Xella trotzt der Krise

Die Duisburger Xella Gruppe hat sich im Geschäftsjahr 2012 erfolgreich gegen ein in diversen Absatzregionen widri­ges konjunkturelles Umfeld behauptet. Sowohl Umsatz als auch operatives Ergebnis (normalisiertes EBITDA) konnten leicht gesteigert werden.

Alle drei Geschäftseinheiten (Baustoffe, Kalk, Trockenbau) haben zu den Zuwächsen beigetragen. Die Anzahl der Mitarbeiter (Köpfe) blieb stabil und lag zum Jah­resende bei rund 7.300 weltweit. Nach einem wetterbedingt verhaltenen Start ins neue Jahr gestaltet sich eine Prognose für 2013 schwierig.

Xella trotz der Krise
Sichere Flucht- und Rettungswege in unterirdischen Verkehrsanlagen mit Fermacell Aestuver Brandschutz-produkten. In der Essener U-Bahn wurden sanierungsbedürftige Abdeckungen von Kabeltrögen durch Brandschutzplatten von Fermacell Aestuver aus der Xella Gruppe ersetzt. Fermacell baut derzeit die Kapazitäten für zementgebundene Brand- und Feuchteschutzplatten in Deutschland aus. Foto: Xella

Obwohl sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen insgesamt unerfreulich entwickelten und insbesondere die Baukonjunktur in mehreren Regionen deutlich nachließ, gelang Xella 2012 eine leichte Umsatzerhöhung um knapp 1 % von 1.271 Mio Euro auf 1.283 Mio Euro. „Unter den schwierigen gesamtwirtschaft­li­chen Bedin­gungen haben wir uns sehr gut geschlagen“, zeigt sich CEO Jan Buck-Emden zufrieden. Dies umso mehr, als das operative Ergebnis von 208 Mio Euro auf 217 Mio Euro überproportional um 4 % zunahm.
 
Durch die negative makroökonomische Entwicklung innerhalb des Euroraumes, verbunden mit schlechter Arbeitsmarktlage und sinkendem Verbrauchervertrauen in vielen Märkten geriet die europäische Neubauwirtschaft mit Ausnahme von Deutschland unter Druck, was einen Rückgang des Neubauvolumens um etwa
6 % und verringerte Absatzmengen auch bei Xella zur Folge hatte. Diese konnten jedoch durch Preissteigerungen kompensiert werden. Außerdem generierten Expansionsprojekte der Vorjahre Umsatzzuwächse, insbesondere ein neues Porenbetonwerk in Italien und die Erweiterung eines Kalkwerks in Russland. Auf der Kostenseite trug die Fortführung eines restriktiven Ausgabenmanagements zur Ergebnissteigerung bei.
 
Die Umsatzanteile der Geschäftseinheiten vor Konsolidierung betragen rund 64 % (Baustoffe), 20 % (Kalk) sowie 16 % (Trockenbau) und haben sich kaum verändert. Insgesamt profitiert Xella von einem ausgewoge­nen Produktportfolio in drei Geschäftseinheiten und einem breiten Ländermix: Xella ist in reifen Märkten in Westeuropa, in den langfristig aufstre­benden Märkten Osteuropas ein­schließlich Russlands und auch in neuen, dynamischen Märkten wie China vertre­ten.
 
Zum Stichtag 31. Dezember 2012 waren in der Xella Gruppe weltweit 7.306 Mitar­beiter (Köpfe) beschäftigt, das sind neun mehr als zum 31. Dezember 2011. Umge­rechnet auf Vollzeitarbeitskräfte ging die Anzahl der Mitarbeiter (Vollzeit) von 6.946 um 1 % auf 6.869 zurück.

