Flachdachrichtlinie: „Der Fokus liegt auf der Anwendung“

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Vor kurzem wurde die neue Flachdachrichtlinie veröffentlicht, ab Dezember tritt sie in Kraft. Was Dachdecker jetzt beachten müssen, erklären die ZVDH-Techniker Christian Anders, Tobias Backhaus und Josef Rühle in unserem großen Exklusiv-Interview.

Die neue Flachdachrichtlinie ist erschienen – gilt sie dann auch direkt?
Christian Anders: Die neue Flachdachrichtlinie wird im September veröffentlicht. Sie tritt aber erst im Dezember 2016 in Kraft.

Welches Regelwerk ist in der Zwischenzeit maßgeblich?
Josef Rühle: Wir haben keine Parallelsituation geschaffen, bis zum Inkrafttreten ab Dezember gilt die alte Fachregel. Es gibt also keine Koexistenzphase. Die Zeitspanne zwischen Veröffentlichung und Inkrafttreten ist bewusst länger als üblich gewählt. In der neuen Flachdachrichtlinie stehen auch Produktqualitäten im Sinne der Materialdicken im Fokus – hier geben wir den Betrieben die Gelegenheit, mit ihren möglicherweise vorhandenen Lagerbeständen gemäß der derzeit gültigen anerkannten Regel der Technik sinnvoll umzugehen, also auch sie noch abzuverkaufen. Abgesehen davon empfehlen wir, frühzeitig das Material nach den neuen Fachregeln zu bestellen, einzusetzen und zu planen.

Anders: Maßgebend für den Unternehmer ist die Abnahme. Das heißt, zu diesem Zeitpunkt schuldet er die Leistung nach allgemein anerkannten Regeln der Technik. Gelingt die Abnahme bis zum 30. November, gilt die alte Fachregel, ab dem 1. Dezember muss er die neue Fachregel einhalten. Witterungsbedingt kann es in der Jahreszeit immer einmal passieren, dass die Abnahme sich etwas verzögert, auch deshalb unsere Empfehlung.

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Josef Rühle, ZVDH-Geschäftsführung Technik. Fotos: DDH

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Wenn dieser Fall nun eintritt – Planung und Ausführung nach alten Fachregeln, aber Abnahme nach dem ersten Dezember – was passiert dann konkret?
Rühle: Juristisch gesehen tritt in dem Moment, in dem ein Regelwerk als sogenannte anerkannte Regel der Technik Gültigkeit hat und man dagegen verstößt, ein Fiktivschaden ein. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ein Mangelanspruch oder Mangelbeseitigungsanspruch durch den Kunden besteht. Und daraus resultiert, dass ab dem 1. Dezember der Dachdecker ganz konkret die Anwendungen dieser neuen Fachregel beachten muss.

Anders: Und wenn nötig eine Bedenkenanmeldung abgeben, die signalisiert, dass sich das Regelwerk geändert hat. Dort würde konkret darauf eingegangen, in welchen Punkten neue Regelungen gelten und dass gegebenenfalls eine gesonderte Vereinbarung beschlossen wird. Weil die neue Fachregel gilt, erleidet das Dach ja keinen Schaden. Es geht vielmehr darum, dass der Vertrag zwischen Bauherr und Werkunternehmer entsprechend angepasst wird, damit nicht automatisch ein fiktiver Mangel vorliegt.

Welche Faktoren haben zu der neuen Flachdachrichtlinie geführt?
Anders: Wir – der ZVDH mit seinen ehrenamtlich tätigen Fachausschüssen – sind als Hüter der Fachregel natürlich immer bestrebt, langfristige kontinuierliche Werke zu erstellen. So gesehen sind acht Jahre seit der letzten Überarbeitung 2008 ein gutes Zeichen. Andererseits wird von verschiedenen Beteiligten eingefordert, dass die allgemein anerkannten Regeln der Technik immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden. Ich denke, wir befinden uns in einem guten Zeitkorridor.

