Volle Kontrolle dank Rohr und Schott

Der Einbau eines Kontrollrohrs ermöglicht die zerstörungsfreie Prüfung des Abdichtungsaufbaus während der gesamten technischen Nutzungsdauer. Gemeinsam mit gut dokumentierten Abschottungen von ­Teilflächen ist das Kontrollrohr das geeignete Instrument zur Überprüfung eines dauerhaft funktionierenden Dachaufbaus.

Kontrollrohr eingebaut in der Abdichtung unterhalb des aufgebrachten Substrats für eine Begrünung.
Kontrollrohr eingebaut in der Abdichtung unterhalb des aufgebrachten Substrats für eine Begrünung.
Foto: Sika

Kontrollrohre, welche von verschiedenen Herstellern angeboten werden, können beispielsweise aus hochwertigem thermoplastischem Polyolefin (TPO), Polyvinylchlorid (PVC) oder Edelstahl produziert werden. Die Kontrollrohre bestehen in der Regel aus einem Kontrollrohr mit Flansch (Grundelement), welcher auch als Tablett oder Tableau bezeichnet wird, einem Deckel mit Dämmkern und einem Formteil zum Anschluss der Abdichtung. Je nach Hersteller und Ausführung werden die Kontrollrohre auch geringfügig in die Unterlage eingelassen.

Durch den Einbau eines Kontrollrohrs kann in die Abdichtung eingedrungenes Niederschlagswasser bereits in einem frühen Stadium festgestellt werden. Ohne diese Kontrollrohre treten Undichtigkeiten in der Regel erst dann zutage, wenn der Schaden bereits ein größeres Ausmaß angenommen hat und sich im Gebäudeinnern Schädigungen zeigen. Weiterhin stellen Kontrollrohre auch eine qualifizierte Abnahme der Abdichtung (Vermerk im Abnahmeprotokoll) durch einen Dichtigkeitscheck in Form eines Einblicks in den Abdichtungsaufbau sicher. Das mögliche Optimum aber bietet die Überprüfung der Dichtigkeit, wenn die Abdichtung – die statische Tragfähigkeit der Unterlage vorausgesetzt – vorab mehrere Tage unter Wasser gestanden hat, gewissermaßen geflutet wurde. Dies kann zur besseren Erkennbarkeit mit eingefärbtem Wasser erfolgen. Die Lecksuch-Farbstoffe in den erhältlichen Farben Rot, Grün, Gelb und Blau sind optisch ohne Hilfsmittel erkennbar. Diese werden im zu prüfenden Bereich in Wasser aufgelöst und der zu untersuchende Wasserverlauf bzw. die Undichtigkeit wird somit deutlich sichtbar gemacht.

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Die Kontrollrohre sind zur Montage an den Flächen- oder Abschottungstiefpunkten vorgesehen und sollten zur zuverlässigen Inspektion der Abdichtung auch dort montiert werden. Bedauerlicherweise werden diese Kontrollrohre jedoch – wahrscheinlich aus Unwissenheit – erstaunlich selten eingebaut. Hier kann der Dachdecker sicherlich durch ein beratendes Gespräch dem Bauherrn die handfesten Vorteile dieser Kontrollmöglichkeit benennen, wie beispielsweise eine eindeutig wasserdichte Abnahme der Abdichtung oder die Früherkennung von Undichtigkeiten im Abdichtungsaufbau, und ihn zu dem lohnenden Entschluss führen, eine solche Maßnahme innerhalb seiner Abdichtung einzubauen. Mit dem Einbau von Kontrollrohren ist eine regelmäßige Überprüfung der Abdichtung, beispielsweise innerhalb anstehender Wartungsarbeiten, ohne großen Aufwand möglich.

Hans Peter Eiserloh Michael Oliver Schaaf

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 05.2018.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2018

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