Inzwischen ist das Ostermeier-Quartier fertig gestellt und bietet entweder einen grandiosen Blick über den Fluss oder man schaut aus einer der insgesamt 123 Komfortwohnungen sowie von einem der Dachgärten auf andere Gebäude der Altstadt, die im „Schatten des Doms“ zum besonderen Flair der City beitragen.

Typisch Altstadt


Wer als Passant die von weitem verschachtelt wirkenden Wohnhäuser im Ostermeier-Quartier betrachtet, mag zunächst davon überzeugt sein, dass es sich hier um einen erstklassig modernisierten Bestand von Lager- bzw. Wohnhäusern handelt. Doch es steckt ein meisterhaft geglücktes Konzept eines Architekten-Teams dahinter, das bei genauer Betrachtung dem interessierten Passanten ein perfekt in den Kontext eingebautes Neubauprojekt präsentiert. Allein auf die Dachlandschaft bezogen, könnte man dem Areal auf den ersten Blick bereits attestieren, dass dort „aus alten Häusern“ das Beste gemacht worden ist. Was aber trägt zu dieser Wirkung bei? Sind es die Rundschnittbiber in Doppeldeckung? Sicher zu einem bedeutenden Teil, denn sie sind in der Form und durch die Nuancierung zweier Naturrot-Töne so typisch für das Stadtbild, dass sie nach der Eindeckung gleich als alte Bekannte ins allgemeine Stadtbild eingegliedert wurden. Diese Wunsch-Optik hätte aus Sicht der Denkmalpflege auch nicht anders ausfallen dürfen. Sind es die Schleppgauben, die der Zugehörigkeit zur Altstadt Nachdruck verleihen? Gerade diese markante Bauart von Dachluken zur Belüftung eines Lagerhauses oder zur Zierde von Bürgerhäusern setzt im Steildach einen sehr bedeutsamen Akzent.

Bei der Gestaltung eines historischen Regensburger Hauses hätte man sozusagen eine Riesenchance verpasst, wenn das Dach auf eine Schleppgaube verzichten würde. Bei diesem Bauvorhaben mit insgesamt 70 Schleppgauben sind es sogar vier unterschiedliche Gaubenbreiten, die deshalb differieren, um je nach Lage und Nutzung einer Wohnung einen möglichst günstigen Lichteinfall zu ermöglichen. Ist es deshalb ein gutes Stück Altstadt, weil das Ensemble aus unterschiedlich großen Gebäuden besteht und eine unmittelbare Nachbarschaft zueinander eingeht? Diese Zusammenstellung der sehr variantenreichen Häuser legt sicher den Grundstein dafür, dass sich das Projekt derart überzeugend einfügt. Den Eindruck verstärken ganz bewusst die Fassaden, die ohne protzige Akzente auskommen und mit einem durchgefärbten Edelkratzputz in erdigen Farben sehr zurückhaltend gestaltet sind.

Thomas Dietrich, Paul Zielinski

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 15-16.2017


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Letzte Aktualisierung: 16.08.2017