Xella trotz der Krise
Baustoffe für den Wohnungsbau sind das bedeutendste Geschäftsfeld der Xella Gruppe. Ytong Porenbeton ist hoch wärmedämmend und wird von Xella u.a. in Europa, in Russland und in China auf den Markt gebracht. Foto: Xella

Baustoffsparte baut Geschäftsgrundlage aus
Xellas größte Geschäftseinheit Baustoffe (Ytong und Hebel Porenbeton, Silka Kalksandstein, Multipor Mineraldämmplatten) hat ihren Umsatz von 848 Mio Euro um knapp 1 % auf 854 Mio Euro gesteigert. Preiserhöhungen konnten kon­junktur­bedingte Verluste bei den Absatzmengen in mehreren Regionen überkom­pensie­ren. Deutlichen Umsatzzuwächsen in Deutschland und Russland, wo sich die positive Baukonjunktur niederschlug, und in Südwesteuropa, wo das im Okto­ber 2011 erworbene und 2012 auf Ytong-Standard umgerüstete Porenbetonwerk in Norditalien zu Mehrerlösen führte, standen Rückgänge aufgrund der widrigen wirt­schaftlichen Rahmenbedingungen vor allem in der Tschechischen Republik, in Polen und China gegenüber.
 
Neben den zusätzlichen Mengen aus dem Ende 2011 erworbenen Porenbeton­werk in Italien sind in der Geschäftseinheit Baustoffe ein bedeutender Exportauf­trag an die niederländische Xella-Gesellschaft über Ytong Porenbeton-Fertigteile für 15.000 Häuser nach Angola und der Erwerb des Poren­betonwerks Most in Tschechien vom dänischen Wettbewerber H+H hervorzuhe­ben. Aufgrund der aktuellen Marktschwäche wurde entschieden, die Produktion in diesem Werk einzustellen. Durch das Angebot eines nicht brennbaren, vollminerali­schen Wärmedämmverbundsystems mit Multipor Mineraldämmplatten wurde das Produktangebot ebenso erweitert, wie durch ein diffusionsoffenes Multipor basiertes Innendämmsystem mit einem breit gefächerten Zubehörprogramm vom Lehmmörtel bis zum Hanf-Filzdämmstreifen.

Xella trotz der Krise
Nicht brennbar und mineralisch - Multipor Mineraldämmplatten von Xella sind besonders für die Innendämmung von Außenfassaden geeignet, die beispielsweise aus Gründen des Denkmalschutzes nicht verändert werden dürfen oder weil es sich um Fachwerk handelt, nicht verändert werden sollen. Neu eingeführt wird derzeit ein eigenes mineralisches Multipor Wärmedämm-Verbundsystem für Außenfassaden. Foto: Xella

 
Die Xella Gruppe verfügt seit Jahren nach eigenen Aussagen über eine langfristig ausgerichtete Finanzierungsstruktur mit einem ausgewogenen Fälligkeitsprofil. Sämtliche Investitionen des Jahres 2012 konnten aus dem erwirtschafteten Cash-Flow der Gruppe finanziert werden. CFO Heiko Karschti: " Im Geschäftsjahr 2012 haben wir mit unseren Banken eine Anpassung der vertraglich vereinbarten Rahmen-bedingungen (Financial Covenants) an die gesamtwirtschaftliche Situation vorgenommen, wodurch unsere finanzielle Flexibilität weiter erhöht werden konnte."
 
Nach langem Winter geringe Visibilität für 2013
Im ersten Quartal 2013 liegt Xella bei Umsatz und Ergebnis unter Plan. Maßgeb­lich dafür ist der lang anhaltende Winter, der den Beginn vieler Bauprojekte verzö­gerte. Xella CEO Jan Buck-Emden: „Der außergewöhnlich lange und kalte Winter erschwert die ohne­hin eingeschränkten Prognose­möglichkeiten für 2013 zusätzlich. Wir erwarten weiter­hin ein herausforderndes Marktumfeld. Die generellen und baubezogenen Kon­junkturperspektiven beurteilen wir zurückhaltend. Zur Ergebnissicherung wer­den wir weiterhin ein striktes Kostenmanagement betreiben.“

Letzte Aktualisierung: 18.04.2013