Vertrauen ist gut, Garantie noch besser

Bauvertrag, Haftungsrisiken und Materialgarantien: Die Schwerpunkte des 3. Betriebswirtschaftlichen Tages des Dachdecker und Zimmerer- Verbands Nordrhein waren juristisch. Fünfzig Teilnehmer diskutierten lebhaft in der Dachdecker-Innung Köln mit den Referenten.

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Materialgarantie und Regressprobleme war das Thema von DDH Autor RA Wolfgang Reinders. Fotos: DH

Rund 50 Teilnehmer begrüßte der Geschäftsführer des Dachdecker-Verbands Nordrhein RA und DDM Thomas G. Schmitz in der Geschäftsstelle der Dachdecker Innung Köln. "Es gibt viele Berührungsfelder zwischen Recht und Betriebswirtschaft, die Themen Baurecht oder VOB bleiben aktuell". Er sollte Recht behalten. Schmitz gab nach kurzer Einleitung an ZVDH Ehrenpräsidenten und Kölner Ehrenobermeister Manfred Schröder weiter, der die Veranstaltung moderierte. "Richtiges Unternehmertum hat auch etwas mit Bauchgefühl zu tun. Dennoch bilden Betriebswirtschaft und das Wissen um die rechtlichen Folgen unsere Basis". Anita Sahm, Andrea Schulte-Täumer und Britta Weingarten vom betriebswirtschaftlichen Ausschuss des Verbands Nordrhein hatten ein anspruchsvolles Programm zusammengestellt.

Bundesweit gute Zahlen

Zum Einstieg präsentierte ZVDH Bereichsleiter Wirtschaft und Unternehmensführung, Dipl. Ökonom Felix Fink einen Rückblick über die Baufertigstellungen im Zeitraum von 1993 bis 2011. "Die Entwicklungen sind deutschlandweit unterschiedlich: Bayern und Baden-Württemberg hatten 2011 nahezu 60 Prozent der Baugenehmigungen, bezogen auf die alten Bundesländer", sagte Fink. Allerdings schätzen die Nordrheinischen Betriebe ihre Lage nicht ganz so gut ein, wie die Dachdecker bundesweit. Auch die Auswertung der Auftragsbestände der

aktuellen ZVDH-Konjunkturumfrage

belegt, dass die Nordrheinischen Dachdecker etwas schlechter da stehen, dennoch bleibt die gesamtwirtschaftliche Lage im Dachdeckerhandwerk positiv.

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Gute Wirtschaftszahlen für die Dachdeckerbranche präsentierte Felix Fink.

"Sind Ihre Verträge noch aktuell oder fühlen Sie sich zu sicher?", fragte Rechtsanwalt Rolf Zimmermans, Justiziar der Baugewerblichen Verbände, in die Runde. Der VOB-Experte gab einen anschaulichen Parforceritt vom richtigen Bauvertrag bis zu Vertragstypen, Abnahme oder Sicherheitsleistung. "Vorgefertigte Musterverträge können zum Boomerang werden. Vor allem bei Privatkunden empfehle ich den einfachen Vertrag", riet Zimmermanns.

Haftungslücken bei den Garantien

Um Haftungsrisiken und Regressprobleme bei schadhaftem Material ging es bei Rechtsanwalt und DDH Autor Wolfgang Reinders. Reinders schilderte aktuelle Schadensfälle aus der Praxis. Der Dachdecker haftet für die Arbeit, er kann den Händler beim Material in Regress nehmen, den Hersteller ohne Materialgarantie allerdings nicht. Es gibt somit eine relevante Haftungslücke. "Problematisch wird es auch bei Herstellergarantien zu Produkten, die es längst nicht mehr gibt", warnte Reinders.

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RA Rolf Zimmermanns erklärte im Schnelldurchlauf alles zum Bauvertrag und der VOB.

Sein Fazit: Die Idee der Materialgarantie ist gut, die Garantien sollten jedoch aktualisiert werden, der ZVDH arbeitet daran. "Beeinflussen Sie ihren Baustoffhändler und weisen ihn auf die Vorteile der Materialgarantien hin", ergänzte Thomas Schmitz, "nehmen Sie die Herstellerangaben kritisch unter die Lupe", sagte Manfred Schröder. Haftungsfallen, speziell die genauen juristischen Definitionen von Verhinderung und Minimierung erläuterte abschließend Christian Bargherr von der Debau, einer Finanzdienstleistung der DEG.

Johannes Messer

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 06/2012.

Letzte Aktualisierung: 29.02.2012