Vom Container in die Pyramide

Extreme Neigung und lange Sparren dies beschreibt das Neubauprojekt in Köln wohl am besten. Bei der Herstellung der Grate ließ sich DDM Vierling aus Köln etwas Besonderes einfallen. Er konstruierte eine belüftete Gratkonstruktion aus vorbewittertem Titanzink, welche sich an das Deckbild des flachen Dachsteines anpassen.

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Hoch oben: die Dachdecker der Vierling Bedachungen aus Köln auf dem Pyramidendach in des KiTa-Neubaus in Köln. Mit einer Dachstein-Zink Kombination deckten sie die Grate ein. Fotos: Braas

Zur Verbesserung der Bildungschancen von Kinder entsteht als integraler Bestandteil der zukünftigen Bildungslandschaft im Kölner Stadtteil Höhenberg Vingst für fünf Betreuungsgruppen von je 10-20 Kindern eine neue Kindertagesstätte mit einer besonderen Dachform. So entwickelten die Architekten ein modernes Gebäude, dass vor allem mit seinem dominanten Dach Aufsehen erregt und eine eigenständigen Architektursprache formuliert. Ganz bewusst setzte das Kölner Architekturbüro Peter Böhm mit dem markanten Dach auf dem neuen Gebäude einen Akzent im städtebaulichen Gefüge. So wird die neue Kindertagesstätte als ein bedeutendes öffentliches Gebäude im Stadtteil verstanden und erlebbar gemacht und ihre Bedeutung als eine wichtige Einrichtung des öffentlichen Lebens unterstrichen.

Aufgrund von Schadstoffbelastungen musste die alte Kindertagesstätte im Sommer 2002 in Container auf dem gleichen Grundstück ausgelagert werden. Das alte Gebäude wurde abgerissen. Die neue Kindertagesstätte befindet sich nun am nördlichen Rand des Grundstücks und fasst einen kleinen Platz mit dem öffentlichen Kinderspielplatz neu ein.

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Hand in Hand vom Ziegelboy: Bei der Verlegung der Dachsteine setzten die Dachdecker Ziegelverteiler ein. Die Deckung erfolgte über provisorische Laufbohlen oder Deckleitern.

Die Architekten planten ein Gebäude mit quadratischem Grundriss auf einer Grundfläche von 23 x 23 m. Das neue Gebäude hat zwei Vollgeschosse und bekommt ein hohes, spitzes Zeltdach. Als Gestaltelement der modernen Architektur ist das geneigte Dach hier in besonderer Weise prägend. Das Konzept des Gebäudes sieht vor, dass durch einen Windfang zunächst eine zweigeschossige Halle mit Verbindungstreppe zum Obergeschoss betreten wird. Von diesem zentralen Bereich aus werden alle Räume - das Büro der Leitung, ein behindertengerechtes WC, die zentrale Küche mit Nebenräumen sowie auf der rechten Seite die Räume für eine Kindergartengruppe - untergebracht. Nach Süden liegen die beiden altersgemischten Gruppen mit direktem Ausgang ins Freie. Ein separater Ausgang liegt an der Ostseite und ist mit der Halle über einen Flur verbunden. Im Obergeschoss befinden sich auf der nordwestlichen Seite Personal- und Nebenräume, auf der Ostseite Mehrzweck- und Abstellraum und nach Süden zwei Gruppenräume. Über einen breiten Flur führt im Osten eine Treppe in den Garten. Den südlichen Gruppenräumen ist ein Balkon mit Fluchtrutsche in den Garten vorgestellt.

Das nicht unterkellerte Gebäude wurde mit Deckenkonstruktionen Stahlbetondecke und einer Wandkonstruktion mit Kalksandstein sowie einem Wärmedämmverbundsystem mit einem weißen, glatten Putz ausgeführt. Der Sockelbereich besteht bis zu 60 cm Höhe aus Riemchen. Die sonstigen tragenden Wände wurden in weiß verputztem Kalksandstein ausgeführt. Die Metall-Glasfassade im Eingangsbereich wurde ebenso wie die Aluminiumfenster und türen und der außenliegende Sonnenschutz kontrastreich in der Farbe schwarzblau gestaltet. Die Dämmmaßnahmen für oberste Geschossdecke und Wandbereiche wurde entsprechend den Vorgaben der Stadt Köln im Passivhaus-Standard ausgeführt.

Horst Pavel

Den ausführlichen Artikel lesen Sie in Ausgabe DDH 08.2013.

Letzte Aktualisierung: 09.04.2013