News 2010-04-27T00:00:00Z 1. Dachtag im hohen Norden

Ende Februar richtete der Landesinnungsverband des Dachdeckerhandwerks in Schleswig-Holstein seinen ersten Dachtag aus. Einen ganzen Tag ging es in den Holstenhallen um Aktuelles und Wissenswertes rund um die Branche.

Globalisierung, Europäisierung sind nur zwei der Schlagworte, die in den letzten Jahren synonym für immer weiter ausufernde Vorschriften und Regelungen verwendet wurden. Tatsächlich haben sich in den letzten Jahren sehr viele Bereiche der Wirtschaft, und damit auch des Dachdeckerhandwerks, verändert. In den Betrieben spricht man oft von Informationsflut. Aus diesem Grunde wird der Landesinnungsverband von nun an jährlich einen Dachtag ausrichten, der den Innungsmitgliedsbetrieben neben dem Landesverbandstag eine weitere Plattform zum Informations- und Meinungsaustausch bieten soll.

Das Konzept passt

Über 80 Teilnehmer nahmen am ersten schleswig-holsteinischen Dachtag teil. Eine wohl gewählte Mischung der Vorträge nebst großzügiger Pausengestaltung und reichhaltiger Verköstigung ließen sodann die Rückmeldungen der Teilnehmer durchweg positiv, teilweise sogar euphorisch, klingen.

Immer stärker drängt die elektronische Kommunikation in den Geschäftsalltag. So nutzt der zukünftige Bauherr zunehmend das Internet, um sich weit vor Angebotsanfrage mit der neuen Dacheindeckung zu beschäftigen. Der Dachdeckermeister trifft daher zunehmend auf Kunden, die technisch bestens informiert sind. Auch die in Frage kommenden Unternehmen werden daher über das Medium Internet vorselektiert. Der gewandte Unternehmer ist daher klug beraten, sich die Vorteile einer eigenen Internetpräsenz zu sichern. Heiner Nissen von der Wittkiel-Gruppe stellte den Teilnehmern daher anhand der wichtigsten Suchmaschine "Google" vor, nach welchen Kriterien eine Internetpräsenz zu gestalten ist und welche Vorteile man daraus ziehen kann.

Recht aktuell

Der Winter 2009 hielt zwei hervorzuhebende Änderungen für das Baugewerbe bereit: Das Forderungssicherungsgesetz und die Aufhebung der Privilegierung der VOB. Rechtsanwalt Lennart Moebus erläuterte dem Zuhörerkreis anhand einer Gegenüberstellung alt zu neu -, was sich geändert hat. Er hob insbesondere auf Punkte wie Abschlagszahlungen, Fertigstellungsbescheinigung, Vertragskündigung und Bauhandwerkersicherung ab. Für die Vereinbarung der VOB verdeutlichte Moebus, dass sich diese für die Anwendung bei Verträgen mit privaten Verbrauchern nachteilig auswirken dürfte und verwies auf die bereits vorliegenden neuen BGB-Verträge der Verbände.

Erfolgreich Kommunizieren

Ein Großteil der Unternehmer empfindet die Besuche und Gespräche mit den Kunden als schwierig und anstrengend. Oftmals ist der Frust groß, wenn nach aufwändiger Beratung und Angebotsbearbeitung der Kunde einen Kollegen beauftragt. Der Kommunikationstrainer Michael Geerdts nahm sich dem Thema "Erfolgreich Kommunizieren" an und führte die gestandenen Dachdeckermeister mit Charme in die Welt des Verkaufens ein. Kleine Äußerungen und gezielter Einsatz von Körpersprache überzeugten auch den letzten Skeptiker von der Macht der Kommunikation.

Feuchtesichere Konstruktionen sind bei steigenden Dämmstoffstärken ein zunehmendes Problem. Dipl.Ing. Zirkelbach vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik entführte die Dachdecker daher in die Welt der Messsonden und Temperaturfühler. Die übersichtlichen Grafiken Zirkelbachs zeigten deutlich den Trend Dachkonstruktionen dampfdiffusionsoffener auszuführen. Gleichzeitig hob er die Bedeutung der Luftdichtheit hervor.

Ebenso wichtig sind die anstehenden Änderungen im Bereich der Windsogsicherung im Bereich der Dachdeckungen und der Produktanforderungen an Unterspann- und Unterdeckbahnen. In gewohnt souveräner Weise gelang es Josef Rühle, Geschäftsführer Technik im Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks, die geplanten Anforderungen an die neuen Regelwerksteile aufzuzeigen. Im Wechsel von Schadensdarstellung mit juristischer Würze und gewünschten sowie notwendigen Anforderungen seitens des Deutschen Dachdeckerhandwerks fesselte er das Publikum bis zum Ende der Veranstaltung.

So konnte ZVDH-Präsident Karl-Heinz Schneider auf Stippvisite im Norden seine Grußworte zum Schluss vor zufriedenen Seminarteilnehmern halten.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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