2011-09-06T00:00:00Z 2.000 Euro für die Besten

"Da musst du drüber stehen," sagt Viktor Zilke, frischgebackener Dachdeckergeselle aus Bremen, angesprochen auf harte Witterungsbedingungen für Lehrlinge. "Irgendwas zu mosern findest du in jedem Beruf, aber im Dachdeckerhandwerk überwiegen die positiven Dinge ganz eindeutig", bestätigt Christoph Behrens, der gerade Jahrgangsbester wurde.

Dafür erhielt er 1.000 Euro für eine Weiterbildungsmaßnahme aus der Friedrich Schmidt-Stiftung, Bremen. Während Neugeselle Behrens sein Handwerk im Betrieb Holger Gloede, Grasberg erlernte, bekam der Zweitplatzierte, Markus Ganzer vom Betrieb Dadego, Bremen, 700 Euro. Viktor Zilke, vom Ausbildungsbetrieb Könsen in Bremen, erhielt 300 Euro.

"Euren Erfolg verdankt ihr eurem Fleiß, Meister und Gesellen im Betrieb, der Berufsschule und allen Kollegen", sagte Lehrlingswart Sascha Apel eingangs der diesjährigen Freisprechung im Bremer Weser-Stadion. Sein Dank richtete sich ebenso an die Eltern, die "stolz auf ihre "neuen Gesellen" sein können." Es gelte nun, Verantwortung zu übernehmen, sich nach vorn zu orientieren und ständig weiter zu lernen. Stillstand bedeute Rückschritt. Mit der Entwicklung am Dach sei es wie mit den Modetrends. "Wer am Ball bleibt", so Apel, "bleibt obenauf, im schönsten Beruf der Welt."

Der ehemaliger Werder-Profi und Direktor des Leistungszentrums, Psychologe Dr. Uwe Harttgen ("ich dachte immer Fußballer wäre der schönste Beruf der Welt") beglückwünschte die neuen Gesellen und zeigte zahlreiche Parallelen zwischen beiden Berufen auf. Dr. Harttgen: "Fußballer und Dachdecker haben nach getaner Arbeit immer sofort ihr Ergebnis vor Augen. Disziplin ist gefordert. Es gilt, sich den Herausforderungen zu stellen. Der Umgang mit Erfolg und Misserfolg will gelernt sein. Beide Berufe genießen starke Anerkennung in der Bevölkerung. Es bieten sich gute Zukunftsperspektiven. Aber es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen."

Freudig überrascht zeigten sich die Berufsschullehrer, als ihre Schüler ihnen mit gerahmten Mannschaftsbildern dankten. Gute Verpflegung und eine beeindruckende Stadionführung rundeten die Freisprechung ab.

zuletzt editiert am 24. Februar 2021
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