„Von Dachrand zu Dachrand“

Frühe Patente, das Systemdach, die Solareuphorie und der Besuch des Bundespräsidenten Horst Köhler – das sind Meilensteine von Alwitra, das am 1. Juli 50 Jahre wurde. Im Interview berichtet Inhaber ­Joachim Gussner vom Jubiläumsjahr und verrät unter anderem, wie die Idee zu Evalon Solar entstand.

Joachim Gussner: „Alwitra ist ein Unternehmen, das Dachlösungen mit Solarprodukten anbietet und nicht umgekehrt.“ Foto: DDH

Alwitra ist am 1. Juli 50 Jahre alt geworden, wir feiern das im Juli für einen Tag mit unseren Mitarbeitern. Das machen wir ganz bewusst im Rahmen unseres Unternehmens. Damit wollen wir uns bei unserem Team bedanken, das uns die Jahre über so gut unterstützt hat. Es wird bei hoffentlich gutem Wetter ein schöner Tag für alle werden. Aber im Grunde steht das ganze Jahr im Zeichen des Jubiläums – wir waren erstmals seit vielen Jahren wieder auf der DACH+HOLZ, es gibt eine ganzjährige Anzeigenkampagne und wir unterstützen regionale Aktionen wie den Trierer Stadtlauf. Außerdem sponsern wir gemeinsam mit DDH den Sanierungspreis 14 in der Kategorie Flachdach. Anstelle eines einzelnen Großevents setzen wir auf viele Höhepunkte über das ganze Jahr verteilt.

2 013 war wetterbedingt ein schwieriges Jahr für Industrie und Verarbeiter, in diesem Winter konnten Dachdecker vielerorts durcharbeiten. Wie beurteilen Sie die Marktentwicklung für Ihr Unternehmen in diesem Jahr?
Das Jahr 2014 ist witterungsbedingt gut gestartet, das gilt sowohl für Alwitra als auch für die Dachbranche insgesamt. April und Mai sind dann im Vergleich zu dem fulminanten Start etwas abgefallen. Wir finden uns in den Zahlen des DUD (Industrieverband Kunststoff-Dach und Dichtungsbahnen e. V.) (Anmerk. der Red.: verlegte Fläche Januar bis März 2014: 4,1 Millionen Quadratmeter Kunststoffbahnen = + 30 % zu 2013) wieder, liegen sogar zum Teil noch darüber. Dabei hilft uns, dass nach unserem Empfinden das Flachdach im privaten Wohnungsbau eine gewisse Renaissance erlebt. Alwitra wird – passend zum Jubiläum – im Jahr 2014 eine gute Entwicklung nehmen.

Schon frühzeitig hat Alwitra auf den Solarmarkt gesetzt. Der Boom scheint erst einmal vorbei – wie geht Ihr Unternehmen damit um und wie geht es mit dem Solarmarkt aus Ihrer Sicht weiter?
Generell sind wir ein Unternehmen, das Dachlösungen mit Solarprodukten anbietet und nicht umgekehrt. Wir sehen die Entwicklung im Bereich Solar weiterhin positiv, für uns ist die aktuelle Modulkrise jedoch sehr schwierig: 1999 sind wir als Solarpionier gestartet und können momentan Produkte wie Evalon Solar nicht anbieten, weil unsere Partner nicht mehr am Markt sind. Für Alwitra ist diese Situation schrecklich: Es gibt einen Markt, es gibt eine Nachfrage und wir haben das Know-how – aber es gibt kein Produkt, das wir für unsere Lösung einsetzen können. Momentan arbeiten wir an beidem: der Entwicklung neuer Produkte im Solarbereich und daran, mit einem langfristigen Partner wieder eine dachintegrierte, dachdeckerfreundliche Lösung anzubieten. Wann das sein wird, kann ich aktuell nicht sagen, wir wollen bei unseren Verarbeitern auch keine falschen Hoffnungen wecken.
Eine weitere Perspektive ist die absehbare Sanierungswelle im Bereich Solar. Hier wurden in den Jahren der Goldgräberstimmung Flachdächer mit Solarmodulen ausgestattet, deren Unterkonstruktionen dafür nicht geeignet sind. Da kommt noch einiges auf uns zu, denn viele dieser Konstruktionen halten sicherlich keine 20 Jahre.

Welchen Stellenwert besitzt der Systemgedanke bei Alwitra?
Der Systemgedanke zieht sich wie ein roter Faden durch unsere fünfzigjährige Geschichte. 1964 starteten wir mit einem weltweiten Patent für ein flexibles Aluminium-Dachrand-Abschlussprofil für das Flachdach, so entstand der Name „Alwitra“ als Abkürzung für „Aluminium Wilhelm Trappen“. Passend dazu entwickelten wir Anfang der siebziger Jahre die ersten weißen Kunststoffdachbahnen, gefolgt von diversen Einbauteilen wie Gully und Lüfter sowie Lichtkuppel-Systeme mit Verbundrahmen aus Polyurethan, die mit einem Anschlussstreifen aus dem Dachbahnenmaterial ausgestattet waren, um ein materialhomogenes System zu haben. 1999 wurde als weiterer Meilenstein die weltweit erste Solardachbahn Evalon Solar mit integrierten, flexiblen PV-Modulen vorgestellt. Das Ziel ist bis heute, die wasserführende Schicht aus einer Hand zu liefern, von Dachrand zu Dachrand.

Malte von Lüttichau, Johannes Messer

Das vollständige Interview lesen Sie in Ausgabe DDH 13.2014.

Letzte Aktualisierung: 08.07.2014