Verwahrungen und Anschlüsse: Das muss der Dachdecker wissen

Wir zeigen, was der Dachdecker bei der Ausführung von Verwahrungen und Anschlüssen beachten muss. Hierbei stellt sich zunächst die Frage, ob ein traufseitiger, seitlicher oder firstseitiger Anschluss vorhanden ist.

Verwahrung und Anschlüsse
Metallische Anschlüsse müssen im Vorfeld genau geplant werden und entsprechend fachgerecht ausgeführt sein, da viele Faktoren wie Materialkombination, Gebäudebewegungen etc. berücksichtigt werden müssen. Foto: DDH

Als Verwahrungen bezeichnet man Anschlüsse im Bereich des Übergangs vom Dach zu aufgehenden Bauwerksteilen. Da Anschlüsse sehr individuell geformt sein können, bietet sich eine Ausführung mit Kantprofilen aus Metall an, da so selbst schwierigste Anschlüsse realisiert werden können. So wird für fast alle Deckungsarten, Metall als Werkstoff für Anschlüsse empfohlen. Man unterscheidet traufseitige, seitliche und firstseitige Anschlüsse (je nach Einbaulage) an Dachdeckungen und Anschlüsse an Abdichtungen.

Da in diesen Bereichen unterschiedliche Bauwerksbewegungen auftreten können und Werkstoffwechsel überbrückt werden müssen, ist hier eine besonders sorgfältige Planung und Ausführung erforderlich. Anschlussdetails dürfen keine Zufallsprodukte sein, die sich während der Bauphase ergeben, sondern sie müssen geplant werden. Leider treten hier aufgrund unzureichender Planung und nicht fachgerechter Ausführung an Anschlüssen sehr häufig Bauschäden auf. Verwahrungen an Dachdeckungen müssen regensicher in das Dachdeckungsmaterial integriert und regendicht an das Bauteil angeschlossen werden. Ebenso müssen Bauwerksbewegungen schadlos aufgenommen werden können.

Wegen der unterschiedlichen Bauwerksbewegungen werden Anschlüsse in der Regel zweiteilig ausgeführt (einteilige Ausführungen sind die Ausnahme und auf eine Einzellänge von maximal 3 m begrenzt). Bei zweiteiligen Ausführungen wird der obere Schenkel des Anschlusswinkels von einem zusätzlichen und getrennt angebrachten Überhangstreifen überdeckt.

Die Anschlusshöhen der wandseitigen Schenkel sind abhängig von der Dachneigung und der Einbaulage (F = first- seitig, T = traufseitig oder S = seitlich), siehe Tabelle oben. Für den Rückhalt gegen auftreibendes Wasser wird der firstseitige Anschluss mit einem Rückfalz von 15 bis 20 mm versehen. Die Befestigung erfolgt indirekt mittels Haften.

Traufseitige Anschlüsse

Traufseitige Anschlüsse überdecken immer den Deckwerkstoff. Die Überdeckungslänge ist abhängig von der Dachneigung und beträgt bis 15° mindestens 200 mm, von 15 bis 22° mindestens 150 mm und über 22° mindestens 100 mm. Die aufliegenden Bleche können der Kontur der Deckung entsprechend angeformt werden. In diesem Fall wird üblicherweise Blei, Weichkupfer oder gewelltes (plissiertes) Zinkblech wegen der guten Formbarkeit verwendet. Formstabile Bleche werden durch Ausschnitte (Zahnung) an die Deckung angepasst oder erhalten bei ebenen Deckwerkstoffen einen Umschlag. Das Anschlussblech wird in der Regel nur am aufgehenden Bauteil gegen Abrutschen und Windsog gesichert.

Seitliche Anschlüsse

Seitliche Anschlüsse werden unterschieden in unterliegende und aufliegende Dachanschlüsse. Wie sich aus dem Namen leicht erschließen lässt, liegt bei dem unterliegenden Anschluss das Metall unter, bei aufliegendem Anschluss auf der Deckung.

Unterliegende Metallanschlüsse

Die Montage von Anschlüssen aus Metall, die unterhalb der Dachdeckung liegen, kann auf einer vollflächigen Deckunterlage oder auf einer Lattung mit einem lichten Traglattenabstand von maximal 170 mm erfolgen. Anschlüsse mit Schichtstücken, sogenannte Nockenanschlüsse und Bleianschlüsse kommen nur bei einer vollflächigen Deckunterlage oder bei Doppeldeckungen zur Anwendung.

Praxis-Tipp

Merke: Die Deckunterlage dient zur Aufnahme der Deckung oder Abdichtung und muss auf den zur Anwendung kommenden Werkstoff abgestimmt sein, zum Beispiel Lattung, Schalung, Trapezblech und Ähnliches.

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 16.2020.

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Letzte Aktualisierung: 18.11.2020