Von Keller bis Dach

Bauwerksabdichtung mit 2 mm dicken Kunststoffbahnen, PYE-Verbundsystem für unterkellerte Bodenbereiche und Sicherheitsrinnen für das Kupferdach – bei der Wiederherstellung des barocken Schlosses Berlin mussten die Dachdecker am Boden und auf dem Dach arbeiten. Die Hanebutt GmbH verlegte rund 270 m Sicherheitsrinne samt Dränage als zweite Entwässerungsebene unter den Kupferkehlen der Hauptdachflächen.

Sanierung Berliner Schloss Hanbebutt Aufmacher
Kupfer am Dach, Kunststoffdachbahn in den Kehlen des Berliner Schloss - Humboldtforum – die Hanebutt GmbH setzte auf verschiedenste Materialien. Fotos: Wolfin

Die Reste der historischen Keller sind das Einzige, was an Ort und Stelle vom alten Schloss übrig geblieben war, nachdem die DDR-Führung 1950 aus ideologischen Gründen das barocke Berliner Schloss sprengen ließ. Es schien, als sei die Geschichte des hohenzollerschen Königs- und Kaiserhauses beendet. Doch es kam anders: Die Fassade des Kaiserschlosses wird zu drei Vierteln wieder hergestellt, zu kleinen Teilen mit Originalfragmenten, zum Beispiel am Portal V, das Innere als Humboldtforum neu erbaut. Und der kleine Rest der historischen Substanz genießt den Schutz der Denkmalpflege, und eine neue Abdichtung. Mit einer neuen Bauwerksabdichtung sind die Übergänge vom unterkellerten Schlüterhof und der Passage zu den aufgehenden Bauteilen sicher gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Mit einer Kunststoff-Dach- und -Dichtungsbahn sicherte die Hanebutt GmbH die Rinnen an der Attika gegen eindringende Feuchtigkeit von oben.

Initiative nach Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung machten sich in Berlin private Initiativen für eine Rekonstruktion des Schlosses stark. Der Bundestag folgte 2002 der Empfehlung der internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ und sprach sich für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses aus. Am Ende einer langen Diskussion stand ein Kompromiss: ein Schloss, das nicht Schloss heißt, sondern Humboldtforum im Berliner Schloss. Ein modernes Gebäude in den Maßen des historischen Schlosses. Sowohl die rekonstruierten Barockfassaden, die drei Außen- und drei Innenhoffassaden, die historischen Schlossportale und die Wiedererrichtung der Kuppel als auch die vier neu entworfenen Fassaden, drei Innenhoffassaden sowie die neue Ostfassade des Humboldtforums, das Belvedere, wurden durch Franco Stella und sein Planungsteam im Rahmen der Franco Stella Humboldt-Forum Projektgemeinschaft (FS HUF PG) geplant, nachdem der italienische Architekt in 2008 den internationalen Wettbewerb für das gesamte Projekt gewonnen hatte. 2013 wurde der Grundstein für das Humboldtforum gelegt. 2015 wurde Richtfest gefeiert und 2019 soll es eröffnet werden. Und in den vier Jahren zwischen Richtfest und Eröffnung war und ist noch viel Arbeit im Detail zu tun, unter anderem mit der Bauwerksabdichtung in der Nord-Süd-Passage und im ehemaligen „Kleinen Schlosshof“, dem Schlüterhof.

Schwachstelle Flachdach? Zum Fachbuch Schäden an Abdichtungen:

2 mm dicke Abdichtung und Verbundblech für Grundmauern

Die Nord-Süd Passage und der Schlüterhof sind zum großen Teil frei bewittert. Um die sensiblen Natursteinfassaden und Säulen im Randbereich der Innenhöfe gegen Feuchtigkeit zu schützen, verlegten die Dachdecker noch gemäß DIN 18195-5 eine Kunststoff-Dach- und Dichtungsbahn in der besonders strapazierfähigen 2 mm dicken Variante. Vom Betonuntergrund des Innenhofs bis zur Spritzwasserhöhe (50 cm über GOK) verlegten die Experten zunächst ein Verbundblechprofil auf Schutzvlies, welches an den Grundmauern angebracht und mechanisch befestigt wurde. Auf dem Untergrund wurden dann die 2 mm dicken Abdichtungsbahnen verlegt und an den Verbundblechprofilen materialhomogen angeschweißt. Der Anschluss an die bituminöse Flächenabdichtung erfolgte im PYE Verbundsystem im Einflämmverfahren, bei dem die Bahn zwischen zwei Lagen Polymerbitumenbitumenbahn eingebettet wird .

Gerd Hecker

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 06.2018.

Letzte Aktualisierung: 23.03.2018