39 Sachkundige für Probeentnahmen im Dachdeckerhandwerk zertifiziert

Am 19. November erhielten 39 Dachdeckerkollegen und –kolleginnen ihr Zertifikat zum/zur „Sachkundigen für Probeentnahmen im Dachdeckerhandwerk“ im Rahmen einer Sonderveranstaltung des Landesverbandes des Dachdeckerhandwerks Brandenburg und der Mogat-Werke Adolf Böving Bitumen- und Dachpappen GmbH.

Diese Zertifizierung ermächtigt 24% der Innungskollegen/-innen eigenständig die Beprobung bei Dachpappengemischen vorzunehmen. Da bis 1993 im Osten Deutschlands die Nutzung von Asbest vom Gesetzgeber erlaubt war, stehen nun insbesondere Dachsanierungen in den neuen Bundesländern im Fokus. Im Westen sind nur vor 1979 gedeckte Dächer betroffen.

Der Diplomgeologe und seit mehr als 18 Jahren im Altlastenbereich tätige Dr. Rainer Enßlin übermittelte das erforderliche Fachwissen im Rahmen der Sonderveranstaltung. Der Experte informierte über die Problematik von Probenahmen bei heterogenen Stoffverteilungen, wie Dachpappengemischen und vermittelte diese Kenntnisse als Dozent für Qualitätsmanagement bei Probenahmen, als Fachbegutachter für den Prüfbereich Probenahme sowie als Betriebsbeauftragter für Abfall nach §§ 54 und 55 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz.

Die Teilnehmer erhielten ebenfalls einen detaillierten Einblick in Themenbereichen „Eigenschaften von Asbestfasern“, „Arbeitsschutz im Hinblick auf den Umgang mit Asbestfasern“, „Probenahme“ sowie „Mindestanforderungen an die Proben für eine sachgerechte Analytik“.

Karsten Kirchhoff LIV
Karsten Kirchhoff, Landesinnungsmeister des Landesinnungsverbands des Dachdeckerhandwerks Brandenburg begrüßt die Teilnehmer/-innen zur Sonderveranstaltung „Sachkundige/r für Probeentnahmen im Dachdecker-handwerk“. Foto: Mogat/LIV Dachdecker

Ralf Meyer, Vertriebsleiter der Mogat-Werke GmbH hob hervor: „Wie ausnahmslos alle Mitgliedsunternehmen des Industrieverbands Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen (vdd) haben auch die Mogat-Werke Asbest aus der Produktion von Bitumenbahnen ausgeschlossen. Für uns gilt dies bereits seit mehreren Jahrzehnten. Neben Probenahmen durch Prüflabore, unterstützen wir – insbesondere bei der Sanierung oder dem Abriss von Altdächern – auch die fachgerechte Probenahme durch zertifizierte Sachkundige aus Betrieben des Dachdeckerhandwerks“.

Anke Maske, Geschäftsführerin des Landesinnungsverbandes betonte zudem nochmals die gegenwärtige Relevanz der Abfallproblematik: „Die Abfallproblematik spitzt sich in den nächsten Jahren noch mehr zu. Als Landesinnungsverband stehen wir in der Verantwortung für unsere Mitgliedsunternehmen. Wir werden in Zukunft noch intensiver mit den Behörden zusammenarbeiten und für das Dachdeckerhandwerk klar Stellung beziehen. Die Schulung ist derzeit einmalig in Deutschland und kann nur von Innungs-betrieben gebucht werden“.

Zur aktuellen Titelstory in DDH 22.2018 zum Thema Asbestsanierung

Letzte Aktualisierung: 20.11.2018