Wechselspiel für Mönch und Nonne

Nach etwa 40 Jahren zwangen Schwachstellen auf dem Gefängnisturm am Hohen Schloss Füssen zum Handeln. Etliche Mönche und Nonnen hatten sich im üppigen Mörtelbett der alten Kegeldeckung gelöst und Feuchtigkeit war in das Tragwerk eingedrungen. Bei der neuen Deckung wich das Mörtelbett einer trockene Verlegetechnik und die konische Flächeneinteilung erfolgte via Zeichenprogramm.

Schloss_Füssen Aufmacher
Neben den Arbeiten am Gefängnisturm werden in verschiedenen Bauabschnitten auch große Teile der Dachflächen instand gesetzt. Fotos: Erlus

Stattliche Mauern, majestätische Architektur mit wehrhaften Zinnen vor alpenländischer Kulisse – das Hohe Schloss Füssen im Allgäu hat alles das, was Besucher anlockt und die bayerische Identität zu unterstreichen vermag.

Dicke Mörtelschicht wird zur Schwachstelle

Sturm, Starkregen, Hagel, Schneelast, Frost und die Bewegungen des Dachstuhls hatten an der Kegeldeckung mit Mönch und Nonne zerstörerisch wirken können. Die Verlegetechnik, vorwiegend mit dickem, sichtbarem Mörtelbett, war vor Jahrzehnten noch anderen Regeln gefolgt und hatte damals nicht den hohen Stand von heute. Bei den Schaden-Checks erwies sich insbesondere die mit einfachem Dachdeckermörtel ausgeführte Verlegung aus einer steifen Mönch/Nonnendeckung als anfällig. Sie war offenbar nicht in der Lage gewesen, die Bewegungen der Unterkonstruktion schadensfrei zu kompensieren. Die dann entstandenen Risse gerieten durch eindringende Feuchte und Frost zum Knackpunkt – im wahrsten Wortsinn. Wann sich danach die Sprengkraft auf die schützenden Mönche übertrug, war in der Altdeckung nur eine Frage der Zeit. Undichte Stellen hatten über Jahre hinweg Teile des Tragwerks angegriffen und hinterließen Schäden an der Kegelspitze, vor allem aber im Traufbereich. Trotz seiner Schalung zeigte sich der halbrunde Kegel mit seinen beiden angesetzten geraden Flächen als instabil, weil die Pfetten durch Fäulnis nicht mehr sicher auf dem Mauerwerk verankert waren. Zwar hätte die bituminöse Abdichtung der Kegelschalung das Eindringen von Feuchte verhindern müssen, doch extreme Temperaturunterschiede über Jahrzehnte hinweg hatte sogar diese Sicherheitsebene schadhaft werden lassen. Auf die Zimmerleute wartete deshalb ein hartes Stück Arbeit, um tragende Teile des Dachstuhls in einen sicheren und noch stabileren Stand zu versetzen.

Die vorhandene Schalung des Kegels mit einer Gesamtfläche von etwa 250 m² konnte weitgehend bestehen bleiben. Doch einige Stellen waren aufgrund der Feuchteschäden reif für die Erneuerung. Darauf folgte eine Unterdeckbahn. Waren die Traglatten ursprünglich direkt auf der bituminösen Schalung fixiert, wurde im Zuge der Sanierung eine Konterlattenebene eingeplant, um eine wirkungsvolle Hinterlüftung der Traglattung und Ziegeldeckung sicherzustellen. Damit die Traglatten einen bestmöglichen Radius für jede Ziegelreihe bilden, wurden nur kurze Stücke verwendet, die von einer Konterlattung zur nächsten reichen. Dort wo Traglatten keilförmig aneinanderstießen, rundete der Elektrohobel die Traglatten ab .

Trotz seiner Schalung zeigte sich der halbrunde Kegel mit seinen beiden angesetzten geraden Flächen als instabil, weil die Pfetten durch Fäulnis nicht mehr sicher auf dem Mauerwerk verankert waren. Zwar hätte die bituminöse Abdichtung der Kegelschalung das Eindringen von Feuchte verhindern müssen, doch extreme Temperaturunterschiede über Jahrzehnte hinweg hatte sogar diese Sicherheitsebene schadhaft werden lassen. Auf die Zimmerleute wartete deshalb ein hartes Stück Arbeit, um tragende Teile des Dachstuhls in einen sicheren und noch stabileren Stand zu versetzen.

Die vorhandene Schalung des Kegels mit einer Gesamtfläche von etwa 250 m² konnte weitgehend bestehen bleiben. Doch einige Stellen waren aufgrund der Feuchteschäden reif für die Erneuerung. Darauf folgte eine Unterdeckbahn. Waren die Traglatten ursprünglich direkt auf der bituminösen Schalung fixiert, wurde im Zuge der Sanierung eine Konterlattenebene eingeplant, um eine wirkungsvolle Hinterlüftung der Traglattung und Ziegeldeckung sicherzustellen. Damit die Traglatten einen bestmöglichen Radius für jede Ziegelreihe bilden, wurden nur kurze Stücke verwendet, die von einer Konterlattung zur nächsten reichen. Dort wo Traglatten keilförmig aneinanderstießen, rundete der Elektrohobel die Traglatten ab .

Thomas Dietrich, Paul Zielinski

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 20.2017

Letzte Aktualisierung: 18.10.2017