Dachdetails, im Bildausschnit des Ziegeldaches ist ein Teil der Mansarde und des Hauptdaches zu sehen, sowie eine ausgehende Wangenkehle aus Schiefer Quelle: DDM Kaulartz
Bis in die kleinsten Ecken wurden alle Details von den Mitarbeitern des Dachdeckerbetriebs Kaulartz perfekt ausgearbeitet. Quelle: DDM Kaulartz

Steildach

12. July 2021 | Teilen auf:

Viele Quadratmeter, wenig Fläche

Steildach: Die 440 m² Dachfläche einer Villa in Aachen lässt Großes vermuten, ist aber hauptsächlich in ihrer Kleinteiligkeit groß. Liebevoll gestaltete Details ergänzen knifflige Dachabschnitte. Dazu erhielt das Jugendstil-Gebäude noch die passende Wärmedämmung.

Bei der Dachsanierung einer Aachener Jugendstilvilla durch den Dachdeckerbetrieb Kaulartz aus Monschau kam ein anthrazitfarbener Tondachziegel zum Einsatz. In Kombination mit Details aus Schiefer gelang eine langfristig sichere Neueindeckung, die trotz aller Modernität den historischen Charakter des Hauses erhält.

Das Bild der Abrissarbeiten zeigt die alte rotbraune Eindeckung und Gaubenbekleidung aus Zink. Die Zwischenräume der Sparren wurden später noch zusätzlich mit Mineralwolle gedämmt. Quelle: DDM Kaulartz

13 Dachabschnitte

Im Aachener Süden musste das komplex gestaltete Dach einer historischen Jugendstilvilla dringend saniert werden. Das Haus war 1912 nach Plänen des Architekten Walter Eversheim errichtet worden. Ein markantes Element ist dabei der Kontrast von runden und eckigen Formen, umgesetzt unter anderem durch einen halbkreisförmig geschwungenen Erker in Richtung Garten. Betont wird der angenehm harmonische Charakter des Hauses durch das über drei Ebenen reichende, im unteren Bereich leicht geschwungen nach außen auslaufende Mansarddach. Der vielfach unterteilte und an seinem First 14 Meter hohe Aufbau integriert neben dem Hauptdach auch vier kleinere Mansarddächer sowie mehrere Gauben. In der Summe finden sich somit 13 Dachabschnitte mit einer Gesamtfläche von 440 Quadratmetern.

Nach über 100-jähriger Nutzung musste das Dach zuletzt dringend erneuert werden. Mit der Umsetzung der Maßnahme wurde das Dachdeckerunternehmen Kaulartz, Mitglied der Dachdeckerinnung Aachen, aus dem nahe gelegenen Monschau beauftragt. Große Bedeutung im Rahmen der Angebotserstellung und -auswahl hatte dabei insbesondere die Wahl eines geeigneten Tondachziegels. Nach einer vorherigen Musterung und passend zu den ausgewählten Details aus Schiefer hatte sich die Eigentümergemeinschaft für den Tondachziegel Rheinland anthrazit entschieden: „Die Ziegel wirken ruhig und ausgeglichen und entsprechen in ihrer Form weitgehend den alten Tondachziegeln“, berichtet der mit der Maßnahme betraute Dachdeckermeister Jan Beul. „Ganz wichtig war außerdem, dass die Ziegel ganz hier in der Nähe in Brüggen gefertigt werden, so dass wir jederzeit den Vorteil von kurzen Wegen hatten.“

Die Drohnenaufnahme macht deutlich, wie verschachtelt die Dachfläche ist. Quelle: DDM Kaulartz

Komplexe Unterkonstruktion

Im Rahmen der Abbrucharbeiten war zunächst der gesamte Aufbau des Hauptdaches sowie der angrenzenden Mansarddächer bis auf die Sparren abgetragen worden. In einigen Bereichen mussten zusätzlich auch einige Dachsparren ausgewechselt werden, um die gewünschten Dachflächenfenster zum Ausbau des Dachgeschosses integrieren zu können.

Im Anschluss konnte das zumeist aus vier Handwerken bestehende Dachdeckerteam um den Vorarbeiter Michael Claßen mit der Ausführung der neuen Unterkonstruktion und der neuen Wärmedämmung beginnen. Im Bereich des Hauptdaches wurden eine neue Zwischensparrendämmung und eine Konvektionssperre verlegt, die Überdämmung der Sparren erfolgte mit einer 120 mm dicken PU-Dämmplatte. Direkt darüber wurden eine 4 x 6 Zentimeter starke Konterlattung sowie ein Trauf- und Ortgangbrett als Unterkonstruktion für die Schieferbekleidung ausgeführt. Bei den Mansarddächern kam im Bereich des innen liegenden Mauerwerks eine 160 mm dicke Fassadendämmplatte mit WLG 035 entsprechend den geltenden KFW-Anforderungen zum Einsatz. Anschließend wurden die Sparren aufgedoppelt und eine 3 x 5 Zentimeter starke Konterlattung und Traglattung sowie ein Trauf- und Ortgangbrett als Unterkonstruktion für die Schieferbekleidung umgesetzt.

Den ganzen Artikel lesen in der neuen Ausgabe DDH 09.2021.