Unmotivierte Jugend, schlecht ausgebildeter Nachwuchs es geht auch anders. Mit einem Stipendium für Begabtenförderung absolvierte Lukas Latta die diesjährige Fachleiterprüfung am BBZ in Mayen als Jahrgangsbester. Wir besuchten den Aufsteiger in Mannheim bei seinem Förderer Andreas Körber.
Lukas Latta muss nicht lange überlegen: "Dachdecker bin ich eher zufällig geworden. Ich studierte in Mannheim zwei Semester BWL, Mathematik und Informatik. In den Ferien habe ich bei der Firma Körber gearbeitet und festgestellt: Das handwerkliche Arbeiten macht mir Spaß. Am Ende des Tages zu sehen, was man gemacht hat, das hat mir in der Uni gefehlt." Auch wenn Latta als Dachdecker vom Theoretiker zum Praktiker geworden ist von den BWL-Kenntnissen sollte er später doch noch profitieren. "Für mich war das jedenfalls überraschend: Ein Mathematikstudent will Dachdecker werden. Das finde ich immer noch ungewöhnlich", ergänzt Inhaber Andreas Körber.
Pionier in der Familie
Als Ferienjobber hatte Latta erst einmal die Fährte aufgenommen. Die Arbeit ging ihm so gut von der Hand, dass er sich 2007 für eine Ausbildung bei Körber entschied und die Prüfung als Dachdeckergeselle mit einem Notendurchschnitt von 1,8 absolvierte. Praktischer Nebeneffekt: "Die Abschlussnote war Voraussetzung für eine Bewerbung bei der Handwerkskammer Mannheim, Abteilung "Begabtenförderung Berufliche Weiterbildung", freute sich Latta. So erhielt er ein Stipendium, was ihn vor allem während des Besuchs der Meisterschule in Mayen finanziell entlastete. Neun Monate weg vom Betrieb mit Zweitwohnsitz in Mayen sind kein Pappenstiel, die Ausbildung ist für viele angehende Meister teuer. "Ich war froh, dass mich meine Firma finanziell unterstützt hat", so Latta.
Das Geld war für Latta kein Hinderungsgrund auf dem Weg zum Meister. Eher musste er einige Überzeugungsarbeit zu Hause leisten. Latta ist in seiner Familie der erste Dachdecker. Der Pionier hatte zu Hause als Studienabbrecher zunächst mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. "Doch spätestens nach dem Erhalt des Stipendiums konnten sich meine Eltern mit dem Berufswunsch Dachdecker anfreunden", lacht Latta.
Mit vier Jungs in der WG
Es hat sich gelohnt, für alle. Stolz und etwas aufgeregt fuhr "Mentor" Andreas Körber Mitte Mai 2011 zur diesjährigen Meisterfeier nach Mayen. Körber, der im Laufe der Zeit rund vierzig Dachdecker ausgebildet hat, ahnte schon, dass sein Schützling bei den Abschlussprüfungen weit vorne landen würde (siehe auch DDH 11.2011).
Johannes Messer
Den ausführlichen Beitrag lesen Sie in Ausgabe 15|2011.