Markt 2013-05-14T00:00:00Z 1/2013: Quartal mit Wetterbremse

Kälte, Nässe und Dunkelheit sind natürliche Feinde des Dachdeckers – im I. Quartal 2013 behielten sie deutlich die Oberhand, Auslastung und Geschäftslage brachen ein. In den „Wetterwerten“ verbergen sich Hinweise auf die weitere Entwicklung.




Negativrekorde im März



Über das Wetter wird immer geredet – selten hatten die Bundesbürger dazu mehr Anlass als in den ersten Monaten dieses Jahres. Was dem Verbraucher ein Smalltalk-Thema, bedeutet für den Dachdecker die akute Sorge um Liquidität. Denn bis zum Ende des I. Quartals ging für Betriebe vielerorts gar nichts. Ein echter Härtetest für viele, der offenlegte, wie betriebswirtschaftlich solide das Unternehmen aufgestellt ist. Ein Blick in die Zusammenfassungen des Deutschen Wetterdienstes zeigt zwar keinen Rekordwinter, aber eine für Dachdecker sehr ungünstige Konstellation im Verlauf der Quartalsmonate. So reihte sich der meteorologische Winter von Dezember bis Februar mit einer Durchschnittstemperatur von 0,3 °C relativ nah am historischen Mittelwert ein. Auch für die Dachdecker, die mit S-Kug inzwischen gut auf diese wiederkehrende Situation eingerichtet sind, ein Ergebnis im erwartbaren Rahmen. Richtig dick kam es für die Unternehmen jedoch im März. Statt eines schwungvollen Auftaktmonats erlebten die Handwerker bundesweit den kältesten März seit 25 Jahren und den fünftkältesten seit Beginn der Aufzeichnungen 1881. Dabei erlebten viele Orten noch in der Woche nach dem 20. März neue Negativrekorde: Coschen, südlich von Eisenhüttenstadt, meldete am 24. einen Dekadenrekord von –18,9 °C. Wiesenburg, südwestlich von Potsdam, registrierte 15 Tage mit Dauerfrost. Da half es den Betrieben wenig, dass der Eismonat zumindest mit einer positiven Sonnenscheinbilanz aufwartete. Die war in den Wintermonaten des Quartals weit entfernt: Mit dem Januar und dem Februar waren gleich zwei Monate die jeweils sonnenscheinärmsten seit 1951. Insgesamt also ein komplett „verhageltes“ Quartal für das Dachdeckerhandwerk, das sich erwartbar in den Zahlen des DDH Konjunkturbarometers niederschlägt.





Den ausführlichen Artikel lesen Sie in DDH Ausgabe 10.2013.

Vor allem der Blick auf die Einschätzung der Geschäftslage im abgelaufenen Quartal zeigt deutlich die Wetter-Folgen. Das Schlimmste vorneweg: 37,7 % der vom ZVDH befragten Betriebe schätzten ihre Geschäftslage im ersten Quartal als mangelhaft ein. Nachdem die Bewertung mangelhaft in den letzten Quartalen wie auch im Vorjahreszeitraum (5,8 %) eher eine Randnotiz war, erfordert dieser massive Sprung einen genaueren Blick. Auch wenn der Wert historisch hoch ist, gibt ein Beispiel Grund zur teilweisen Entwarnung. Im I. Quartal 2010 verzeichneten die ZVDH-Daten einen ähnlich hoher Wert für die Einschätzung mangelhaft, auch dort sorgte eine wetterbedingte Winterzwangspause für zeitweiligen Stillstand auf dem Dach. Gut gefüllte Auftragsbücher (im Durchschnitt 3,2 Monate) wiesen den Weg in Richtung eines Aufholprozesses für die Folgemonate, der damals auch eintrat. Die derzeitige Situation geht in der Summe noch etwas darüber hinaus: Annähernd zwei Drittel aller Betriebe (64,3 %) befinden sich im Bereich der beiden schlechtesten Bewertungen ausreichend und mangelhaft. Dies ergibt die Durchschnittsnote von 3,8.Malte von Lüttichau

zuletzt editiert am 11. Dezember 2020
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