Vier Werkzeuge für Haiti

Drei Wochen lang bauten die Dachdecker Eckhard Behm und Rainer Willms-Herkenrath in Haiti Häuser. Dass die Zustände vor Ort chaotisch sind, hatten sie befürchtet. Nicht klar war ihnen, dass sie ohne das bestellte und dringend benötigte Material arbeiten müssen. Bis heute liegt der damit beladene Container im Hafen von Cap Haitien.

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Eckhard Behm (rechts) mit Sohn Christof, der den Betrieb in den nächsten Jahren übernehmen wird. Foto: DDH

Die beiden Dachdeckermeister Eckhard Behm aus dem Rheinland (Bonn) und Rainer Willms-Herkenrath (Much) mussten nicht lange überlegen. Als Behm über eine Bekannte in Bonn-Oberkassel die Anfrage erhielt, dass ein Förderverein mehrere Gebäude eines Waisenhauses in Haiti bauen wollte und dazu Handwerker suchte, musste er nicht lange nachdenken. Als Kollege Willms-­Herkenrath ebenfalls von seiner Frau grünes Licht für die ­Reise bekam, war auch er bereit. Für ihre unentgeltliche Arbeit – lediglich Unterkunft und Essen waren frei –
trommelten die Dachdeckermeister bei der Dachbaustoffindustrie und baten um Unterstützung in Form von Werkzeugen und Geräten. Und die kam reichlich: Werkzeuge von Freund, DTG Rövenich, Dachrinnen von Haushaut und Beda, Kleinteile von der DEG, Akkumaschinen von Hilti – ausreichend Dachmaterial vom Feinsten.

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Der Container steht immer noch im Hafen


Doch passend zu den zum Teil chaotischen Zuständen im Land steht der Container mit den hochwertigen ­Materialien und Werkzeugen inklusive Solarmodulen immer noch im Hafen von Cap Haitien. Es fehlt lediglich eine Unterschrift, damit die zollfreie Ware losgelöst werden kann. Jeden Tag schickten die Helfer eine Abordnung in die Gemächer des Bischofs, der nur die Bescheinigung ausstellen müsste. Auch dass die Einrichtung katholisch ist, half an dieser Stelle nicht. Die Helfer wurden vertröstet, immer wieder – bis heute. Nach zwei Wochen versprach der Sekretär, dass die Unterschrift „getätigt“ sei. Passiert ist bis heute nichts, das ist jetzt fast vier Wochen her. Zustände aus einer anderen Welt.

Das alles berichtet Behm gelassen und entspannt – „hilft ja nichts“. „Vielleicht müssen wir nochmals jemand hinschicken, der die Dacharbeiten zu Ende bringt. Improvisieren können die Haitianer schon, aber eine Systemlösung verarbeiten, Rinnen anschlagen traue ich ihnen dann doch nicht zu“, sagt der Obermeister der Dachdecker Innung Bonn/Rhein-Sieg.

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Brennende Reifen auf der Straße

Privat war Behm, der gerne reist, schon mal in Singapur und den Emiraten. Aber Haiti ist nicht unbedingt das Urlaubsziel. Das von Stürmen gebeutelte Land ist ziemlich vermüllt, politisch problematisch, getrennt durch eine Grenze zum Nachbarland ­Dominikanische Republik, das wenigstens vom Tourismus leben kann. „Brennende Reifenstapel haben wir vor Ort auch erlebt. Es ging um gestiegene Benzinpreise. Auf der Straße haben wir zu dem Zeitpunkt niemand gesehen“, so Behm. Das ist allerdings eine Seltenheit. Sonst sind die Straßen von kleinen Mofas und Tuktuks ­(Pickups) bevölkert, die ihren eigenen Verkehrsregeln folgen. „Der lauteste hat Vorfahrt und vier Mann auf einem Mofa sind die Regel“, lacht Behm .

Johannes Messer

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH, Ausgabe 15-16.2018.

Aktueller Hinweis: Dachdecker Behm sucht noch 2 erfahrene Dachdecker für die Fertigstellung der Arbeiten auf Haiti. Flug, Kost und Logie sind selbstverständlich frei.
Kontaktanfragen unter:

Telefon: 0228 44 19 63
info@behm-dach.de.


Letzte Aktualisierung: 20.08.2018