Vorsicht vor der Sonne

Jeder Dachdecker, der bei dreißig Grad schon einmal eine Bitumenbahn verschweißt hat, weiß, wie unerträglich die Hitze auf dem Dach im Sommer werden kann.

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Ein Anrecht auf "Hitzefrei" wie in der Schule hat der Mitarbeiter nicht. Foto: DDH

Die etwa 850 Grad heißen Flammen des Gasbrenners erhitzen die Luft im direkten Umfeld auf bis zu siebzig Grad. Aber das Arbeiten in diesen Temperaturen ist nicht nur unangenehm, die Hitze kann sich auch negativ auf Gesundheit und Sicherheit der Arbeitenden auswirken und mindert unter Umständen die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit. Typische hitzebedingte Beschwerden sind zum Beispiel Schwindel, Kopfschmerzen, Erschöpfung, Übelkeit und Erbrechen. Typische ozonbedingte Beschwerden sind Reizungen der Augen und der Atemwege. Untersuchungen haben ergeben, dass bereits ab Temperaturen von 22 Grad Celsius die Leistungsfähigkeit des Menschen pro zusätzlichen Wärmegrad um fünf Prozent absinkt.

Ein Anrecht auf "Hitzefrei" wie in der Schule hat der Mitarbeiter aber nicht und es gibt keine verbindlichen Regelungen für Hitzepausen. Der Arbeitgeber trägt allerdings die Verantwortung dafür, dass Arbeitnehmer unter gesundheitsgerechten Bedingungen arbeiten können. Gesetzlich geregelt ist die Rangfolge der Maßnahmen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet zunächst technische, dann organisatorische und zuletzt personenbezogene Schutzmaßnahmen umzusetzen.

Hier einige Tipps, wie Sie sich und Ihre Mitarbeiter vor Hitze und Sonne schützen können:

1. Stellen Sie Ihren Mitarbeitern Mineralwasser zur Verfügung. Das Gesundheitsamt empfiehlt bei der Hitze drei Liter am Tag.

2. Besser Tee statt Kaffee und keinen Alkohol trinken

3. Frühzeitig und regelmäßig trinken, bevor sich der erste Durst meldet

4. Wasser oder leicht gesüßter Tee sind besser als süße Getränke

5. Leichtes Essen wie Obst und Salate bevorzugen. Eine Banane ist beispielsweise gut geeignet, um den Mineralstoffhaushalt schnell auszugleichen.

6. Kopfbedeckung und helle, leichte Kleidung tragen

7. Das T-Shirt zur Kühlung zwischendurch anfeuchten

8. Vorsicht bei Arbeiten mit bloßem Oberkörper drohen Hautschäden die Haut bedecken und Sonnencremes verwenden.

9. Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen

10. Übermäßige körperliche Anstrengungen vermeiden wenn möglich durch den Einsatz von Maschinen

11. Schwere oder belastende Arbeiten auf den Morgen verlegen. Der spätere Nachmittag ist auch nicht geeignet, da dann die Ozonwerte am höchsten sind.

12. Baustellen im Schatten bevorzugen oder - wenn möglich - Schatten schaffen

13. Arbeitszeiten anpassen: Früher anfangen und häufiger Erholungspausen gewähren

14. Zur heißen Mittagszeit eine ausgiebige Pause einlegen

15. Überstunden vermeiden

16. Bei Anzeichen von körperlichen Beschwerden Maßnahmen ergreifen

Sonnenstich

Symptome:

Schwindel, Übelkeit und Nackenschmerzen (steifer Nacken)

Maßnahmen:

Person in den Schatten bringen, Kopf hoch lagern und mit kalten feuchten Tüchern kühlen.

Hitzschlag

Symptome:

Hohes Fiber, Krämpfe, Schweiß bleibt aus, Bewusstseinstrübung. Es besteht die Gefahr einer Hirnschädigung.

Maßnahmen:

Kühlung (übermäßige Kleidung entfernen), kalte Umschläge, Arme und Beine mit Wasser kühlen, den Notarzt rufen.

Hier können Sie sich diese Tipps als PDF-Dokument herunterladen, um sie zum Beispiel Ihren Mitarbeitern mit auf die Baustelle zu geben.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2020

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Hier können Sie sich unsere Hitze-Tipps als PDF-Dokument herunterladen, um sie zum Beispiel Ihren Mitarbeitern mit auf die Baustelle zu geben.

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