Westfälische Dachtage 2019: Investition in Wissen

Einen Blick in die Zukunft im Dachdeckerhandwerk konnten die 260 Teilnehmer der Westfälischen Dachtage 2019 werfen. Angeregt diskutierten die Dachdecker über Fluch und Segen der neuen Kundenwelt.

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Über 250 Dachdecker informierten sich auf den Esloher Dachtagen. Fotos: Gerbens

Einen Blick in die Zukunft im Dachdeckerhandwerk konnten die 260 Teilnehmer der Westfälischen Dachtage 2019 werfen. Eröffnet wurde die traditionsreiche Veranstaltung mit den Begrüßungsworten des Landesinnungsmeisters Karl-Heinz Ester und des Vertreters der Gemeinde Eslohe, Michael Nemeita. Nachfolgend erhielt der Junggeselle Marvin Vogt für seine sehr guten Leistungen im praktischen Landes-Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks einen Bildungsgutschein zur beruflichen Fortbildung in Höhe von 500,00 €.

Spannend, kontrovers und lebendig zeigte sich eine Podiumsdiskussion über „Fluch und Segen der neuen Kundenwelt der Handwerksbranche“. Unter der Moderation von der Unternehmensberaterin Doreen Rietentiet (DWReco, Berlin) diskutierten Thomas Borau (Borau Dach), Uwe Engelhardt (Erfolgsmeisterei), Alexander Engel (Zolar), Stephan Hettwer (Roto), Christian Bonartz (ESDEC) und Markus Piel (Dach-Fassade-Holz eG) über die Chancen und Risiken von Online-Vermarktungen an den Endverbraucher. In der Diskussion wurde deutlich, dass das Dachdeckerhandwerk, trotz der vermeintlich großen Chancen einer Vermarktung über das Internet, nach wie vor auf persönliche Beratungen und individuelle Dienstleistungen setzt. Dächer und deren Einbauteile können zwar digital beraten werden aber neun von zehn Kunden kaufen das, was der Handwerker vor Ort empfiehlt. Insofern werden Geschäfte und Handwerksleistungen auch in der Zukunft von dem Zusammenspiel vieler Hände geprägt. Einigkeit unter den Diskussionsteilnehmern herrschte auch über die Bedeutung des Webauftritts von zukunftsfähigen Unternehmen. Dieser sollte individuell, zeitgemäß, servicebetont und kundenorientiert sein, da sich Kunden vor einem Kauf oder einer Auftragserteilung sehr genau über ihren Vertragspartner informieren möchten.

Mehr Leuchtkraft durch gute Botschafter

Über den Sinn, die Werte und die Wirkung von Unternehmen der Zukunft sprach Michael Buttgereit, von der Beratungsgesellschaft „Gute Botschafter“. Er forderte die Teilnehmer auf, Ihre persönlichen Denkmodelle zu überprüfen und spielerische, schöpferische Kreativität zu nutzen, um dem eigenen Unternehmen mehr „Leuchtkraft“ und ein „innovatives Outfit“ zu geben.

Seine Gedanken, Ziele und Visionen vom Innungsverband 2030 stellte der Hautgeschäftsführer des Innungsverbandes des Dachdeckerhandwerks Westfalen, RA Fritz-Marius Sybrecht, vor. Fast ein Jahr nach dem Ausscheiden aus der Bürogemeinschaft der Bauverbände Westfalen präsentierte Sybrecht erste neue Serviceleistungen, Projekte und Erfolge.

„Die Dachbegrünung 4.0 kann nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Verbesserung des Mikroklimas auf Dachflächen in Innenstädten leisten, sondern wirkt sich durch die Wasserspeicherung und die Verringerung des Abflussbeiwertes sehr positiv auf das Regenwassermanagement eines Gebäudes aus“, erklärte Dipl.-Ing. Gundula Jung. Abwechslungsreich und kompetent erläuterte Frau Jung die unterschiedlichen Möglichkeiten von der einfachen, extensiven Dachbegrünung bis hin zum Nutzpflanzenanbau beim „Urban Farming“.

„Digital und dreidimensional werden die Planungsunterlagen der Zukunft sein“, sagte Prof. Dr.-Ing. Michael Eisfeld über eine BIM-gestützte Bauplanung . Bei Building Information Modeling (BIM) wird von dem Gebäude ein digitaler Zwilling erstellt, anhand dessen jedes Gewerk seine Planungsgrundlagen ermitteln kann und in dem alle auszuführenden Leistungen eingearbeitet werden können.

Jürgen Gerbens

Den kompletten Beitrag lesen Sie in DDH 08.2019 .

Letzte Aktualisierung: 01.04.2019