Tobias Backhaus: Zu einem guten Teil kommen die Anregungen auch aus der Mitgliederschaft, bei Landesverbänden, in der Beratung von Betrieben oder als Diskussion in den Schulen. Und je mehr Anmerkungen es zu einem bestimmten Punkt gibt, desto mehr denkt man darüber nach. Wir haben außerdem eine sich vollziehende harmonisierte Normung, was die Produkte angeht. Seit 2008 hat sich in dem Bereich einiges getan.

Rühle: Es gibt zum einen die Frage, welche Materialien im Markt real eingesetzt und verbaut werden. Daraus ergibt sich die zweite Frage, welche Regelaufbauten oder Regelausführungen die Mehrzahl der Betriebe wählt. Wenn man sich die Situation im Flachdach anschaut, haben wir Weiterentwicklungen in mehreren Bereichen, etwa bei den selbstklebenden Produkttechniken, bei mechanischen Befestigern und bei den Zusatzmaterialien, wie auch bei Verklebungen allgemeiner Natur. Wir stellen auch eine Trendwende im Bereich der eingesetzten Bitumina fest. Letztlich ist für uns in der Weiterentwicklung der Fachregeln die Frage entscheidend, ob es eine Spreizung zwischen der bisherigen anerkannten Regel der Technik und der Realität gibt.


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Christian Anders, Leiter der Informationsstelle Technik des ZVDH

Was muss der Dachdecker in der Praxis beachten? Was kommt auf ihn zu?

Backhaus: Zu Beginn der Überarbeitung der Fachregel haben wir die Klassen und Kategorien intensiv hinsichtlich ihrer Aussagekraft beleuchtet. Dabei ist der Fachausschuss zu der Erkenntnis gekommen, dass sie sich in der Praxis nicht durchgesetzt haben und nicht wirklich das sind, was wir benötigen. An ihre Stelle tritt der Ansatz, dass wir konkret sagen, welche Aufbauten in bestimmten Fällen zur Verfügung stehen, damit der Dachdecker sein Ziel erreicht. Der Fokus liegt auf der Anwendung – die neue Gliederung orientiert sich am Aufbau des Flachdaches und die Funktionsschichten sind das Gliederungselement.
 
Anders: Das Hauptziel in der Überarbeitung war, das niederzuschreiben, was in der Praxis ohnehin gemacht wird und dabei die Lesbarkeit zu verbessern – und zwar für den ausführenden Dachdecker und für den Planer. Stärker in den Blickpunkt rückt der Schichtenaufbau des jeweiligen Bauteils, das heißt, wir haben uns orientiert an der Frage: Welche Schicht hat durch welche Nutzung oder durch welche Einwirkung einen bestimmten Bedarf an Eigenschaften? Nehmen wir das Beispiel Wärmedämmung: Dort gibt es einerseits die Anforderungen des Brandschutzes, etwa beim Industriedach, wo wir in der Regel nicht brennbare Baustoffe benötigen. Auf der anderen Seite brauchen wir beim Thema Solarstrom die Möglichkeit, die Dächer zu begehen und eine Solaranlage zu ergänzen. Das beißt sich möglicherweise mit der dauerhaften Begehbarkeit von Mineralwolldämmstoffen. Wir müssen also einen gewissen Spagat vollziehen und haben an dieser Stelle die Anforderungen konkretisiert. Die neue Fachregel hat übrigens ungefähr ein Sechstel weniger Umfang – ich denke auch damit haben wir einen Schritt in Richtung Praxisnähe gemacht.

 
Rühle: Wir haben in diesem Werk auch den realen Bereitstellungsprozess der Industrie berücksichtigt. Welche Produkte werden tatsächlich von der Masse her eingesetzt, in welchen Qualitäten und in welchen Verarbeitungstechniken? Welche Informationen finden sich auch im Kleingedruckten von Verlegeanleitungen wieder? Wenn in einer Verlegeanleitung eine extreme Einschränkung aufgrund der witterungsbedingten Einsatzfähigkeit erfolgt und damit das Produkt in eine Verarbeitungszeitschiene verlagert wird, die dachuntypisch ist, müssen wir die Frage stellen, ob dieses Produkt in einer anderen Komposition – zum Beispiel in einer anderen Dicke – den Realitätsanforderungen des Daches eher gerecht wird. Der Dachdecker muss in der Praxis die Verarbeitung schließlich ganzjährig sicherstellen.

