Was bringt die neue ÜLU?

Mit der neuen Ausbildungsordnung sind die Betriebe im vergangenen August in das Ausbildungsjahr gestartet. Auch bei den Lehrgängen der überbetrieblichen Unterweisung, kurz ÜLU, ergeben sich Änderungen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen hierzu.

ÜLU Neue Ausbildungsordnung
Die überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) wird in der neuen Ausbildungsordnung länger – insgesamt 15 statt 14 Wochen. Außerdem werden die Lehrgänge neu strukturiert. Foto: DDH

Was ändert sich bei der ÜLU?

Zur Erinnerung: Bisher wurde die betriebliche Ausbildung der Dachdeckerauszubildenden in den drei Ausbildungsjahren insgesamt 14 Wochen in überbetrieblichen Ausbildungsstätten ergänzt bzw. vertieft, davon acht Wochen im ersten Ausbildungsjahr und jeweils drei Wochen im zweiten und dritten Ausbildungsjahr (8-3-3). Dies ändert sich mit der neuen Ausbildungsordnung: Die Gesamtdauer steigt auf 15 Wochen, in einer neuen Verteilung von sechs Wochen im ersten Ausbildungsjahr, fünf Wochen im zweiten und vier Wochen im dritten Ausbildungsjahr (6-5-4).

Was sind die Gründe?

Die neue Verteilung der ÜLU-Wochen ist im Grunde der hohen Abbrecherzahl, vor allem nach dem Ende der viermonatigen Probezeit, geschuldet. Leider beendet eine beachtliche Zahl von Auszubildenden die Ausbildung nach dem ersten Ausbildungsjahr. Die Lehrgänge der ÜLU sind kostenintensiv: Bricht der Auszubildende die Ausbildung ab, ist die Investition verloren. Diesem Umstand will man mit einer Verschiebung der ÜLU-Lehrgänge mehr in Richtung des zweiten und dritten Ausbildungsjahres entgegentreten. Mit der Verlängerung um eine Woche sollen insgesamt zwei neue Akzente in der ÜLU gesetzt werden: Zum einen wird ein von der BGBau zertifizierter Maschinenkurs für Dachdecker mit dem Schwerpunkt Holzbearbeitung eingeführt und zum anderen eine schon seit längerer Zeit gewünschte Erweiterung der Ausbildung im Fachbereich Metall umgesetzt.

Kommen die neuen ÜLU-Kurse einfach dazu?

Nein, die komplette Struktur der Lehrgänge wurde auf der Basis der betrieblichen Erfordernisse, aber auch der Erfahrungen der ÜLU-Ausbildungsstätten in den letzten 15 Jahren einer grundlegenden inhaltlichen wie auch teilweise zeitlichen Überarbeitung unterzogen. Hierdurch wurde es möglich, teilweise neue Inhalte zu berücksichtigen, was dann aber nur zu einer Ausweitung der Gesamtdauer um eine Woche führte.

Das aktuelle erste Ausbildungsjahr wird nach der neuen Struktur unterwiesen?

Nicht unbedingt. Für das im August/September gestartete erste Ausbildungsjahr gibt es eine Übergangsphase. Der Grund: Die ÜLU-Lehrgänge befanden sich zu Ausbildungsbeginn noch in der Entwurfsphase und waren vom Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik (HPI) noch nicht offiziell anerkannt. Gleichzeitig gilt aber bereits die neue Ausbildungsordnung, danach können seitens der SOKA Dach im ersten Ausbildungsjahr nur noch sechs statt früher acht Wochen ÜLU finanziert werden. Daher wurden die bestehenden Grundlehrgänge G-Dach 1/99 bis G-Dach 4/99, befristet bis zum 31.07.2017 für die neue Ausbildungsordnung „geöffnet“, das heißt, die nur teilweise neuen Inhalte der Grundlehrgänge können sozusagen in der alten Lehrgangsstruktur vermittelt werden.

In der Übergangsphase können die überbetrieblichen Ausbildungsstätten zwischen zwei Modellen wählen. Entweder sind dies dann die Alt-Lehrgänge G-Dach 1/99 bis G-Dach 3/99 oder die Alt-Lehrgänge G-Dach 2/99 bis G-Dach 4/99. Beide Varianten ergeben dann die sechs Wochen ÜLU im ersten Ausbildungsjahr. Da sich inhaltlich die neuen und alten Grundlehrgänge nicht gravierend unterscheiden, können entsprechende Anpassungen berücksichtigt werden. Unabhängig hiervon kann aber auch nach den nunmehr genehmigten Unterweisungsplänen und damit nach den neuen ÜLU-Lehrgängen überbetrieblich ausgebildet werden.

Malte von Lüttichau und Artur Wierschem

Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in DDH 01.2017.

Letzte Aktualisierung: 04.01.2017

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