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Tobias Backhaus, Mitarbeiter der Informationsstelle Technik des ZVDH

In welchem Verhältnis steht die Flachdachrichtlinie zu den entsprechenden Normen? 
Rühle: Ganz bewusst haben wir keine polarisierende Vorgehensweise gewählt, weil wir wissen, dass auf der Normungsebene – dort nehmen wir als Dachdecker ja auch teil – ernsthaft über die Dinge nachgedacht wird. Wir haben aber die Entscheidung getroffen, uns in Sprache, Inhalt und Spezifizierungen auf das besondere Umfeld des Dachdeckers zu konkretisieren – dazu gehört der Dachdecker, dazu gehört der Planer und natürlich auch der Endkunde. Und damit hat sich die jetzige Form einfach herauskristallisiert. Ich bezeichne es als eine Weiterentwicklung der Situation. Dies zeigt sich auch daran, dass wir die Forderungen der Kategorie II, die beispielsweise in der DIN 18531 stehen, als einen wesentlichen Qualitätsansatz in unserem Werk fortgeführt haben. Da gibt es keinen Widerspruch. Wir haben ganz einfach Klarstellungen gesucht, die dem Verarbeiter und dem Planer die Möglichkeit geben, konkrete Antworten in Regelwerken zu finden.

Anders: So lange wir das zusammenfassen in einem Regelwerk, was hinterher zu einem funktionierenden Werk führt, zu einer funktionierenden Leistung, die das übliche Handeln darstellt und die den Bedürfnissen und den Anforderungen der Auftraggeberschaft gerecht wird, brauchen wir uns über unseren Status der Fachregel gegenüber der Norm keine Gedanken zu machen. Wir wollen eine Hilfestellung liefern und das zusammenfassen, was üblich ist und was funktioniert.

 
Backhaus: Uns ist zudem keine Stelle bekannt, wo der Dachdecker bei Einhaltung der Fachregel unter dem Niveau der Norm zurückbleibt. Und damit ist grundsätzlich bei Anwendung der Fachregel die Einhaltung der normativen Regelung sichergestellt.

 
Rühle: In der Normungssituation muss man die Breite aller Produkte auf dem Markt sehen. Die Norm muss etwas breiter sein, um allen Produkten eine Basis zu geben. Eine Fachregel folgt eher der Marktrelevanz. In der Fachregel sind Erkenntnisse zusammengetragen, die in der Verarbeitungswelt entstanden sind. Sie ist der Informationsschatz der Verarbeiter aus mittlerweile 80 Jahren, gestärkt durch gute Zusammenarbeit mit der herstellenden Industrie.

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Stichwort Gefälle – hier steht oft die Frage im Raum: Wie viel Gefälle muss ich konstruktiv einplanen? Was sagt hier die neue Flachdachrichtlinie?
Anders: Wir haben die aus dem alten Regelwerk etwas kritische Formulierung an die Gefälleanforderung konkretisiert. Hier gab es Unterschiede zwischen nicht genutzten und genutzten Flächen, wobei die Regelungen bei den nicht genutzten Dächern in der Praxis vielfach zu rechtlichen Fragen geführt haben. Letztendlich haben wir Gefälleanforderungen für alle Flächen festgeschrieben und zwar bezogen auf die Planung, das ist ganz wichtig. Zukünftig soll die Unterlage der Abdichtung mit einem Gefälle in der Fläche von mindestens 2 % geplant werden. Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass bei bestehenden Gebäuden dieses Mindestgefälle der Abdichtungsunterlage von genutzten Flächen häufig nicht vorhanden ist oder konstruktiv nur sehr aufwendig erstellt werden kann, haben wir im Weißdruck auch „begründete Fälle“, beispielsweise bei zu hohen Anschlusshöhen oder bei Dachbegrünungen, aufgenommen, die die Planung und Ausführung von gefällelosen Flächen ermöglichen.

" „Wir wollen im Prinzip eine Hilfestellung liefern und das zusammenfassen, was üblich ist, was funktioniert.“

Christian Anders

Herr Rühle, Sie sagen, dass das Regelwerk ein Schatz ist, den die Verarbeiter zur Verfügung gestellt bekommen, zu dem sie mit den Erfahrungen der täglichen Praxis allerdings auch selber beitragen. Haben Sie den Eindruck, dass sich die Wahrnehmung der Fachregeln mit dieser Beschreibung deckt, ist die Anerkennung für das Fachregelwerk so, wie sie sein sollte?
Rühle: Ich nehme mal konkret die Flachdachrichtlinie und deren besondere Entwicklung. Gehen wir ein paar Jahre zurück in das Vorvorgängerwerk: Dort waren zum Beispiel Produkte aus dem Bereich Oxidationsbitumen üblich – G200 DD, V60 S4, G200 S4. Das heißt, diese Bitumen-Art und diese Bitumen-Qualität waren damals üblich. Aber die Produkte haben sich weiterentwickelt, einschließlich zum Beispiel der Trägereinlagen, die in diesen Produkten enthalten sind. Grundsätzlich eilen die Fachregeln nicht der Realität voraus, vielmehr folgen sie ihr, das ist ganz entscheidend. Und deshalb ist auch die Akzeptanz einer Fachregel üblicherweise sehr hoch. Ich nenne zwei konkrete Beispiele: Die fachtechnische Abteilung des ZVDH hat bei mehr als 2000 Betriebsinhabern Vorträge zum damaligen Gelbdruck der Flachdachrichtlinie gehalten. Dabei gab es keine Grundsatzdiskussionen, sondern immer konkrete Verbesserungsvorschläge aus der Praxis. Auch bei den Einsprüchen war die Situation ähnlich: Die Einsprüche waren fast zu 100% Verbesserungsvorschläge in hoher Qualität, sodass wir dadurch sehr gut an der Weiterentwicklung vom Gelbdruck zum Weißdruck arbeiten konnten. Das zeigt uns, dass die Fachregel im hohen Maße akzeptiert wird.

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DDH Fachtechnik-Redakteur Michael Zenk


Backhaus: Der gesamte Bereich von Kaltselbstklebungen ist spannend. Es wäre schön, wenn wir im Sinne des Arbeits- und Brandschutzes den Einsatz der offenen Flamme weiter minimieren könnten, aber offensichtlich ist das noch nicht in der Qualität möglich, die wir eigentlich bräuchten, insbesondere bei den kaltselbstklebenden Oberlagen. Im Bereich der kaltselbstklebenden Unterlagsbahnen, die ja nun schon lange Jahre erfolgreich eingesetzt werden, hat der Fachausschuss die Tendenz beobachtet, dass die Nenndicken der Bahnen immer weiter abnehmen, und dies als Risiko wertet, weil zu wenig Masse da ist. Grundsätzlich ist der Fachausschuss der Meinung, dass die Bahnen eine gewisse Dicke benötigen, um eine sichere und langlebige Nahtfügung herzustellen. Wir machen also einen gewissen Spagat – einmal zwischen dem, was wir eigentlich brauchen und dem, was am Markt erhältlich ist.

Rühle: Und daraus entsteht dann eine zweigeteilte Vorgehensweise, die wir in der Fachregel gewählt haben. Die eine trägt der Realität Rechnung, dass sehr häufig 2,8 mm selbstklebende Bahnen als erste Lage der Abdichtung Einsatz finden. Also sind Mindestdicken ab 2,8 mm möglich, wir empfehlen aber den Einsatz von 3,5 mm dicken Bahnen. Wir haben hier differenziert und uns auch an der Praxis orientiert. Letztendlich muss der Unternehmer für den jeweiligen Anwendungsfall die Entscheidung treffen, das ist entscheidend. Auch im Bereich der Verarbeitung und Verlegung von Kunststoffdachbahnen gibt es Änderungen, beispielsweise bei den Nenndicken.

Welche genau waren das und warum diese Anpassung?
Rühle: Es haben sich so gut wie keine Änderungen ergeben, die nicht vorher schon in der alten Fachregel in bestimmten Qualitäten Anwendung gefunden haben. Im Wesentlichen ist das, was in der Vorgängerversion an Top-Niveau gefordert wurde, so geblieben. Wir haben uns angeschaut, was draußen auf den Baustellen gemacht wird, sich in der gängigen Praxis bewährt hat und wie die Entwicklungen der Materialien fortgeschritten sind. Es gibt eine beachtliche Anzahl an Herstellern, die die Standarddicke von 1,2 mm aus der 2008-er Fassung gar nicht mehr im Portfolio haben, zumindest für einige Varianten ihrer Produkte. Der Trend liegt also ganz klar bei Bahnen mit über 1,5 mm Nenndicke. Viele Hersteller bieten sogar Bahnen mit einer Dicke von 1,8 - 2,0 mm an. Das europäische Ausland, beispielsweise Österreich und die Schweiz, zeigt, dass der Trend bei Kunststoffbahnen insgesamt in Richtung einer höheren Dicke geht. Konkret heißt das für die Fachregel, dass beispielsweise für Abdichtungen von genutzten, nicht genutzten und erdüberschütteten Bauteilen, Kunststoffbahnen mit Einlage oder innenliegender Verstärkung eine Mindestdicke von mindestens 1,5 mm gefordert wird.

„Die fachtechnische Abteilung des ZVDH hat bei mehr als 2.000 Betriebsinhabern ­Vorträge zum ­ damaligen Gelbdruck der ­Flachdachrichtlinie gehalten.“

Josef Rühle

Abschließend zusammengefasst: Was sind für Sie die fünf wichtigsten Änderungen in der neuen Flachdachrichtlinie?
Anders: Ein ganz wichtiger Punkt ist sicherlich, dass die Qualität der Abdichtung unabhängig vom geplanten und ausgeführten Gefälle ist. Dies ist zugleich ein wichtiger Unterschied zur alten Fachregel. Die Abdichtungsqualität hat nichts mehr mit der Neigung der Fläche zu tun. Außerdem der Punkt der grundsätzlichen Forderung eines planerischen Gefälles von mindestens 2% in der Fläche mit beispielhaft begründeten Ausnahmen.

Backhaus: Drittens die Ausführung der Wasserunterläufigkeit und die damit verbundenen technischen Maßnahmen zur Vorbehandlung des Untergrundes bei befahrbaren Flächen. Dem Dachdecker soll dadurch klar werden, dass es bei einer wasserunterlaufsicheren Ausführung nicht mit einer vollflächigen Verklebung getan ist. Hierzu sind weitere Vorbehandlungen wie beispielsweise das Kugelstrahlen erforderlich. Der Begriff „wasserunterlaufsicher“ ist für andere Anwendungszwecke als unser Flachdach definiert. Als vierten Punkt möchte ich noch die Erweiterung des Geltungsbereiches anführen. Hier haben wir weitere Anwendungsbereiche wie beispielsweise erdüberschüttete Flächen oder Befahrbare Dach- und Deckenflächen mit aufgenommen, da sie in den Tätigkeitsbereich des Dachdeckers fallen.

Rühle: Als letzten Punkt möchte ich noch den Wegfall von Anwendungsklassen und Kategorien nennen. Das Klassen- und Kategoriendenken hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt. Und nach einem längeren Abstimmungsprozess ist der Fachausschuss zu dem Ergebnis gekommen, diese Differenzierung aus dem Vorgängerwerk vereinfachend darzustellen. Das Regelwerk sagt nun konkret: Für einen bestimmten Fall stehen bestimmte Aufbauten zur Verfügung, um das Ziel zu erreichen. Verarbeiter und Planer erhalten konkrete Angaben zu geeigneten Materialien, Stoffen oder Produkten und Ausführungen. 

Malte von Lüttichau, Michael Zenk

Hat Ihnen der Beitrag gefallen? Der Text erschien zuerst in DDH 19.2016 und ist hier in voller Länge zu lesen. DDH Leser profitieren von aktuellen Fachinformationen .

Letzte Aktualisierung: 22.09.2016